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Business Technology Magazin
Datenbasierte Innovationen

Daten Industrie-4.0-fähig machen

Heterogene Geräte, Anlagen und Maschinen, Unmengen ganz unterschiedlicher Daten: Das sind die Herausforderungen der Industrie 4.0. In der Praxis sind die meisten deutschen Unternehmen noch nicht bereit, diese Herausforderungen zu meistern.

Laurent Schüller


Möchte man auf seinem Handy die Wettervorhersage für die nächsten drei Tage abrufen, fragt man die entsprechende App. Die gesuchte Info gibt es im Austausch gegen die eigenen Daten, zumindest zum aktuellen Standort und zur Gerätetypisierung. Man bezahlt also mit Daten und braucht nur einmalig sein Einverständnis auf dem Handy zu geben. Dieses Prinzip von Daten gegen Service funktioniert, solange der User für die Bereitstellung von sensiblen Informationen einen Mehrwert erhält, im besten Falle sogar genau steuern kann, wem welche Daten für einen bestimmten Zweck zugänglich gemacht werden. Anspruchsvoll wird es, wenn unterschiedliche Apps unterschiedliche Daten bereitstellen, die aber in Kombination einen neuen Mehrwert schaffen könnten – beispielsweise die Verknüpfung von Wetter- und Verkehrsdaten mit der Uhrzeit des nächsten Termins. Erwarteter Schneefall zur Hauptverkehrszeit macht es erforderlich, 17 Minuten früher zur nächsten Verabredung loszufahren. Für den Smartphoneuser ist ein solcher Hinweis nichts Ungewöhnliches mehr. Der Nutzer muss hierzu nur den Apps individuellen Zugriff auf seinen Kalender und die aktuelle Position geben.

Digitale Dienste für physische Geräte

Im Produktivumfeld hingegen konnte dieser Ansatz – Daten gegen digitalen Service für Industrieanwendungen – bis heute kaum gelöst werden. Die Herausforderung liegt nicht zuletzt darin, dass es sich statt allgemeiner Standortdaten um sensible Produktionsdaten handelt. Dennoch: Während industrielle Gerätehersteller die Betriebs- und Gerätedaten für das Anbieten von Mehrwertdiensten nutzen möchten, sieht der Gerätebetreiber hingegen die Gefahr der Einsicht in produktionssensible Informationen von außen. Das ist verständlich, aber für beide Seiten letztlich ein Nachteil.

Das Hamburger Start-up Cybus beschäftigt sich genau mit dieser Problemstellung: Die digitale Anbindung von vorhandenen Industriegeräten, um mit den gesammelten Daten digitale Mehrwerte zu ermöglichen. Im Wesentlichen sollen die Vorteile digitaler Onlinedienste ins physische Produktionsumfeld gebracht werden. Dabei müssen zu Anfang erstmal zwei große Probleme gelöst werden. Erstens müssen die oft heterogenen Geräte, Anlagen und Maschinen angeschlossen werden. Zweitens müssen die zum Teil nicht vereinbaren Daten sicher und transparent verwaltet werden können, um hierauf digitale Dienste aufbauen zu können, wie Remote Monitoring, Predictive Maintenance oder komplett neue digitale Geschäftsmodelle. Grundlegend ist also die erst...

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Datenbasierte Innovationen

Daten Industrie-4.0-fähig machen

Heterogene Geräte, Anlagen und Maschinen, Unmengen ganz unterschiedlicher Daten: Das sind die Herausforderungen der Industrie 4.0. In der Praxis sind die meisten deutschen Unternehmen noch nicht bereit, diese Herausforderungen zu meistern.

Laurent Schüller


Möchte man auf seinem Handy die Wettervorhersage für die nächsten drei Tage abrufen, fragt man die entsprechende App. Die gesuchte Info gibt es im Austausch gegen die eigenen Daten, zumindest zum aktuellen Standort und zur Gerätetypisierung. Man bezahlt also mit Daten und braucht nur einmalig sein Einverständnis auf dem Handy zu geben. Dieses Prinzip von Daten gegen Service funktioniert, solange der User für die Bereitstellung von sensiblen Informationen einen Mehrwert erhält, im besten Falle sogar genau steuern kann, wem welche Daten für einen bestimmten Zweck zugänglich gemacht werden. Anspruchsvoll wird es, wenn unterschiedliche Apps unterschiedliche Daten bereitstellen, die aber in Kombination einen neuen Mehrwert schaffen könnten – beispielsweise die Verknüpfung von Wetter- und Verkehrsdaten mit der Uhrzeit des nächsten Termins. Erwarteter Schneefall zur Hauptverkehrszeit macht es erforderlich, 17 Minuten früher zur nächsten Verabredung loszufahren. Für den Smartphoneuser ist ein solcher Hinweis nichts Ungewöhnliches mehr. Der Nutzer muss hierzu nur den Apps individuellen Zugriff auf seinen Kalender und die aktuelle Position geben.

Digitale Dienste für physische Geräte

Im Produktivumfeld hingegen konnte dieser Ansatz – Daten gegen digitalen Service für Industrieanwendungen – bis heute kaum gelöst werden. Die Herausforderung liegt nicht zuletzt darin, dass es sich statt allgemeiner Standortdaten um sensible Produktionsdaten handelt. Dennoch: Während industrielle Gerätehersteller die Betriebs- und Gerätedaten für das Anbieten von Mehrwertdiensten nutzen möchten, sieht der Gerätebetreiber hingegen die Gefahr der Einsicht in produktionssensible Informationen von außen. Das ist verständlich, aber für beide Seiten letztlich ein Nachteil.

Das Hamburger Start-up Cybus beschäftigt sich genau mit dieser Problemstellung: Die digitale Anbindung von vorhandenen Industriegeräten, um mit den gesammelten Daten digitale Mehrwerte zu ermöglichen. Im Wesentlichen sollen die Vorteile digitaler Onlinedienste ins physische Produktionsumfeld gebracht werden. Dabei müssen zu Anfang erstmal zwei große Probleme gelöst werden. Erstens müssen die oft heterogenen Geräte, Anlagen und Maschinen angeschlossen werden. Zweitens müssen die zum Teil nicht vereinbaren Daten sicher und transparent verwaltet werden können, um hierauf digitale Dienste aufbauen zu können, wie Remote Monitoring, Predictive Maintenance oder komplett neue digitale Geschäftsmodelle. Grundlegend ist also die erst...

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