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Testen von Geschäftsprozessmodellen in BPMN 2.0

BPM-Testing


Durch den Einzug von Prozessorientierung in die Analyse und vor allem durch das Design von Softwaresystemen rücken die Geschäftsprozesse in eine zentrale Position – und das durchgehend, von der Anforderung bis hin zum lauffähigen Artefakt. Zu Recht, denn in den Geschäftsprozessen entsteht die Wertschöpfung. Entsprechend hoch sollten – nein, müssen – die Anforderungen an deren Qualität sein. Aber wie ist diese sicherzustellen?

Geschäftsprozesse in Form von BPMN-2.0-Modellen zu definieren und durch Business Process Engines auszuführen, ist heute gang und gäbe. Im Gegensatz zu implizit betriebenen und insbesondere durch den Anwender gelebten Prozessen, die über viele Systeme lose zusammenhängen, wird das Prozessmodell in diesem Szenario zum expliziten und zentralen Teil des technischen Artefakts. Als solches muss es denselben Anforderungen an Qualität und Korrektheit genügen, wie andere Teile der Software auch. Fehler müssen frühzeitig in der Umsetzung erkannt und behoben werden. Im Unterschied zu Programmcode, für den es bereits seit vielen Jahren Werkzeuge für die Identifikation von unterschiedlichsten Fehlerklassen gibt, ist das Testen von Geschäftsprozessmodellen in BPMN 2.0 [1] eine recht junge Disziplin. In diesem Artikel werden praxiserprobte Ansätze zum Testen von Prozessmodellen in BPMN 2.0 vorgestellt und am Beispiel von Camunda BPM – einer modernen Prozess-Engine – demonstriert.

BPMN 2.0

Bei Durchführung von BPM/SOA-Projekten geht es um die Einführung von komplexer Software. Wertschöpfende End-to-End-Prozesse mit vielen Akteuren und diversen beteiligten Komponenten werden konzipiert und – bisweilen über Unternehmensgrenzen hinweg – umgesetzt. Die Anforderungen an diese Art Software werden auf eine ganz spezielle Weise erfasst: Das Skelett für das Gesamtsystem stellen Modelle der Geschäftsprozesse eines Unternehmens dar. Zur Beschreibung von Geschäftsprozessen wird oft eine formale Sprache mit grafischer Notation benutzt, die BPMN 2.0. Der heutige OMG-Standard genießt als Modellierungssprache eine hohe Beliebtheit in der IT und in den Fachbereichen. Da sie von beiden gut verstanden wird, bildet sie einen fundamentalen Teil der gemeinsamen Sprache in einem prozessorientierten Projektkontext. Ein Prozessmodell in BPMN 2.0 beschreibt die so genannte Orchestrierung – den Ablauf und die Reihenfolge der im Prozess auszuführenden Aktivitäten. Diese sind im Modell durch den Sequenzfluss miteinander verbunden.

Die Ausführung des Prozessmodells übernimmt...

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