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Kolumne: A² – alles Agile

Kein Change-Zwang


Unternehmen, Konzerne, Teams und Individuen versuchen in einer immer komplexer erscheinenden Welt einen Weg zu finden, den ständigen Veränderungen gerecht zu werden. Agilität galt hierfür lange als Lösung und Allheilmittel, diesen Anforderungen zu begegnen. Scrum, als eine mögliche Implementierung davon, wurde und wird durch die Unternehmen getrieben. Es wird selten die Frage gestellt: Ist die Lösung Scrum richtig für uns, ist Agilität die Antwort auf unsere Fragen? Agilität wird allzu oft verordnet. Es wird versucht, Agile per PUSH ins Unternehmen zu drücken. Change-Projekte werden aufgesetzt, um die Transformation so zu planen, dass sie auch sicher gelingt – schön deterministisch.

Funktioniert diese Art des Change, der Transformation nicht, wird das mit dem Widerstand in der Belegschaft begründet. Diese sei einfach nicht willig, die Veränderungen mitzutragen. Bevor Derartiges angegangen wird, ist es aber wichtig, zu verstehen, wo das Unternehmen steht und wo es hinwill. Es ist wichtig zu begreifen, welche Arten von Strukturen es im Unternehmen gibt und wie diese zu bewerten und zu nutzen sind. Ist dies geschehen, gilt es, dem Einladungsprinzip Rechnung zu tragen, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Change funktioniert.

Wo steht das Unternehmen und wo will es hin?

Zur Bewertung der aktuellen Situation und als Anregung, wie eine Transformation durchlaufen werden könnte, gibt das Agile-Fluency-Modell [1] entsprechende Impulse. Während einer agilen Transformation durchlaufen Teams zumeist vier verschiedene Zonen im Agile-Fluency-Modell. Mit jeder Zone verbinden sich verschiedene Vorteile, die in dieser erreicht werden können. Sind die Vorteile für ein Team nicht relevant, ist es legitim, diese Zone nicht zu durchlaufen. Aus diesem Grund sieht sich Agile Fluency nicht als Reifegradmodell, da nicht das Ziel besteht, alle Zonen zu durchlaufen oder die Zonen nacheinander zu erreichen. Die vier Zonen im Agile-Fluency-Modell (Abb. 1) lauten wie folgt:

  1. Focus on Value

  2. Deliver Value

  3. Optimize Value

  4. Optimize for Systems

schroeder_agile_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Agile Fluency

Die einzelnen Zonen bestehen aus einer Reihe von agilen Fähigkeiten (Proficiency). Hierbei definiert Agile Fluency agile Fähigkeit als ein beobachtbares Teamverhalten. Das Modell hebt besonders hervor, dass es von Bedeutung ist, dass diese Fähigkeit unter allen Rahmenbedingungen beobachtbar ist, besonders unter Stress. Eine Fähigkeit, die nur in einer geschützten Umgebung beobachtet werden kann, ist nicht als fluent zu ...

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