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Das User-Experience-Dossier, Teil 1

UI vs. UX


Im Webdesign drehte sich lange Zeit alles ausschließlich um die Gestaltung des User Interface. Allerdings sorgen neue Entwicklungen in der Webbranche für frischen Wind. Um beruflich konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Webdesigner ihr Skillset auch auf den Bereich der User Experience ausweiten. Die Artikelserie führt Schritt für Schritt in die Materie des User-Experience-Designs ein. Im ersten Teil diskutieren wir den Wandel vom UI- zum UX-Design.

Worin liegt eigentlich der Unterscheid von UI und UX? Wer glaubt, dass es sich bei den Kategorien um konkurrierende Konzepte handelt, irrt. Sie beziehen sich zwar auf Unterschiedliches, gehören aber unzertrennlich zusammen. Im Designprozess müssen die beiden Elemente miteinander vermittelt und aufeinander abgestimmt werden, damit ein Design funktioniert.

  • UI bezieht sich auf das User Interface: Im Grunde sind damit alle visuellen Bausteine gemeint, die von den Usern wahrgenommen werden und mit denen sie interagieren können. Zu denken ist hierbei an Menüoptionen, Buttons, Texte, Layouts, Navigationen usw.

  • Die UX bezieht sich auf das Verhalten und die Zufriedenheit der Nutzer: Der Terminus User Experience ist ein Sammelbegriff und umfasst alle Erfahrungen, die User mit einem (digitalen) Produkt machen. Wie fällt die Bewertung der Kunden aus, was mögen sie an einem Produkt, können sie ihre Ziele leicht erreichen, gibt es Frustmomente, war der Besuch einer Webseite eine angenehme Erfahrung etc.

Ein gutes Beispiel, um sich den Unterschied zu vergegenwärtigen, ist die Portraitmalerei [1]. Während das UI gestalterische Aspekte wie die Leinwand, die Auswahl der Farben und die Art der Strichführung umfasst, bezieht sich die UX auf die Gefühle und Emotionen, die das Gemälde beim Betrachter hervorruft.

Erst durch das Zusammenspiel von UI- und UX-Elementen kann das Portrait seine volle Wirkung entfalten. Ein technisch perfekt umgesetztes Werk, das bei den Menschen keine Gefühlsregungen hervorruft, gilt kaum als Kunst. Die Auswahl der Farbe und die Art der Pinselführung können von der Intention des Künstlers, wie seine Arbeit auf andere wirken soll, nur schwer getrennt werden. Das Gleiche gilt auch im Webdesign: Ein noch so gutes User Interface ist ohne Bezug auf die User Experience nur selten von Erfolg gekrönt.

Spricht man von User Experience, geht man in der Regel auf intentionale Momente wie Emotionen und Affekte ein. Das UI hingegen beschreibt die Art und Weise, wie im Design mit solchen Merkmalen umgegangen wird.

Vom U...

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