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Chancen und Herausforderungen des Cloud Computing

XaaS - Everything as a Service?


Claudia und Klaus gehen gemeinsam in die Cloud – so oder so ähnlich werben aktuell Hersteller und Dienstleistungsanbieter für das Cloud Computing. Aber was ist Cloud Computing eigentlich? Was bedeuten die verschiedenen Servicemodelle (XaaS), wie können sie eingesetzt werden? Und welche sonstigen Herausforderungen müssen Claudia und Klaus meistern? Der vorliegende Artikel beantwortet diese Fragen und erklärt, welchen Businessnutzen Cloud Computing für Ihr Unternehmen bringt.

Die Frage, was Cloud Computing eigentlich ist, lässt sich zunächst gar nicht so einfach beantworten, hat doch jeder Hersteller und Service-Provider seine eigene Definition dafür. Inzwischen setzt sich aber mehr und mehr die Beschreibung des National Institute of Standards and Technology (NIST) als allgemein gültige Definition durch [1]: „Cloud computing is a model for enabling convenient, on-demand network access to a shared pool of configurable computing resources (e.g., networks, servers, storage, applications, and services) that can be rapidly provisioned and released with minimal management effort or service provider interaction. “ Cloud Computing ist also eine IT-Architektur, die höchst dynamisch auf veränderte oder neue Anforderungen reagieren und deren Nutzung dabei ebenso dynamisch abgerechnet werden kann, und zwar ohne größere administrative Aufwände zu erzeugen. Die einzelnen Ebenen werden als Dienste bereitgestellt, die der Anwender bei Bedarf selbst abrufen kann (On-Demand Self-Service). Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Everything as a Service oder kurz XaaS. Die bekanntesten sind wohl Folgende:

  • Infrastructure as a Service (IaaS)

  • Platform as a Service (PaaS)

  • Software as a Service (SaaS)

Es gibt noch eine Reihe weiterer Serviceebenen, wie etwa Database as a Service (DBaaS) oder Humans as a Service (HuaaS). Auf das Servicemodell soll weiter unten detaillierter eingegangen werden.

Neben den Serviceebenen ist es jedoch wichtig, beim Cloud Computing auch die organisatorische Form der „Wolken“ zu betrachten. Im Kontext von Unternehmensanwendungen wird häufig von so genannten Private Clouds gesprochen, also einer Infrastruktur, die ausschließlich für die Anwendung innerhalb des Unternehmens genutzt werden kann. Daneben gibt es noch zwei weitere Formen.

Beim Public Cloud Computing werden alle Dienste auf öffentlich angebotenen Umgebungen (z. B. PaaS) betrieben. Bekanntester Anbieter derzeit ist hier wohl Amazon Web Services [2], aber auch andere wie Google oder Microsoft dringen mit ihren Angeboten mehr und mehr in den Markt vor. Keine der verwendeten Komponenten wird auf der eigenen, privaten Infrastruktur des Unternehmens ausgeführt. In einer Public Cloud ist daher besondere Vorsicht z. B. hinsichtlich der Datensicherheit (Zugriff durch Dritte) geboten.

Verschmelzen Private und Public Cloud miteinander, spricht man von einer Hybrid Cloud. Teile der Dienste können auf einer öffentlichen Infrastruktur laufen, werden dann aber zusammen mit privaten Services auf der eigenen, privaten Infrastruktur genutzt.

Infrastructure as a Service (IaaS)

Die bislang wohl am weitesten verbreitete Serviceebene Infrastructure as a Service (IaaS) beschreibt die Bereitstellung von Infrastrukturkomponenten wie Serversystemen. Der Nutzer kann ein „Stück“ Infrastruktur bedarfsgerecht verwenden. Aus der Cloud kommt dabei im Wesentlichen die Rechenleistung, die Rechnerinstanz muss der Servicenehmer aber weitgehend selbst verwalten. Er entscheidet über Betriebssystem, installierte Software und die Benutzerrechte und ist damit auch dafür verantwortlich, dass die Anwendungen für die User bereitgestellt werden und nutzbar sind. Die Cloud ist ausschließlich für die Bereitstellung der Rechenleistung und gegebenenfalls der Speicherkapazität verantwortlich.

Wurde bisher bei neuen Anforderungen (z. B. bei der Einführung einer neuen Software) die IT-Umgebung durch neue Hardware wie Storage-Systeme oder Server erweitert, werden die benötigten Systeme jetzt nur noch „deployt“, d. h. virtuell zur Verfügung gestellt. Ein erster kommerzieller Ansatz wurde von Amazon Web Services mit dem Elastic Cloud Computing EC2 [3] oder dem Simple Storage Service S3 [4] umgesetzt. Hier können die gewünschten Ressourcen via Internet gemietet werden. Die Abrechnung erfolgt nach der Nutzungsdauer, also der tatsächlich benötigten Rechenzeit, oder dem belegten Speicherplatz.

Der große Vorteil dieser Serviceebene liegt in der schnellen und einfachen Verfügbarkeit neuer, zusätzlicher Rechenleistung beziehungsweise Speicherkapazität. Und genauso schnell können die Systeme quasi wieder zurückgegeben werden. Es entstehen nur Kosten für die Zeit der tatsächlichen Nutzung. Gerade in Entwicklungsabteilungen, wo beispielsweise kurzfristige Tests, ein Proof of Concept oder Ähnliches...

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