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Wie Kanban-Teams ihre Messgrößen nutzen

Pünktlich und zuverlässig liefern


Der Kunde möchte schon zu Beginn einer Entwicklung wissen, wann er das Ergebnis bekommen wird: lauffähige Software, die passende Doku, entsprechende Schulungen etc. Setzen die beteiligten Teams die Kanban-Methode ein, verfügen sie bereits über eine aktuelle Basis von Messdaten bezüglich ihrer eigenen Leistungsfähigkeit. Zu den meistbenutzten Messgrößen im Kanban-Umfeld zählen Time in Process, Work in Progress, Throughput sowie Queue Sizes.

In diesem Artikel soll aufgezeigt werden, wie man eben diese Messgrößen nutzt, um zu sinnvollen Terminaussagen zu kommen. Dabei wendet der Autor moderne Verfahren der probabilistischen Prozesssteuerung an. Zufälle und Rauschen werden dabei absichtlich mit einbezogen, anstatt diese durch hektische Eingriffe in den Prozess beherrschen oder gar ausschließen zu wollen. Kanban [1] gibt den Teams Wetterbericht und Steuerknüppel in die Hand, um das Vorhaben gemeinsam mit dem Kunden pünktlich landen zu können.

Pünktlich liefern

Was ist in der Softwareentwicklung eine pünktliche Lieferung, und warum ist es eigentlich so schwer, pünktlich zu liefern? Bei der ersten Frage handelt es sich auf den ersten Blick um reine Definitionssache: „Eine Lieferung ist pünktlich, wenn sie vor oder an dem Datum eintrifft, zu dem sie dem Kunden versprochen wurde.“ Wenn es doch nur so einfach wäre. Denn es gibt ja unterschiedliche Arten von Lieferungen:

  • Kunden, die ein großes Softwarerelease erwarten, das aus vielen zu entwickelnden Features besteht, erwarten vom Team eine so hohe Schlagzahl, dass bis zum versprochenen Termin möglichst alle geplanten Features fertig werden.

  • Kunden, die auf eine Fehlerbehebung warten, sind an einer möglichst kurzen Bearbeitungszeit für diesen einzelnen Fehler interessiert. Welche Releases das Team darüber hinaus plant und wie die Auswirkungen der Fehlerbehebungen auf den Zeitplan dieser Releases sind, ist für diesen Kunden nicht von Belang. Sie wollen einfach, dass der Fehler in einer verabredeten Zeit behoben wird.

Die obige Definition trifft in beiden Fällen zu, bedeutet aber jeweils etwas völlig Unterschiedliches. Hinzu kommt, dass ein Team in der Produktentwicklung meist für mehrere Kunden auf einmal arbeitet. Wenn für einen Kunden etwas Dringendes erledigt werden muss, hat das Auswirkungen auf die Lieferzeiten für die anderen Kunden. Einen einzelnen Kunden pünktlich zu bedienen, ist daher einfacher als eine große Menge von Kunden.

Und was heißt hier eigentlich „dringend“? Würde man denjenigen Kunden sofort b...

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