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Entwickler Magazin
Teil 2: Softwarequalität - Ansätze zur Messung und Verbesserung

Qualität hat ihren Preis?!

Alle reden über Qualität. Das gilt auch für Software. Je nach Betrachtungsweise wird der Begriff in einem anderen Zusammenhang gebraucht. Fehler in einer Anwendung zeugen von minderer Qualität. „Qualität habe eben ihren Preis“, so ein gern gebrauchtes Sprichwort. Bevor man über etwas Fehlendes diskutiert, muss man es zunächst definieren. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Qualität von Software, insbesondere mit deren Messung.

Veikko Krypczyk


Bevor man bestimmen kann, ob ein Produkt – ein einzelnes Programm oder ein gesamtes Anwendungssystem – qualitativ hochwertig ist, muss man Qualität definieren. Und an dieser Stelle beginnen die Probleme: Kann man Qualität messen bzw. kann man feststellen, in welchem Maß ein Qualitätsanspruch erfüllt ist?

Das Thema ist nicht neu. Bevor man sich der aktuellen Diskussion um Softwarequalität zuwendet, lohnt sowohl ein Blick in die Historie als auch ein Streifzug durch allgemeine Qualitätsansätze. Letztere gelten für alle Güter und Dienstleistungen. Es ist zu prüfen, inwieweit diese Ansätze für Software – mit oder ohne Anpassungen – übernommen werden können. Jeder Entwickler verfolgt ohne Zweifel das Ziel, qualitativ hochwertige Anwendungen zu erstellen. Zur Beurteilung, ob dieses Ziel erreicht wurde, müssen Maßstäbe zur Durchführung einer Soll-Ist-Analyse existieren. Ziel dieses Artikels ist es, unterschiedliche Ansätze des Themas Softwarequalität zu beleuchten und möglichst zeit- und wertneutrale Kriterien herauszustellen. Sind diese Zusammenhänge klar, dann können daraus auch Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität abgeleitet werden. Die Bestimmung der Qualität wird in der Literatur u. a. unter dem Stichwort Softwaremessung diskutiert (Kasten: „Softwaremessung – Eine Einführung in drei „Akten““).

Softwaremessung – Eine Einführung in drei „Akten“ Das Thema Softwaremessung ist umfangreich in Theorie und Praxis. Für das Ableiten von Handlungsvorschlägen muss man sich mit einigen konzeptionellen Ansätzen beschäftigen. Teil 1: Es geht um die Ziele und Gegenstände der Softwaremessung. Je nach Messobjekt und Entwicklungsphase sind unterschiedliche Verfahren notwendig. Es werden Ansätze zur Messung der Softwarequantität besprochen. Teil 2: Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was ist Softwarequalität“. Wenn man es definieren kann, kann man es vielleicht auch messen und objektivieren? Teil 3: Produktionsprozesse sollen möglichst effektiv sein. Softwareentwicklung ist jedoch eine Disziplin im Grenzbereich zwischen ingenieurmäßigem Vorgehen und künstlerischer Arbeit. Lässt sich dennoch die Produktivität bestimmen und kann Verbesserungspotenzial abgleitet werden?

Softwarequalität im Fokus zwischen Nutzen und Kosten

Die Qualitätsdiskussion wird nicht zum Selbstzweck geführt. Vielmehr muss diese einer wirtschaftlichen Diskussion aus Nutzen und Kosten zugänglich sein. Die Kosten der Qualität lassen sich wie folgt einteilen [1]:

Fehlerverhütungskosten: Kosten d...

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Teil 2: Softwarequalität - Ansätze zur Messung und Verbesserung

Qualität hat ihren Preis?!

Alle reden über Qualität. Das gilt auch für Software. Je nach Betrachtungsweise wird der Begriff in einem anderen Zusammenhang gebraucht. Fehler in einer Anwendung zeugen von minderer Qualität. „Qualität habe eben ihren Preis“, so ein gern gebrauchtes Sprichwort. Bevor man über etwas Fehlendes diskutiert, muss man es zunächst definieren. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Qualität von Software, insbesondere mit deren Messung.

Veikko Krypczyk


Bevor man bestimmen kann, ob ein Produkt – ein einzelnes Programm oder ein gesamtes Anwendungssystem – qualitativ hochwertig ist, muss man Qualität definieren. Und an dieser Stelle beginnen die Probleme: Kann man Qualität messen bzw. kann man feststellen, in welchem Maß ein Qualitätsanspruch erfüllt ist?

Das Thema ist nicht neu. Bevor man sich der aktuellen Diskussion um Softwarequalität zuwendet, lohnt sowohl ein Blick in die Historie als auch ein Streifzug durch allgemeine Qualitätsansätze. Letztere gelten für alle Güter und Dienstleistungen. Es ist zu prüfen, inwieweit diese Ansätze für Software – mit oder ohne Anpassungen – übernommen werden können. Jeder Entwickler verfolgt ohne Zweifel das Ziel, qualitativ hochwertige Anwendungen zu erstellen. Zur Beurteilung, ob dieses Ziel erreicht wurde, müssen Maßstäbe zur Durchführung einer Soll-Ist-Analyse existieren. Ziel dieses Artikels ist es, unterschiedliche Ansätze des Themas Softwarequalität zu beleuchten und möglichst zeit- und wertneutrale Kriterien herauszustellen. Sind diese Zusammenhänge klar, dann können daraus auch Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität abgeleitet werden. Die Bestimmung der Qualität wird in der Literatur u. a. unter dem Stichwort Softwaremessung diskutiert (Kasten: „Softwaremessung – Eine Einführung in drei „Akten““).

Softwaremessung – Eine Einführung in drei „Akten“ Das Thema Softwaremessung ist umfangreich in Theorie und Praxis. Für das Ableiten von Handlungsvorschlägen muss man sich mit einigen konzeptionellen Ansätzen beschäftigen. Teil 1: Es geht um die Ziele und Gegenstände der Softwaremessung. Je nach Messobjekt und Entwicklungsphase sind unterschiedliche Verfahren notwendig. Es werden Ansätze zur Messung der Softwarequantität besprochen. Teil 2: Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was ist Softwarequalität“. Wenn man es definieren kann, kann man es vielleicht auch messen und objektivieren? Teil 3: Produktionsprozesse sollen möglichst effektiv sein. Softwareentwicklung ist jedoch eine Disziplin im Grenzbereich zwischen ingenieurmäßigem Vorgehen und künstlerischer Arbeit. Lässt sich dennoch die Produktivität bestimmen und kann Verbesserungspotenzial abgleitet werden?

Softwarequalität im Fokus zwischen Nutzen und Kosten

Die Qualitätsdiskussion wird nicht zum Selbstzweck geführt. Vielmehr muss diese einer wirtschaftlichen Diskussion aus Nutzen und Kosten zugänglich sein. Die Kosten der Qualität lassen sich wie folgt einteilen [1]:

Fehlerverhütungskosten: Kosten d...

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