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Geschäftsprozesse identifizieren, prüfen und verbessern

Process Mining in der Praxis


Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen ist die Anpassungsfähigkeit an die sich ändernden Marktbedingungen. Doch wie lassen sich bestehende Abläufe geeignet untersuchen? Einen interessanten und vielversprechenden Ansatz bietet hier die noch recht junge Disziplin Process Mining. Dieser Artikel führt in die Thematik ein, erwähnt bekannte Einsatzszenarien, erläutert die Relevanz für Adap­tive Case Management, beschreibt wichtige Aspekte für ein Projektvorgehen und geht auf heute verfügbare Process-Mining-Tools ein.

Die rasante Entwicklung im Bereich der Digitalisierung, die zunehmende Markttransparenz sowie die stetig wachsenden Kundenanforderungen erfordern flexibel und effizient gestaltete Geschäftsprozesse. Vielleicht kennen Sie diese Situation: Mehrere Personen diskutieren im Rahmen eines Workshops oder anhand von Interviews über das Optimierungspotenzial eines Geschäftsprozesses, letztlich mit dem Ziel, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, ein neues Geschäft zu akquirieren und Umsätze zu steigern. Doch wie genau ist der betreffende Geschäftsprozess definiert? Liegt er vollständig ausformuliert vor? An welchen Stellen ist mit nicht dokumentiertem Expertenwissen zu rechnen, und was genau wird dort von wem getan? Wie wird mit Ausnahmen bei der Prozessausführung umgegangen? Welche Daten werden über welche Systemgrenzen hinweg ausgetauscht?

Diese und weitere Fragen führen häufig dazu, dass verschiedene Gespräche mit gleicher Aufgabenstellung und variierendem Teilnehmerkreis zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Während derartige Workshops von den Kenntnissen des jeweiligen Teilnehmerkreises abhängen, stützt sich das Process Mining auf konkrete Fakten aus vorhandenen Datenquellen und Logdaten der geschäftsprozessrelevanten Systeme. Grundidee des Process Minings ist es, Prozessabläufe durch Extrahieren von Wissen aus den Ereignislogs heutiger Informationssysteme zu erkennen, zu prüfen und zu verbessern [1, S. 95]. Aus den gesammelten Ereignisdaten werden die Aktivitäten des Prozesses abgeleitet und in einen Kontrollfluss gebracht. Die erzeugten Modelle können unter anderem Petri-Netze, Fuzzy-Modelle, UML-Aktivitätsdiagramme, EPK- oder BPMN-Prozesse oder auch so genannte Social Networks sein.

Das Erkennen von Prozessmodellen stellt zwar das wohl bekannteste Verfahren des Process Minings dar, es gibt jedoch zwei weitere wichtige Vertreter. Zum einen ist das die Übereinstimmungsprüfung. Sie kann verwendet werden, um ein bestehendes Modell mit der dokumen...

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