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Cloud jenseits des Hypes

Wolkige Geschäfte - Wozu überhaupt Cloud?


Mode- und IT-Industrie sind sich sehr ähnlich: In jeder Saison gibt es etwas Neues, das jeder unbedingt haben muss. Diese Saison ist es in der IT die Cloud. Anlass genug, diesen neuen Ansatz jenseits des Hypes zu betrachten.

Unter dem Begriff „Cloud“ wird mittlerweile alles verstanden, auch Onlineretuschieren von Fotos. Daher muss der Begriff zunächst definiert werden. Durchgesetzt hat sich die Begriffsdefinition des NIST (National Institute of Standards and Technology). Nach dieser Definition hat ein Cloud-Dienst folgende Eigenschaften:

  • On-Demand Self-Service: Je nach Bedarf kann der Kunde mehr Leistung eines Dienstes nutzen. Der Prozess für die Bereitstellung des Dienstes ist vollständig automatisiert und erfordert keinen manuellen Eingriff.

  • Broad Network Access: Der Zugriff auf den Dienst erfolgt über das Netz.

  • Ressource Pooling: Ressourcen werden zwischen allen Nutzern des Dienstes aufgeteilt.

  • Rapid Elasticity: Werden mehr Ressourcen benötigt, so können diese sehr schnell zur Verfügung gestellt werden. Für den Kunden ist die Leistungsfähigkeit des Dienstes praktisch unbegrenzt.

  • Measured Service: Der Cloud-Dienst wird automatisch kontrolliert und optimiert.

Als Dienste können normale Anwendungen angeboten werden. Beispiele sind das CRM von Salesforce, Google Mail und Google Apps von Google und Office 365 von Microsoft. Diese Dienste werden unter dem Begriff „Software as a Service“ (SaaS) zusammengefasst. Infrastructure as a Service (IaaS) stellt virtuelle Computer oder Storage zur Verfügung. Populäres Beispiel sind die Amazon Web Services. Damit ein IaaS wirklich nützlich ist, muss auf den Rechnern Software wie ein Betriebssystem und eine Standardsoftware installiert werden. Für Individualsoftware muss eine Umgebung wie ein Application-Server installiert werden und darauf dann die gewünschten Anwendungen. Platform as a Service (PaaS) ist für dieses Szenario optimiert: Sie bietet eine Ablaufumgebung in der Cloud, auf der ein Kunde nur noch Anwendungen installieren muss. Beispiele für diesen Ansatz sind die Google App Engine oder Amazon Elastic Beanstalk.

Ein weiterer wichtiger Aspekt einer Cloud ist der Nutzerkreis: Sie kann als Public Cloud von einem Anbieter der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Eine Alternative ist eine In-House-Cloud-Infrastruktur (Private Cloud). Eine Private Cloud ist vollständig unter der eigenen Kontrolle, was beispielsweise hinsichtlich Datenschutz oder Sicherheit ein Vorteil sein kann. Oder die Cloud steht einem bestimmten Nutzerkreis zur Verfügung (Community-Cloud). So können Anforderungen einer bestimmten Zielgruppe umgesetzt werden. Zum Beispiel könnten Banken eine Cloud etablieren, die den entsprechenden Sicherheitsanforderungen genügt und spezifische zusätzliche Dienste für Banken, zum Beispiel im Bereich Sicherheit, anbietet. Kunden können diese verschiedenen Ansätze zu einer Hybrid Cloud kombinieren.

Warum Cloud?

Üblicherweise werden für die Nutzung von Cloud wirtschaftliche Gründe genannt:

  • Es fallen keine Investitionskosten, sondern nur laufende Kosten an. Und die hängen von der aktuellen Last ab, die wiederum vom geschäftlichen Erfolg abhängt. Das macht Cloud sehr attraktiv zum Beispiel für Start-ups, die so eine Infrastruktur nutzen können, ohne viel Kapital zu binden. Dennoch können sie auch mit großer Last zurechtkommen.

  • Die Kosten sind transparent. In der Abrechnung des Cloud-Anbieters ist klar erkennbar, welcher Dienst welche Kosten verursacht hat. Bei einer klassischen IT-Organisation ist es hingegen oft schwer, die exakten Kosten zu ermitteln und auf die einzelnen Projekte zu buchen. Kostentransparenz ermöglicht auch den Wettbewerb der Cloud-Anbieter untereinander. Außerdem bietet sie einen Benchmark für die Bewertung interner Betriebseinheiten mit großen und sehr effizienten IT-Organisationen.

  • Wichtig sind auch Skaleneffekte: Wenn eine gemeinsame Infrastruktur genügend Nutzer hat, ist sie kos­teneffizienter, weil große Installationen preiswerter betrieben werden können. Wie effizient diese Anbieter mittlerweile arbeiten, zeigt sich daran, dass bei ihnen Themen wie effiziente Netzteile und allgemeine Stromversorgung auf der Agenda stehen, die eigentlich keine großen Einsparungen mehr erwarten lassen. Die Optimierungspotenziale auf Prozessebene, an denen viele interne IT-Abteilungen heute arbeiten, sind also bei Public-Cloud-Anbietern vermutlich weitgehend ausgenutzt.

  • Gerade bei Anwendungen, die mit Lastspitzen umgehen müssen, können sich erhebliche Vorteile ergeben. Solche Anwendungen sind recht weit verbreitet: So sind viele Server zu den Arbeitszeiten besonders gut ausgelastet. Oder es gibt eine Auslastungsspitze zum Beispiel ...

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