Drei Tipps gegen den Prokrastinationsteufelskreis und den Instant Gratification Monkey

Affen im Kopf

Ann-Cathrin Klose


Sind wir doch mal ehrlich – wir alle tun es: Nur noch diese eine Serienfolge auf Netflix anschauen, anstatt sofort mit der Arbeit anzufangen und dann gleich fünf Episoden am Stück reingezogen. Wenn es gerade nicht Netflix ist, dann sucht man halt nach Konzertkarten oder landet im ewigen Wikipedia-Kreislauf und erwischt sich dabei herauszufinden, dass Midgarth auch Linga Holm genannt wird und eine Insel im Norden des Vereinigten Königreichs ist. Das ist natürlich lebensnotwendiges Grundwissen und viel wichtiger als jedes berufliche Projekt – egal ob dieses schon morgen oder bereits gestern fertig sein sollte!

Spaßbefreite Metaprokrastination

Und dann muss man ja noch die Facebook-Pinnwand checken, den Posteingang aufräumen und ... schweift dieser Artikel gerade etwa ab? Ja. Genau darum geht es nämlich: Prokrastination. Man widmet sich Dingen, die gerade verlockender wirken und mehr Spaß machen als das, was man eigentlich tun sollte, und zwar so lange, bis die Luft brennt und man vor lauter Stress kaum mehr weiß, wie man die Aufgabe überhaupt noch bewältigen soll. Und dann macht man drei Tage später genau dasselbe bei der nächsten Aufgabe.

Das ist offensichtlich kein besonders kluges Verhalten. Trotzdem tun sich viele Menschen schwer damit, einen Ausweg aus diesem Teufelskreis zu finden. Mag es in akuten Anfällen von Unlust [1] reichen, eine kleine Pause zu machen, um motiviert zurück an die Arbeit zu gehen, sind die Gründe komplexer, wenn die Prokrastination zur Gewohnheit wird. Tipps wie „fang doch einfach an!“ sind hier genauso wenig angebracht, wie jemanden mit einem gebrochenen Bein aufzufordern, einfach mal eine Runde joggen zu gehen, damit er sich besser fühlt. Natürlich ist „einfach anfangen“ schlussendlich die Lösung des Problems; der Weg dahin ist aber komplizierter.

Der Affe im Kopf

Die Suche nach dem schnellen Spaßkick spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die ewige Aufschieberei geht, ist aber mitnichten alleine dafür verantwortlich. Tim Urban erklärt den spaßzentrierten Teil des Problems mit dem „Instant Gratification Monkey“ [2] und bietet damit ein schönes Bild dafür an, was passiert, wenn nichts passiert. Der Instant Gratification Monkey ist nämlich ein kleiner Affe, der gemeinsam mit der Stimme der Vernunft über unser Handeln bestimmt – wobei „gemeinsam“ relativ zu verstehen ist: Ist der Affe schlecht trainiert, reißt er die Kontrolle an sich und lässt uns ständig prokrastinieren. Und genau das ist das Problem. Wer ständig prokrastiniert, fü...

Drei Tipps gegen den Prokrastinationsteufelskreis und den Instant Gratification Monkey

Affen im Kopf

Ann-Cathrin Klose


Sind wir doch mal ehrlich – wir alle tun es: Nur noch diese eine Serienfolge auf Netflix anschauen, anstatt sofort mit der Arbeit anzufangen und dann gleich fünf Episoden am Stück reingezogen. Wenn es gerade nicht Netflix ist, dann sucht man halt nach Konzertkarten oder landet im ewigen Wikipedia-Kreislauf und erwischt sich dabei herauszufinden, dass Midgarth auch Linga Holm genannt wird und eine Insel im Norden des Vereinigten Königreichs ist. Das ist natürlich lebensnotwendiges Grundwissen und viel wichtiger als jedes berufliche Projekt – egal ob dieses schon morgen oder bereits gestern fertig sein sollte!

Spaßbefreite Metaprokrastination

Und dann muss man ja noch die Facebook-Pinnwand checken, den Posteingang aufräumen und ... schweift dieser Artikel gerade etwa ab? Ja. Genau darum geht es nämlich: Prokrastination. Man widmet sich Dingen, die gerade verlockender wirken und mehr Spaß machen als das, was man eigentlich tun sollte, und zwar so lange, bis die Luft brennt und man vor lauter Stress kaum mehr weiß, wie man die Aufgabe überhaupt noch bewältigen soll. Und dann macht man drei Tage später genau dasselbe bei der nächsten Aufgabe.

Das ist offensichtlich kein besonders kluges Verhalten. Trotzdem tun sich viele Menschen schwer damit, einen Ausweg aus diesem Teufelskreis zu finden. Mag es in akuten Anfällen von Unlust [1] reichen, eine kleine Pause zu machen, um motiviert zurück an die Arbeit zu gehen, sind die Gründe komplexer, wenn die Prokrastination zur Gewohnheit wird. Tipps wie „fang doch einfach an!“ sind hier genauso wenig angebracht, wie jemanden mit einem gebrochenen Bein aufzufordern, einfach mal eine Runde joggen zu gehen, damit er sich besser fühlt. Natürlich ist „einfach anfangen“ schlussendlich die Lösung des Problems; der Weg dahin ist aber komplizierter.

Der Affe im Kopf

Die Suche nach dem schnellen Spaßkick spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die ewige Aufschieberei geht, ist aber mitnichten alleine dafür verantwortlich. Tim Urban erklärt den spaßzentrierten Teil des Problems mit dem „Instant Gratification Monkey“ [2] und bietet damit ein schönes Bild dafür an, was passiert, wenn nichts passiert. Der Instant Gratification Monkey ist nämlich ein kleiner Affe, der gemeinsam mit der Stimme der Vernunft über unser Handeln bestimmt – wobei „gemeinsam“ relativ zu verstehen ist: Ist der Affe schlecht trainiert, reißt er die Kontrolle an sich und lässt uns ständig prokrastinieren. Und genau das ist das Problem. Wer ständig prokrastiniert, fü...

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