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Wolfgang Karl und das Lean-Modell

Der Weg der kleinen Schritte


Wer heutzutage eine Produktidee hat, kann diese dank einfach zur Verfügung stehender digitaler Infrastruktur, wie z. B. Social Media und E-Commerce-Plattformen, mithilfe von Begeisterung, Ausdauer und dem Lean-Production-Prinzip überraschend gut umsetzen. Dieser Artikel zeigt anhand des Praxisbeispiels eines iPhone-Etuis, dass ein richtig eingesetzter Lean-Ansatz sich grundsätzlich für viele Produkte und Ideen nutzen lässt und nicht nur kontinuierliche Verbesserung für IT-Firmen und Autobauer bringt.

Wenn es um das Lean-Production-Prinzip geht, hat Toyota Vorbildfunktion: Das Unternehmen hat sich damit in den Achtzigerjahren an die Spitze der Automobilindustrie katapultierte, und das Prinzip hat sich heute in der Industrie etabliert. Die echte Erkenntnis, Arbeitsschritte klein zu halten, zu lernen, zu verbessern und dann weiterzuentwickeln wirkt auf viele Mitarbeiter, Existenzgründer und Manager allerdings noch sehr theoretisch. Ist es denn für Firmen, die zeitintensivere und somit teurere Prozesse in der Wertschöpfungskette ausführen müssen, möglich, schneller auf Kundenmeinungen oder Marktveränderungen zu reagieren? Wo muss angesetzt werden, um frühestmöglich Erkenntnisse zu sammeln? Tief in das Selbstverständnis eines Unternehmens integriert, hat die Methode das Potenzial, vor allem in der Produktentwicklung und bei der Erschließung neuer Märkte Effizienzpotenziale zu eröffnen. Damit können Kosten gesenkt und Iterationen beschleunigt werden.

Der Toyota-Weg

Werfen wir einen kurzen Blick zurück: Nachdem Eiji Toyoda mit seinem Produktionsleiter die Ford-Werke besucht hatte, war er besorgt über die Zustände dort [1]. Komplexe und sehr teure Maschinen hatte er gesehen, die in kurzer Zeit riesige Mengen an Teilen für neue Automobile herstellen konnten. Er stand vor einem Dilemma, da er weder die Mitarbeiter, Maschinen oder die finanziellen Mittel hatte, um gegen diese übermächtigen Mitbewerber anzukommen. Einfallsreichtum, Experimentierfreude und unternehmerischer Mut brachten Toyoda und seinen Automobilkonzern Toyota schließlich auf eine langanhaltende Erfolgswelle. Der Grundgedanke der Lean Production ist so einfach wie genial: Es wurden alle Prozesse ausfindig gemacht und rigoros eliminiert, für die der Kunde kein Geld bezahlte [2]. Außerdem setzte der japanische Konzern auf kleinere Maschinen, die für unterschiedliche Modelle eingesetzt werden konnten. Ein weiterer Unterschied zu den amerikanischen Giganten: Das Gelingen der herzustellenden Teile wurde...

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