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Anwendungsarchitektur für die Mobile Cloud

Ohne Netz in der Wolke unterwegs


Smartphones, Tablets und Cloud Computing werden oft als „Dream Team“ bezeichnet. Oder man sagt, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert. Aber damit das Miteinander wirklich klappt, muss über Anwendungsarchitektur erst ganz neu nachgedacht werden. Dazu eignen sich abstrakte architektonische Pattern für mobile Lösungen.

Cloud Computing und Mobile Computing sind zwei parallel stattfindende Neuerungen. Beide nehmen immer größeren Einfluss auch auf die Unternehmens-IT, ohne in erster Linie von dieser selbst vorangetrieben zu werden. Die IT-Organisationen begegnen diesen Trends derzeit oft noch eher abwartend bis skeptisch.

Cloud Computing

Cloud Computing ist im Kern ein neues Geschäftsmodell, das mittels konsequenter Nutzung von Servervirtualisierung Investitionen in Software und Serverinfrastruktur unnötig macht und so die Einstiegshürde zur IT-Nutzung praktisch einebnen soll. Davon können nicht nur Unternehmen, sondern auch Endverbraucher profitieren, beispielsweise durch nahezu unbegrenzten Speicherplatz für Mediendaten. Überhaupt verschwimmt die Grenze zwischen Unternehmensanwendungen und Cloud-Services für Konsumenten. Zum einen greift man auch in der Arbeitswelt zunehmend ad hoc auf öffentliche Cloud-Services wie Dropbox oder Google Docs zurück, um große Dateien auszutauschen oder gemeinsam online an Dokumenten zu arbeiten, wenn es dafür keine unternehmensinternen Lösungen gibt. Zum anderen nutzen wir privat Services wie Onlinebanking und Social-Networking-Software, die sich architektonisch kaum von Businessanwendungen unterscheiden. Und in vielen Bereichen, sei es bei Bankgeschäften, bei der Reisebuchung oder im Onlinefotoladen, ist der Verbraucher effektiv ein externer Mitarbeiter, der einen großen Teil der Geschäftsprozesse selbst abwickeln muss. Die unterschiedlichsten Funktionen können als Cloud-Service angeboten werden: Es kann sich um Software as a Service handeln, der dem Anwender einen unmittelbaren Nutzen liefert, z. B. eine Bildbearbeitung, oder es kann sich um das Hoch- oder Herunterfahren einer IT-Komponente handeln, die als Infrastructure as a Service gemietet wurde. Aus architektonischer Sicht ist die Funktion ohne Belang. Beide Funktionen könnten sowohl manuell über eine Weboberfläche als auch automatisiert über eine Programmierschnittstelle (API) bedienbar sein.

Mobile Computing

Mobile Computing gewinnt seine Bedeutung aus der rapiden Verbreitung von mobilen Anwendungsplattformen wie Laptops, Tablets und Smartphones. Genügsame nützliche oder unterhaltsame Anwendungen wie Tabellenwerke oder kleine Spiele haben sich seit Langem auf PDAs und Mobiltelefonen angesiedelt. Auch Navigation gehört dank eingebautem GPS-Empfänger mittlerweile dazu. Zusammen mit Mikrofon, Kamera und Beschleunigungsmesser verfügen moderne Geräte damit über eine umfangreiche Sensorik. Hinzu kommt die Fähigkeit zur Kommunikation über Internet und SMS sowie Adressbuch und Kalender. Leistungsfähiger geworden sind die Geräte auch bei der Wiedergabe von Videos. Das ist eine stattliche Sammlung von Bausteinen, die nur darauf wartet, dass man sie zu interessanten neuen Anwendungen zusammenbaut (Abb. 1).

1_reisner_mobile_cloud_geraetefunktionen.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Funktionen eines modernen Mobilgeräts

Anwendungsfälle für diese Funktionen existieren sowohl für Konsumenten als auch für Unternehmen (Kasten: „Typische Mobile-Anwendungsfälle“). Dort, wo die Arbeit den Besuch bei Menschen oder die Bewegung realer Güter erfordert, helfen Smartphones und Tablets bei der Logistik und bei der Datensammlung. Sie können in manchen Fällen teure Spezialhardware wie Scanner ersetzen. Mit Mobile Payment zeichnet sich bereits eine weitere Welle von bevorstehenden Innovationen ab.

Das Ökosystem der klassischen mobilen Apps spricht jeden Anwender direkt an: Er wählt seine individuellen Apps selbst aus und bezahlt mit seiner eigenen Kreditkarte. So entsteht eine intime Beziehung zu dem handlichen Mobilgerät, das uns überall hin begleitet. Es wird kaum als Ballast empfunden; mancher würde sein Fehlen schon eher als schmerzlichen Verlust ansehen. Sich über dieses selbstverständliche Stück IT auch fern des regulären Arbeitsplatzes immer und überall mit den Anwendungen und Daten des Unternehmens verbinden zu können, um informiert zu sein und Einfluss zu nehmen, bedeutet eine große Freiheit. Die mobile Nutzung von E-Mail oder Social Networks ist für viele schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Diese internetbasierten Kommunikationskanäle konvergieren auf dem Smartphone natürlicherweise mit Telefonie und SMS. Manche Führungskraft kann ihren Arbeitsalltag heute bereits komplett bestreiten, ohne zwischen den Meetings auch nur einmal an ihrem PC-Arbeitsplatz vorbeizuschauen. Insbesondere in Branchen, deren Wertschöpfung auf Wissen, Information und Kommunikation beruht und Mobilität ein notwendiges Übel ist, weil Zusammenarbeit anders (noch) nicht praktikabel ist, hilft die mobile IT, unterwegs und trotzdem produktiv zu sein. Seit Jahren dringen deshalb die Mobilgeräte in die Unternehmens-IT vor, und diese Eigendynamik wird nicht stoppen, bevor nicht alle kritischen Unternehmensanwendungen mobil bedienbar sind. Gemäß dem aktuellen Schlagwort „Bring your own Device“ [1] könnte das sogar zum Normalfall werden.

Die Mobile Cloud

Obgleich auch Mobilgeräte immer leistungsfähiger werden, setzen die kompakte Bauform und die Akkulebensdauer der Rechenkapazität Grenzen. Für die Speicherkapazität mag das nicht im selben Maße gelten, jedoch lässt die Möglichkeit eines Verlusts des Geräts es wenig ratsam erscheinen, mehr Daten als unbedingt notwendig auf dem Gerät zu speichern. Der Ausweg ist die Verbindung zur Cloud über das Internet. In der Cloud sind Speic...

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