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Ein kleiner Rundgang von der Idee zum Blockchain-Ökosystem

Smart-Contract-Plattformen


Durch den Erfolg der Blockchain-Technologie ist die Idee der „Smart Contracts“ wieder in den Fokus geraten. Dieser Artikel beschreibt die Funktionsweise aktueller Blockchain-Lösungen und zeigt auf, für welche Anwendungsszenarien sie als Smart-Contract-Plattformen geeignet sind.

Der Begriff „Smart Contract“ wurde in den 90er Jahren von Nick Szabo geprägt und beschreibt die Idee, einen rechtskräftigen Vertrag in Software zu spezifizieren, der von Hardware ausgeführt wird. Die erwarteten Vorteile sind sinkende Kosten durch Automatisierung sowie Erschließung neuer Anwendungsgebiete. Sie bieten die Möglichkeit, komplexe Protokolle zu realisieren, die begrenzt Interaktion mit der Umwelt zulassen. Eigenschaften, die ein idealer Smart Contract erfüllen sollte [1]:

  • Der Inhalt des Smart Contracts muss überprüf- und nachvollziehbar sein.

  • Die positiven wie negativen Vertragsfolgen müssen, idealerweise automatisiert, durchsetzbar sein.

  • Der Smart Contract muss robust sein gegen Vertragsbruch oder gezielte Angriffe.

  • Die Vertraulichkeit, die Identität der Vertragsteilnehmer und der Vertragsgegenstand werden mit kryptografischen Verfahren gesichert.

Diese hohen Anforderungen haben Smart Contracts lange als elaboriertes Gedankenexperiment erscheinen lassen. Die Kosten für die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen für den großflächigen Einsatz von Smart Contracts erschienen zu hoch, während die Chancen für eine hohe Marktakzeptanz als zu gering angesehen wurden.

Fast Forward in das Hier und Jetzt: Bitcoin und Blockchain sind in aller Munde, kaum ein Nachrichtenportal, das nicht über die spektakulären Erfolge und Misserfolge berichtet. Die einfache Eleganz, Wertgegenstände – Geld, Bitcoins, CryptoKitties – ohne Zusatzkosten von A nach B zu transferieren, hat sich als Killeranwendung etabliert. Die Finanz- und fertigende Industrie sieht in Blockchain und Smart Contracts einen Schritt zur Digitalisierung mit sagenhaftem Potenzial. Diese hohen Erwartungen spiegeln sich in der steigenden Marktkapitalisierung der Top-100-Kryptowährungen wider: Im Januar 2014 wurde die Gesamtmarktkapitalisierung mit etwa zehn Milliarden Euro angegeben. Im April 2018 lag der Wert, getrieben von Spekulationen, bei über 735 Milliarden Euro. Im Juli 2018 schrumpft die Kapitalisierung wieder auf 227 Milliarden Euro [2]. Also nur substanzloser Hype, angetrieben von wankelmütigen Investoren? Wahrscheinlich nicht. Die Blockchains haben nach dem Verpuffen der Spekulationsblase im Juli keine Zwei...

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