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Business Technology Magazin
Corporate-Start-ups als Impulsgeber für konventionelle Unternehmen

Ausprobieren, scheitern und wiederaufstehen

Zwar steht der digitale Wandel auf der Prioritätenliste der meisten Manager ganz weit oben, doch wenn es um die Innovationsfreude geht, hinkt die deutsche Wirtschaft anderen Ländern hinterher. Etablierte Unternehmen wie Daimler, Bosch, die LGI, aber auch Medienhäuser wie ProSieben oder Axel Springer lagern kreative Teams aus und gründen Corporate-Start-ups: Unternehmen im Unternehmen. Wie Betriebe mit der hauseigenen Neugründung den Sprung zu mehr Innovation schaffen können, lesen Sie in diesem Beitrag.

Markus Ziegler


Der Mangel an Geschwindigkeit und Flexibilität in Entscheidungswegen ist ein Faktor, der gerade Traditionsunternehmen daran hindert, schnell innovative Lösungen hervorzubringen und umzusetzen. In der LGI Logistics Group International, einem der zehn größten deutschen industriellen Kontraktlogistiker, entstand 2014 die Idee zu pakadoo. pakadoo ist ein digitaler Service, der das Empfangen und Retournieren von Privatpaketen am Arbeitsplatz verwaltet – unabhängig vom Paketdienstleister. Hier musste man feststellen, dass innerhalb des Mutterunternehmens die Umsetzungsgeschwindigkeit nicht optimal war. Daher fiel ungefähr ein Jahr später der Startschuss zur Gründung des hauseigenen Corporate-Start-ups. Als es im LGI-Team erste Ideen zum Service von pakadoo gab, war die Geschäftsleitung sofort von deren Potenzial überzeugt. Das Letzte-Meile-Problem, die Pakete an den Endkunden auszuliefern, ist bei acht Millionen Paketen täglich, dem hohen Aufkommen an Lieferverkehr und den damit verbundenen Emissionsausstöße, eines der wichtigsten Themen der Logistik. Eine Lösung zu finden für Probleme unserer Gesellschaft sowie Zukunftsmärkte früh zu erkennen und mit innovativen Konzepten aufzutrumpfen, macht die Start-up-Kultur aus – und war eines der Leitmotive zur Gründung von pakadoo. Eine neue Idee zu haben, ist die eine Sache, schwieriger ist die Umsetzung. Neue Wege brauchen neue Räume. Nicht nur operativ, sondern auch physisch. Wenn der große Bruder ständig dem kleinen auf die Finger schaut, kann sich dieser nicht frei entfalten. Schnell wurde erkannt, dass es wichtig war, den betreffenden Bereich aus den bestehenden Unternehmensstrukturen herauszulösen. Die Herausforderung für das Management war es, das neue Unternehmen nicht auszubremsen. Daher wurde pakadoo operativ und, mit dem Umzug auf eine eigene Etage innerhalb des Firmengebäudes, auch räumlich von der LGI getrennt. pakadoo begann die Vorteile eines kleinen Unternehmens gegenüber einem Konzern zu spüren: Sich schneller ausrichten, flexibel die Budgets handhaben und vor allem viele Ideen in den Bereichen Marketing und Sales ausprobieren – aber diese ebenso rasch wieder über Bord werfen zu können.

Vom Start-up zum Kounternehmen

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für ein Corporate-Start-up. Das Ass im Ärmel ist der Mutterkonzern – die Stütze. Doch auch das neue Unternehmen muss aus dem Nest und eigenständig fliegen lernen. So heißt es auch für jedes interne Start-up, irgendwann aus den roten Zahlen herauszuko...

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Corporate-Start-ups als Impulsgeber für konventionelle Unternehmen

Ausprobieren, scheitern und wiederaufstehen

Zwar steht der digitale Wandel auf der Prioritätenliste der meisten Manager ganz weit oben, doch wenn es um die Innovationsfreude geht, hinkt die deutsche Wirtschaft anderen Ländern hinterher. Etablierte Unternehmen wie Daimler, Bosch, die LGI, aber auch Medienhäuser wie ProSieben oder Axel Springer lagern kreative Teams aus und gründen Corporate-Start-ups: Unternehmen im Unternehmen. Wie Betriebe mit der hauseigenen Neugründung den Sprung zu mehr Innovation schaffen können, lesen Sie in diesem Beitrag.

Markus Ziegler


Der Mangel an Geschwindigkeit und Flexibilität in Entscheidungswegen ist ein Faktor, der gerade Traditionsunternehmen daran hindert, schnell innovative Lösungen hervorzubringen und umzusetzen. In der LGI Logistics Group International, einem der zehn größten deutschen industriellen Kontraktlogistiker, entstand 2014 die Idee zu pakadoo. pakadoo ist ein digitaler Service, der das Empfangen und Retournieren von Privatpaketen am Arbeitsplatz verwaltet – unabhängig vom Paketdienstleister. Hier musste man feststellen, dass innerhalb des Mutterunternehmens die Umsetzungsgeschwindigkeit nicht optimal war. Daher fiel ungefähr ein Jahr später der Startschuss zur Gründung des hauseigenen Corporate-Start-ups. Als es im LGI-Team erste Ideen zum Service von pakadoo gab, war die Geschäftsleitung sofort von deren Potenzial überzeugt. Das Letzte-Meile-Problem, die Pakete an den Endkunden auszuliefern, ist bei acht Millionen Paketen täglich, dem hohen Aufkommen an Lieferverkehr und den damit verbundenen Emissionsausstöße, eines der wichtigsten Themen der Logistik. Eine Lösung zu finden für Probleme unserer Gesellschaft sowie Zukunftsmärkte früh zu erkennen und mit innovativen Konzepten aufzutrumpfen, macht die Start-up-Kultur aus – und war eines der Leitmotive zur Gründung von pakadoo. Eine neue Idee zu haben, ist die eine Sache, schwieriger ist die Umsetzung. Neue Wege brauchen neue Räume. Nicht nur operativ, sondern auch physisch. Wenn der große Bruder ständig dem kleinen auf die Finger schaut, kann sich dieser nicht frei entfalten. Schnell wurde erkannt, dass es wichtig war, den betreffenden Bereich aus den bestehenden Unternehmensstrukturen herauszulösen. Die Herausforderung für das Management war es, das neue Unternehmen nicht auszubremsen. Daher wurde pakadoo operativ und, mit dem Umzug auf eine eigene Etage innerhalb des Firmengebäudes, auch räumlich von der LGI getrennt. pakadoo begann die Vorteile eines kleinen Unternehmens gegenüber einem Konzern zu spüren: Sich schneller ausrichten, flexibel die Budgets handhaben und vor allem viele Ideen in den Bereichen Marketing und Sales ausprobieren – aber diese ebenso rasch wieder über Bord werfen zu können.

Vom Start-up zum Kounternehmen

Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für ein Corporate-Start-up. Das Ass im Ärmel ist der Mutterkonzern – die Stütze. Doch auch das neue Unternehmen muss aus dem Nest und eigenständig fliegen lernen. So heißt es auch für jedes interne Start-up, irgendwann aus den roten Zahlen herauszuko...

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