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Teil 2: Schrittweise, API-basierte Modernisierung von Bestandssystemen

Bimodale Praxis


Wir stellen uns der Behauptung unseres letzten Artikels, dass man sich nicht dualistisch für Gartner oder Forrester (bimodal vs. „alles agil“) entscheiden muss. Welche Möglichkeiten gibt es, aus IT-Sicht schnellen Nutzen und Wertschöpfung zu stiften, auch wenn die Systeme schon in die Jahre gekommen sind?

Artikelserie

Teil 1: Agil und bimodal = labil und bipolar?

Teil 2: Schrittweise, API-basierte Modernisierung von Bestandssystemen

Im letzten Artikel haben wir uns mit den Herausforderungen der beschleunigten Veränderung von Wirtschaft, Technologie, Mitarbeiter-Skills und dazugehörigen Organisationsformen beschäftigt: Wie schaffen Unternehmen den Spagat zwischen kürzeren Produktzyklen, besser informierten Kunden, schnellerem Mitbewerb, Millennial-Mitarbeitern auf der einen und Legacy-Prozessen/Organisationsformen/Systemen auf der anderen Seite? Ein möglicher Ansatz ist das bewusste Koordinieren von unterschiedlichen Geschwindigkeiten, von beständigen Prozessen und sich laufend ändernden Prozessen im Sinne einer bimodalen IT. Wie wir gesehen haben, gibt es zwei Lager: Die einen vertrauen der bimodalen IT und die anderen wollen ganz in Richtung agil gehen. In diesem Artikel geht es darum, wie man Prozesse und IT-Systeme schrittweise agilisiert, ohne sich gleich für eins der Lager entscheiden zu müssen.

Eine Anekdote: die Geschichte vom ERP als Klotz am Bein

Beim größten CIO-Kongress Österreichs berichtete der CIO eines großen Handelsunternehmens über Herausforderungen und Strategien in einem Business, das durch Plattformen wie Amazon und deren digitale Geschäftsmodelle bedrängt wird. Ein Teil seiner Strategie ist, dass er in Zukunft innovative Themen agil und in Zusammenarbeit mit wohlbekannten Onlineplayern umsetzen wolle. Gleichzeitig brachte er das Bild eines Häftlings, der eine schwere Sträflingskugel am Bein trug. Die pointierte Aussage dazu lautete: „Das klassische ERP-System ist ein Klotz am Bein“. Sie kennen sicher viele ähnliche Anekdoten aus diesem Umfeld: ERP-Systeme sind unerlässlich für eine geordnete Unternehmenssteuerung, aber sie haben ihren Preis. Unternehmen investieren viel in Customizing, um ihre wettbewerbsrelevanten Prozesse anzupassen und schneller am Markt zu sein. Damit verstärkt sich das Vendor Lock In: Upgrades auf neue Systemversionen werden zu Mehrjahresprojekten, die die Key-Ressourcen im Unternehmen binden. Und das alles nur, damit alles so läuft wie gewohnt. Diese Ressourcen fehlen für Innovationsprojekte, die das Unterneh...

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