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Business Technology Magazin
Interview mit Andreas Reiter

Intelligente Lösungen für die Städte sind gefragt

Was macht Städte attraktiv? Mit dieser Frage beschäftigt sich der bekannte Zukunftsforscher Andreas Reiter in vielen seiner Vorträge und Publikationen. Die Städte befinden sich derzeit im Umbruch: Die digitale Transformation mit digital vernetzten Räumen lässt tradierte Strukturen aufbrechen und neue Möglichkeiten entstehen. Wer wird in der Stadt der Zukunft der Gewinner und wer der Verlierer sein? Die Bürger oder nur die Investoren? Oder profitieren am Ende alle von den Versprechungen der smarten City? Andreas Reiter gibt im Interview einen Ausblick auf Städte auf ihrem Weg in die Zukunft.

Andreas Reiter


Business Technology: In manchen Schulen tropft seit Jahren das Dach und viele Straßen in den Städten kann man nur noch als Schlaglochpisten bezeichnen. Sollten die klammen Städte nicht zuerst diese Probleme bewältigen, bevor man sich den „Luxus“ einer digitalisierten Stadt leistet? Andreas Reiter: Das eine ist mit dem anderen nicht aufzurechnen. Beide Infrastrukturen – die analoge wie auch die digitale – gehören zu unserem Leben und bilden unsere Lebensqualität ab. In der digitalen Moderne fließt alles ineinander: analoge und virtuelle Realität, Bricks und Clicks. Es legt sich einfach eine zweite Hautschicht über die Stadt – aus Daten und Sensoren. Die Smart City – richtig ausgerollt – kann im Gegenteil dazu beitragen, die knappen kommunalen Budgets mit intelligenten Services und ortsbasierten Dienstleistungen effizienter zu machen, z. B. mit E-Government, etwa dem digitalen Amt, das die Anliegen der Bürger und Unternehmen rasch und rund um die Uhr erledigt. Außerdem erfordern wachsende Städte – und viele Städte wachsen rasant, auch in Europa – effiziente und intelligente Lösungen. Die Digitalisierung kann hier ein Problemlöser sein. Und eins wird immer unterschätzt: Die smarte Stadt muss immer auch sozial gedacht werden, also in die Stadtgesellschaft hineinwirken. So kann diese etwa durch Open Gouvernment eine stärkere Beteiligung, Kommunikation und Nachbarschaftshilfe anstoßen. Aus meiner Sicht hat hier insbesondere die Blockchain-Technologie sehr positive Folgen für das Crowd Sourcing, die Interaktion aller städtischen Akteure, sowohl ökonomisch wie gesellschaftspolitisch. Stadtentwicklung ist ohne aktive Partizipation der BürgerInnen gar nicht mehr möglich. Die Smart City – richtig ausgerollt – kann dazu beitragen, die knappen kommunalen Budgets mit intelligenten Services und ortsbasierten Dienstleistungen effizienter zu machen.Reiter: Genau das ist eins der Probleme, das wir im Übrigen auch beim Smarthome haben: die mangelnde Kompatibilität der Systeme untereinander. Angesichts der hohen Komplexität und unterschiedlichen Anforderungen der Städte sollte meiner Auffassung nach jede Stadt erst ihre zentralen Problemfelder und die Bedürfnisse der Bewohner identifizieren, um dann spezifische Lösungen zu finden. Jede Stadt ist anders. Mobilität, Wohnen und Energie sind aber Themen, die immer wichtig sind und auch schon aus klimastrategischen Gründen innovativer und smarter Lösungen bedürfen. Letztlich aber brauchen auch Städte einen Digital Officer, d...

Business Technology Magazin
Interview mit Andreas Reiter

Intelligente Lösungen für die Städte sind gefragt

Was macht Städte attraktiv? Mit dieser Frage beschäftigt sich der bekannte Zukunftsforscher Andreas Reiter in vielen seiner Vorträge und Publikationen. Die Städte befinden sich derzeit im Umbruch: Die digitale Transformation mit digital vernetzten Räumen lässt tradierte Strukturen aufbrechen und neue Möglichkeiten entstehen. Wer wird in der Stadt der Zukunft der Gewinner und wer der Verlierer sein? Die Bürger oder nur die Investoren? Oder profitieren am Ende alle von den Versprechungen der smarten City? Andreas Reiter gibt im Interview einen Ausblick auf Städte auf ihrem Weg in die Zukunft.

Andreas Reiter


Business Technology: In manchen Schulen tropft seit Jahren das Dach und viele Straßen in den Städten kann man nur noch als Schlaglochpisten bezeichnen. Sollten die klammen Städte nicht zuerst diese Probleme bewältigen, bevor man sich den „Luxus“ einer digitalisierten Stadt leistet? Andreas Reiter: Das eine ist mit dem anderen nicht aufzurechnen. Beide Infrastrukturen – die analoge wie auch die digitale – gehören zu unserem Leben und bilden unsere Lebensqualität ab. In der digitalen Moderne fließt alles ineinander: analoge und virtuelle Realität, Bricks und Clicks. Es legt sich einfach eine zweite Hautschicht über die Stadt – aus Daten und Sensoren. Die Smart City – richtig ausgerollt – kann im Gegenteil dazu beitragen, die knappen kommunalen Budgets mit intelligenten Services und ortsbasierten Dienstleistungen effizienter zu machen, z. B. mit E-Government, etwa dem digitalen Amt, das die Anliegen der Bürger und Unternehmen rasch und rund um die Uhr erledigt. Außerdem erfordern wachsende Städte – und viele Städte wachsen rasant, auch in Europa – effiziente und intelligente Lösungen. Die Digitalisierung kann hier ein Problemlöser sein. Und eins wird immer unterschätzt: Die smarte Stadt muss immer auch sozial gedacht werden, also in die Stadtgesellschaft hineinwirken. So kann diese etwa durch Open Gouvernment eine stärkere Beteiligung, Kommunikation und Nachbarschaftshilfe anstoßen. Aus meiner Sicht hat hier insbesondere die Blockchain-Technologie sehr positive Folgen für das Crowd Sourcing, die Interaktion aller städtischen Akteure, sowohl ökonomisch wie gesellschaftspolitisch. Stadtentwicklung ist ohne aktive Partizipation der BürgerInnen gar nicht mehr möglich. Die Smart City – richtig ausgerollt – kann dazu beitragen, die knappen kommunalen Budgets mit intelligenten Services und ortsbasierten Dienstleistungen effizienter zu machen.Reiter: Genau das ist eins der Probleme, das wir im Übrigen auch beim Smarthome haben: die mangelnde Kompatibilität der Systeme untereinander. Angesichts der hohen Komplexität und unterschiedlichen Anforderungen der Städte sollte meiner Auffassung nach jede Stadt erst ihre zentralen Problemfelder und die Bedürfnisse der Bewohner identifizieren, um dann spezifische Lösungen zu finden. Jede Stadt ist anders. Mobilität, Wohnen und Energie sind aber Themen, die immer wichtig sind und auch schon aus klimastrategischen Gründen innovativer und smarter Lösungen bedürfen. Letztlich aber brauchen auch Städte einen Digital Officer, d...

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