Business Technology Magazin - 02.2017 - DevOps


Preis: gratis für Entwickler.Kiosk-Leser

Erhältlich ab:  Mai 2017

Umfang:  48

Autoren / Autorinnen: Erica Langhi, Melanie Feldmann, Thomas Heinen, Andreas Gerst, Volkmar Klaußer, Robert Angrisani, Jörg Hastreiter, Alexander Heusingfeld, Benjamin Franz, Stefan Tretter, Hartmut Schmitt, Thomas Kerschis, René Schröder, Inge Hanschke, Andreas Christian Fischer, Pia Lembke

Liebe Leserin, lieber Leser,

ist DevOps der große Heilsbringer oder nur eine neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird? Wie bei so vielem hilft ein Blick in die Vergangenheit, um die Zukunft ein Stück vorhersagen zu können. Blicken wir zurück auf das Jahr 2001 und den inoffiziellen Startschuss der agilen Softwareentwicklung: das Agile Manifest. Sechzehn Jahre ist das nun schon her. Es vergeht aber kein Monat, in dem nicht irgendwer Agile für tot oder gescheitert erklärt. Und das, obwohl die Mehrheit der Entwicklergemeinde von der Vorzügen der agilen Softwareentwicklung überzeugt ist und sie lebt. Es gibt also sechzehn Jahre später immer noch Menschen und Institutionen, die das Konzept nicht verstanden haben oder es nicht richtig umsetzen können. Vor sechzehn Jahren ist so eine Firma aus Cupertino auf die Idee gekommen, dass man seine gesamte Musik in der Hosentasche herumtragen können sollte. Ein neues Konzept war geboren. Wann haben Sie den letzten tragbaren CD-Spieler gesehen?

Es scheint also ungleich schwerer zu sein, Menschen von einer neuen Form des Arbeitens als einer neuen Form des Musikhörens zu überzeugen. Woran kann das liegen? Zum einen betrifft Musikhören zumindest unterwegs nur einen selbst. Die Veränderung tritt also Mensch für Mensch und nicht gruppenweise ein. Denn je mehr Menschen auf einem Haufen sind, umso schwerer ändern diese ihre Richtung. Schon einmal in einer Gruppe über die Restaurantauswahl diskutiert? Genau das meine ich. Zum anderen sagt einem beim Musikhören niemand, wann man es denn machen darf und welches Genre man denn bitte hören soll. Bei der Softwareentwicklung fällt irgendwo irgendwer eine Entscheidung, oft der Chef oder die da oben. Selbst wenn man es lieber anders machen wollen würde, kann man es oft nicht. Es gibt also externe Zwänge, die agile Softwareentwicklung ausbremsen oder zerstören können.

Genau das Gleiche gilt für DevOps. Es betrifft eine Gruppe, diesmal sogar aus unterschiedlichen Bereichen. Und irgendwo sitzt jemand oder eine Gruppe von Jemanden, die DevOps als Konzept nicht nur zustimmen, sondern es auch verstehen und fördern müssen. DevOps könnte die Softwarewelt ganz ähnlich verändern wie Agile, inklusive all seinen Schwierigkeiten und Uneindeutigkeiten. Es wird vielleicht mit der Zeit eine Mehrheit geben, die DevOps für gut und richtig hält. Es wird auch viele geben, die es erfolgreich umsetzen. Aber es wird auch einen kleinen Prozentsatz an Dev- und Ops-Teams geben, die es nicht können oder wollen. Wie die agile Softwareentwicklung löst DevOps nicht alle Probleme und bringt sicherlich auch neue mit sich. Doch wenn wir in sechzehn Jahren auf heute zurückblicken werden, können wir uns ein Leben ohne vielleicht trotzdem nicht mehr vorstellen.

feldmann_melanie_sw.tif_fmt1.jpgMelanie Feldmann, Redakteurin

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