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Entwickler Magazin
Ein Überblick über die C++-Bibliotheken Boost und Qt

Tools für alle Fälle

Wer bei der Erstellung von C++-Anwendungen über das Niveau von einführenden Beispielen hinausgeht, wird schnell an einen Punkt kommen, an dem die Bestandteile aus dem offiziellen C++-Standard nicht mehr ausreichen. Auf der Suche nach komplett ausprogrammierten Algorithmen oder Lösungen für Spezialanforderungen begibt man sich dann in die Welt der externen Bibliotheken, die Sammlungen solcher in vielen Projekten bereits erfolgreich eingesetzter Tools sind. Mit Boost und Qt werden zwei der bekanntesten C++-Bibliotheken in diesem Artikel vorgestellt.

Rudolf Jansen


Video: C++ heute

ArtikelserieTeil 1:GrundlagenTeil 2: Parallelprogrammierung mit C++Teil 3: C++-Bibliotheken

„Selber machen oder einkaufen“? Vor dieser Frage steht man bei der Softwareerstellung häufig. Viele Anforderungen bestanden in der Vergangenheit bereits in anderen Projekten und wurden dort schon gelöst. Warum sollte man also nicht auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen, anstatt alles zeit- und kostenaufwändig selbst zu implementieren? Wie bei anderen Programmiersprachen auch, existieren im C++-Bereich zahlreiche Frameworks, die – in vielen Fällen kostenlos – eine solche Sammlung von kleinen oder großen Fragmenten beinhalten, mit der die Erstellung komplexer C++-Anwendungen deutlich beschleunigt und aufgrund der bereits bewiesenen Praxistauglichkeit dieser Toolsammlungen auch fachlich verbessert werden kann.

Aus der Vielzahl der verfügbaren externen C++-Bibliotheken wurden für diesen Artikel Boost und Qt ausgewählt. Während Boost eine Art „Bibliothek für alle Fälle“ ist, spielt Qt seine Stärken insbesondere bei der Erstellung von GUI-Anwendungen aus. Der GUI-Bereich ist auch der Bereich, in dem man möglicherweise als Erstes nach externen Bibliotheken bei der C++-Entwicklung sucht, da der offizielle C++-Standard hierfür nichts im Angebot hat. Vor allem für C++-Neueinsteiger, die zuvor im Java-Bereich gearbeitet haben, ist dies sehr ungewohnt, da GUI-Komponenten in der Standard-Java-Welt selbstverständlich dazugehören.

Neben Qt als bekanntester C++-GUI-Bibliothek existieren aber auch noch weitere Alternativen, die an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden sollen. Zu nennen sind dabei u. a. wxWidgets [1], GTK+ [2] sowie für die Zielplattform Windows die Microsoft Foundation Classes. Aber Qt ist nicht nur im GUI-Bereich einsetzbar. Es enthält beispielsweise auch eine eigene Threading-Lösung und kann somit als Alternative zu den im zweiten Teil dieser Artikelserie vorgestellten externen C++-Parallelprogrammierungsbibliotheken eingesetzt werden. Auch für andere Einsatzgebiete, z. B. SQL-Datenbankanbindung oder Netzwerkprogrammierung enthält Qt Hilfsmittel.

Boost [4] dagegen ist eine sehr umfangreiche Bibliothek für verschiedenste Einsatzzwecke. Wer mitten in einem C++-Implementierungsprojekt vor der Frage steht, ob für eine in seinem Projekt benötigte Funktionalität eine externe Bibliothek zur Verfügung steht und eine entsprechende Google-Suche startet, der wird in den meisten Fällen ein Angebot aus den Boost-Bibliotheken in seiner Trefferliste vo...

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Ein Überblick über die C++-Bibliotheken Boost und Qt

Tools für alle Fälle

Wer bei der Erstellung von C++-Anwendungen über das Niveau von einführenden Beispielen hinausgeht, wird schnell an einen Punkt kommen, an dem die Bestandteile aus dem offiziellen C++-Standard nicht mehr ausreichen. Auf der Suche nach komplett ausprogrammierten Algorithmen oder Lösungen für Spezialanforderungen begibt man sich dann in die Welt der externen Bibliotheken, die Sammlungen solcher in vielen Projekten bereits erfolgreich eingesetzter Tools sind. Mit Boost und Qt werden zwei der bekanntesten C++-Bibliotheken in diesem Artikel vorgestellt.

Rudolf Jansen


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„Selber machen oder einkaufen“? Vor dieser Frage steht man bei der Softwareerstellung häufig. Viele Anforderungen bestanden in der Vergangenheit bereits in anderen Projekten und wurden dort schon gelöst. Warum sollte man also nicht auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen, anstatt alles zeit- und kostenaufwändig selbst zu implementieren? Wie bei anderen Programmiersprachen auch, existieren im C++-Bereich zahlreiche Frameworks, die – in vielen Fällen kostenlos – eine solche Sammlung von kleinen oder großen Fragmenten beinhalten, mit der die Erstellung komplexer C++-Anwendungen deutlich beschleunigt und aufgrund der bereits bewiesenen Praxistauglichkeit dieser Toolsammlungen auch fachlich verbessert werden kann.

Aus der Vielzahl der verfügbaren externen C++-Bibliotheken wurden für diesen Artikel Boost und Qt ausgewählt. Während Boost eine Art „Bibliothek für alle Fälle“ ist, spielt Qt seine Stärken insbesondere bei der Erstellung von GUI-Anwendungen aus. Der GUI-Bereich ist auch der Bereich, in dem man möglicherweise als Erstes nach externen Bibliotheken bei der C++-Entwicklung sucht, da der offizielle C++-Standard hierfür nichts im Angebot hat. Vor allem für C++-Neueinsteiger, die zuvor im Java-Bereich gearbeitet haben, ist dies sehr ungewohnt, da GUI-Komponenten in der Standard-Java-Welt selbstverständlich dazugehören.

Neben Qt als bekanntester C++-GUI-Bibliothek existieren aber auch noch weitere Alternativen, die an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden sollen. Zu nennen sind dabei u. a. wxWidgets [1], GTK+ [2] sowie für die Zielplattform Windows die Microsoft Foundation Classes. Aber Qt ist nicht nur im GUI-Bereich einsetzbar. Es enthält beispielsweise auch eine eigene Threading-Lösung und kann somit als Alternative zu den im zweiten Teil dieser Artikelserie vorgestellten externen C++-Parallelprogrammierungsbibliotheken eingesetzt werden. Auch für andere Einsatzgebiete, z. B. SQL-Datenbankanbindung oder Netzwerkprogrammierung enthält Qt Hilfsmittel.

Boost [4] dagegen ist eine sehr umfangreiche Bibliothek für verschiedenste Einsatzzwecke. Wer mitten in einem C++-Implementierungsprojekt vor der Frage steht, ob für eine in seinem Projekt benötigte Funktionalität eine externe Bibliothek zur Verfügung steht und eine entsprechende Google-Suche startet, der wird in den meisten Fällen ein Angebot aus den Boost-Bibliotheken in seiner Trefferliste vo...

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