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Wie Unternehmen die „Zitronen“ unter den Freiberuflern erkennen können

Auf dem Zitronenmarkt


Unternehmen setzen in IT-Projekten zunehmend auf die Expertise von Freiberuflern. Dabei müssen sie sich oft mehr oder weniger blind darauf verlassen, dass deren Leistungsprofil auch wirklich hält, was es verspricht. Dieser Artikel behandelt das Problem, wie die Qualität von externen Mitarbeitern vorab bewertet werden kann, und zeigt Indikatoren auf, die dabei helfen können.

Als George A. Akerlof 1970 seinen Aufsatz über asymmetrische Informationen schrieb, hat er sicherlich nicht geahnt, dass er Jahre später dafür den Wirtschaftsnobelpreis verliehen bekommen würde. Das Problem der asymmetrischen Information beschreibt, dass eine Partei bei einem Handel mehr über ein Produkt oder seine Leistungsfähigkeit weiß als die andere. Bei der Besetzung von IT-Projekten gibt es einige Analogien zu der Theorie von Akerlof. Wie sehen diese aus und wie können Unternehmen damit umgehen? Zu Beginn wollen wir uns der Frage widmen, wie uns Informationsasymmetrien eigentlich im täglichen Geschäft behindern: Nach dem Beispiel von Akerlof stellen wir uns vor, wir möchten ein gebrauchtes Auto kaufen. Wir finden nach eingängiger Recherche drei Autos, die alle von derselben Marke sind, einen fast identischen Kilometerstand und gleiche Ausstattung haben, aber trotzdem zu ganz unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Alle Verkäufer behaupten, dass sich die Fahrzeuge in einem guten Zustand befinden. So gesehen könnten wir unsere Entscheidung also ausschließlich vom Verkaufspreis abhängig machen, oder? Aber würden Sie sich wirklich allein auf die Auskunft der Händler verlassen? Vermutlich nicht. Sie wissen um die Unsicherheit der Qualität und würden versuchen, sich ein eigenes Urteil zu bilden, Zeit und eventuell auch Geld investieren, um das Risiko eines Fehlkaufs zu minimieren. Und welche Auswirkung hat die beschriebene Informationsasymmetrie auf die Händler? Es gibt Händler mit guten Autos und welche mit schlechten – den so genannten „Zitronen“. Die Händler von guten Autos haben durch die Informationsasymmetrie meist das Nachsehen, denn der Käufer orientiert sich in der Regel am Durchschnittspreis. Auch kann der Käufer die wirkliche Qualität der Ware selten einschätzen. Natürlich wird man erkennen können, ob die Polster noch in Ordnung sind, ob die Karosserie Beulen oder Kratzer aufweist, aber die „inneren Werte“ der Ware sieht man nicht auf den ersten Blick. Der Käufer kann also beim Erwerb nicht beurteilen, ob die Ware wirklich gut oder schlecht ist. Verlangt der Händler mit...

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