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Barrierefreie Software entwickeln

Hindernisse erst gar nicht aufbauen


Das Thema Digitalisierung wird bereits seit einigen Jahren durch die Medien und Unternehmen getrieben. Dabei geht jedoch oft unter, was diese Entwicklung für Menschen bedeutet, die körperlich eingeschränkt sind. Wie können blinde Menschen mit einem Monitor arbeiten? Wie können motorisch eingeschränkte Nutzer eine Maus bedienen? Wenn die Anforderungen einer barrierefreien Software vom Anfang bis Ende der Entwicklung mit einfließen, lässt sich Chancengleichheit herstellen und fördern.

Die Barrierefreiheit im täglichen Lebensraum wird bereits seit einigen Jahren verbessert, z. B. durch Rampen an Bahnsteigen oder Fahrstühle. Sie muss sich nun auch stärker in den digitalen Raum ausweiten, der mittlerweile einen großen Teil unserer Lebenswelt einnimmt. Barrierefreie IT soll Chancengleichheit wiederherstellen beziehungsweise ausbauen. Auch und insbesondere für ältere Menschen, die nach dem heutigen demographischen Wandel eine zunehmend größere Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft bilden, sind barrierefreie Internet- und Softwareangebote immer wichtiger.

Unabhängig von einem barrierefreien Angebot im privaten Alltag, muss diese Chancengleichheit auch in der Berufswelt gelten. Jeder Arbeitgeber muss gemäß Sozialgesetzbuch SGB IX Paragraph 81 dafür sorgen, dass Mitarbeiter barrierefreie Arbeitsplätze nutzen können. Zu dem Arbeitsplatz gehört selbstverständlich auch die Software, die dem Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens einen barrierefreien Zugang ermöglichen muss. Im öffentlichen Sektor greift darüber hinaus auch noch die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) (Abb. 1). Diese soll gewährleisten, dass Menschen mit Behinderungen die Informationen aller öffentlichen Internetpräsenzen der Einrichtungen der Bundesverwaltung uneingeschränkt nutzen können (Kasten: „Rechtliche Grundlagen der Gestaltung barrierefreier Arbeitsplätze“).

meixner_barrierefrei_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Die rechtlichen Grundlagen, Richtlinien und Gesetze zur barrierefreien IT

Rechtliche Grundlagen der Gestaltung barrierefreier Arbeitsplätze

Als Basis für barrierefreie IT können zunächst zwei übergeordnete Gesetze herangezogen werden: Zum einen die Gleichbehandlungsrahmenrichtlinie der Europäischen Union, zum anderen Artikel 3 Absatz 3 im Grundgesetz, der eine Benachteiligung von Menschen mit einer Behinderung ausschließt. Konkreter wird es im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), das die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am gesellschaftlichen Leben regelt. Hier heißt es, dass gestaltete L...

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