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Capacity Management - Grund genug für die Cloud

Überkapazitäten einsparen


Mit steigenden IT-Budgets darf derzeit wohl kein CIO kalkulieren. Wer trotzdem seine strategischen Ziele erreichen will, muss sich wohl oder übel Gedanken über eine bessere Nutzung der IT-Ressourcen machen. Bei den derzeit heiß diskutieren Schlagworten wie Capacity Management, Green IT, Energy Management und insbesondere Cloud Computing geht es auch letzten Endes immer wieder um das eine: die überall im Rechenzentrum reichlich vorhandenen Überkapazitäten einzusparen.

Das klassische Szenario in fast allen Unternehmen sieht folgendermaßen aus: Zusammen mit den IT-Projekten wird auch die benötigte Infrastruktur angeschafft. Da diese Teil des Projektbudgets ist, wird sie auch nur für dieses Projekt verwendet. Das bedeutet aber auch, dass eine solche Infrastruktur auf drei oder fünf Jahre abgeschrieben wird und dementsprechend von vornherein so ausgelegt sein muss, dass sie in diesem Zeitraum ohne nennenswerte Erweiterungen für den Betrieb der im Projekt erzeugten IT-Lösungen ausreicht. Allein dadurch entsteht eine massive Überkapazität, denn selbstverständlich werden die Wachstums- und Belastungsannahmen bei der Planung so gewählt, dass man in jedem Fall auf der sicheren Seite liegt. Selbst am Ende der Abschreibungsphase wird dieser großzügige Puffer aus der Zeit des Produktionsbeginns längst noch nicht aufgebraucht sein.

Mit ihrem Gesamtanteil von unter 20 Prozent des gesamten IT-Budgets sind überhöhte Hard- und Softwareinvestitionen einschließlich der Wartung vielleicht gerade noch tragbar. Bedenkt man aber die durch einmal aufgestellte Hardware entstehenden Energiekosten, die noch einmal rund 20 Prozent ausmachen, und kombiniert das mit den Analystenvorhersagen über massiv steigende Energiepreise, so ergibt sich zwingend die Forderung, diesen bewussten Aufbau von Überkapazitäten sofort zu stoppen. Obendrein ist der Gesamt­energieverbrauch nur in sehr geringem Maß davon abhängig, wie sehr diese Hardware auch genutzt wird – schließlich macht der eigentlich für die IT-Leistung benötigte Energieanteil nur ein Sechstel der verbrauchten Energie aus, der Rest wird für die Kühlung der selbst erzeugten Abwärme und andere Rechenzentrumsmaßnahmen verbraucht. Capacity Management und Energy Management sind also unverzichtbare Bestandteile einer modernen IT-Strategie.

Capacity Management: übergreifender Ansatz mit organisatorischem Handlungsbedarf

Im Bereich Energy Management gibt es einige sehr IT-typische Ansätze, bei denen durch Managementsoftware in Kombination mit Strommanagementhardware der Verbrauch bereits vorhandener Hardware gedrosselt werden soll. Das kann durchaus einen positiven Effekt haben. Im Gegensatz dazu versucht Capacity Management zu erreichen, dass nicht benötigte Ressourcen erst gar nicht angeschafft werden und damit von vornherein keinen Strom verbrauchen, Administrationskapazitäten binden oder zusätzliche Hardwareinvestitionen nach sich ziehen können. Capacity Management ist also der sauberere Ansatz. Allerdings setzt es voraus, dass man, noch bevor irgendwelche technischen Lösungen ins Auge gefasst werden, den IT-Projekten das Budget zur Hardwareanschaffung entzieht und es den Fachabteilungen zuschlägt, die dann ihrerseits freilich bei der IT den Verbrauch von IT-Ressourcen bezahlen müssen. An zweiter Stelle, wiederum vor allen technischen Maßnahmen, steht die Aufgabe, den IT-Architekten plausibel zu machen, dass die Planung von Hardwarepuffern nicht mehr Teil ihrer Architekturen sein sollte, weil damit sofort Effekte des Capacity Managements verschenkt werden. Hat man diese beiden betriebswirtschaftlichen und psychologischen Schritte vollbracht, lohnt es sich, weitere Fragen zur Umsetzung des Capacity Managements zu stellen.

Capacity Management und seine organisatorische Umsetzung

Betrachtet man die gängigen Einführungsstrategien für ein Capacity Management, wird sehr häufig von einer Migration auf eine vollkommen neue Plattform gesprochen. Betrachtet man dagegen die erfolgreichen Capacity-Management-Umgebungen etwa von Google oder Amazon, fällt auf, dass das Ziel gerade dieser beiden stets darin bestand, alte Hardware so lange wie möglich einzusetzen. Es scheint also empfehlenswert, dieser Maßgabe zu folgen, wobe...

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