© Ekaphon maneechot/Shutterstock.com
Warum wir trotz allem einen Business Case erstellen können

Der Business Case für Architektur


In diesem Artikel werde ich versuchen, einen möglichen Business Case für Architektur darzustellen. Jetzt könnten Sie fragen, ob das überhaupt eine sinnvolle Idee ist. Gerade in der IT sind Business Cases an sich schon ein eher umstrittenes Instrument, um Investitionsentscheidungen zu begründen und dann auch noch für ein so schwer bewertbares Thema wie Architektur? Das muss doch schiefgehen!

Diese Zweifel kann ich durchaus nachvollziehen und teile sie zu einem großen Teil auch. Business Cases treffen Annahmen über Erträge und Kosten, die in der Zukunft liegen, und diese Annahmen sind häufig so stabil wie die Klötzchentürme kleiner Kinder, kurz bevor sie in sich zusammenfallen. Erschwerend kommt hinzu, dass Architektur sich häufig nur indirekt und zeitlich verzögert auf die Kosten und Erträge auswirkt. Gerade eine schlechte Architektur führt in der Regel zu hohen Folgekosten, die nur sehr schwer gemessen werden können, weil meistens der Vergleich fehlt. Trotz dieser absolut berechtigten Probleme und Beschränkungen ist es dennoch so, dass wir von Zeit zu Zeit wahrscheinlich nicht umhin kommen, das Thema Architektur mit Zahlen zu untermauern. Genau aus diesem Grund versuche ich hier, einen möglichen Ansatz zu beschreiben.

Die Grenzen von Zahlen

Business Cases beschränken sich oftmals rein auf Zahlen, genauer Geld. In der einfachsten Variante werden die erwarteten Kosten ins Verhältnis zu den erwarteten Erträgen gesetzt. Etwas differenzierter sind ROI-Analysen, die zu bestimmen versuchen, nach welchem Zeitraum die Erträge die Kosten überschreiten. Dennoch betrachtet auch diese Variante letztlich nur ausgegebenes und eingenommenes Geld. Dieser Betrachtungsweise liegt die Annahme zugrunde, dass sich alle Einflussgrößen auf Kosten oder Erträge herunterbrechen lassen. Diese Annahme ist nicht ganz falsch. Man kann sich tatsächlich für fast jede Einflussgröße eine monetäre Quantifizierung überlegen. Trotzdem ist es in vielen Fällen so, dass eine Umrechnung einer Einflussgröße in Geld so viele Annahmen trifft, dass der Nutzen der monetären Darstellung sehr fragwürdig ist. So könnte z. B. im Zusammenhang mit Architektur die Entwicklerzufriedenheit eine relevante Einflussgröße sein. In ihrer ursprünglichen Form kann man diese problemlos auf einer bedarfsgerecht unterteilten Skala von „sehr unzufrieden“ bis „sehr zufrieden“ darstellen, die für alle Beteiligten intuitiv erfassbar ist.

Versucht man aber, die Entwicklerzufriedenheit in Geld umzurechnen, muss man Aspekte w...

Neugierig geworden?

Angebote für Teams

Für Firmen haben wir individuelle Teamlizenzen. Wir erstellen Ihnen gerne ein passendes Angebot.

Das Library-Modell:
IP-Zugang

Das Company-Modell:
Domain-Zugang