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Editorial

Angular: Alles bleibt anders


Liebe Leserinnen und Leser,

Angular gilt als die klassische Enterprise-Wahl unter den JavaScript Frameworks. Umfangreich, komplex und „mit alles und extra scharf“, wie man so schön sagt. Für quasi jeden Anwendungsfall bietet das Framework die richtige Option an, und das bereits seit Jahren. Was Angular selbst nicht abdeckt, erledigt das Ökosystem drum herum. Das führt allerdings auch zu einer gewissen Größe von Angular-Anwendungen. Auch für einfache Anwendungsfälle verbaut das Framework viele Möglichkeiten im Code, die gar nicht genutzt werden. Im Ergebnis wird Angular in manchen Teilen der Web-Tech-Welt als sperrig und zu groß für kleine Projekte empfunden. Vue.js basiert sogar in gewisser Weise auf dieser Meinung: Vue-Erfinder Evan You wollte die besten Ideen von Angular verfügbar machen, ohne gleich die Komplexität mit an Bord holen zu müssen. Herausgekommen ist ein schlankes Framework. Auch React verfolgt ein Konzept, das sich deutlich von der All-inclusive-Idee hinter Angular unterscheidet. Im Kern ist React nur eine UI Library, die durch das enorme Ökosystem für quasi jeden Verwendungszweck erweitert werden kann.

Trotz aller Stabilität und Verlässlichkeit, für die Angular als Enterprise Framework of Choice steht, hat es auch schon eine Zäsur durchlebt: Mit dem Abschied von AngularJS, also dem Wechsel von v1.x, auf Angular 2, wurde das Framework komplett überarbeitet und in Type­Script neu geschrieben. Das war der erste Erdrutsch in der Angular-Geschichte. Seitdem hat sich viel getan, immerhin erhält Angular gleich zwei Major-Releases im Jahr. Im Großen und Ganzen hat sich aber eine gewisse Routine eingestellt. Die Upgrades können mit Bordmitteln erfolgen; Angular hat sich in seinem Segment etabliert und die Nutzer wissen, was sie am Framework schätzen.

Mit Angular 9 könnte nun aber der zweite Erdrutsch der Angular-Geschichte bevorstehen. Ivy kommt! Ohne Breaking Changes, auf leisen Sohlen, wird damit eine der größten Neuerungen seit dem Wechsel zu TypeScript ausgeliefert, die ihr Potenzial aber noch gar nicht vollständig entfaltet. Ivy ist der neue Compiler, der ab Angular 9 standardmäßig aktiviert ist und das Grundkonzept des Kompilierens in Angular verändert. Mit Ivy ist eben nicht mehr alles inklusive, was Angular so mitbringt. Im finalen Projektcode landet nur noch, was wirklich verwendet wird. Daraus ergeben sich radikale Veränderungen in der Bundle-Größe von Angular und das Potenzial, noch mehr Änderungen am Framework vorzunehmen. Braucht Angu...

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