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Das Internet der zwei Geschwindigkeiten

Zwischen den Stühlen


HTML5 und CSS3 sind recht schnell zu alltäglichen Techniken vieler Frontend-Entwickler geworden. Doch leider gibt es noch viele Nutzer alter IE, die die neuen Techniken nicht unterstützen. So sind wir in einer Zwickmühle.

Wir können mittlerweile Seiten mit modernem, effektivem Code erstellen, der gut wartbar ist und relativ schlank daherkommt. Wir können mit CSS3 Designdetails erstellen, für die wir früher Bilder oder JavaScript benötigten. Doch wenn wir moderne Techniken nutzen, schließen wir 25 bis 30 Prozent der Nutzer aus, denn diese nutzen einen alten Internet Explorer. Microsoft hatte sich selbst von der Zukunft abgehängt, indem es den IE6 als technischen Endpunkt definierte. Für die Großkunden des Softwaregiganten war damit das Ende der technischen Entwicklung erreicht. Applikationen in diversen Intranets konnten so quasi gefahrlos auf den IE6 zugeschnitten werden. Wir Webentwickler wiederum konzentrierten unsere Kreativität jahrelang darauf, die Unzulänglichkeiten des IE6 durch Tricks und Kniffe auszugleichen. Denn wir wollten uns nicht mit den eingeschränkten Fähigkeiten des IE zufriedengeben. Schließlich sahen wir in den Standards, wie schön effektiv und schnell wir so manches Layout umsetzen könnten – müssten wir keine Rücksicht auf den Platzhirsch aus Redmond nehmen.

Die Konkurrenz

Die Tatenlosigkeit von Microsoft ließ anderen Browserherstellern (MOW) [1] umso mehr Raum, ihre eigenen Produkte zu entwickeln und voranzutreiben. Anfangs waren die Mozilla-Browser das Maß aller Dinge. Dann kam eine kurze Zeit, in der Apple mit Safari (vor allem auf iOS-Geräten) die technische Speerspitze war. Auch Opera trumpfte kurz auf. Aktuell ist Google mit seinem Chrome-Projekt die treibende Kraft. Doch Mozilla wird glücklicherweise immer aktiver und innovativer und lässt Google nicht allein davonziehen. Apples anfänglicher Elan scheint hingegen leider verpufft. Die Microsoft-Konkurrenz ist mittlerweile treibender Faktor in der Modernisierung des Internets. Bis zum Erscheinen des IE6 war hingegen Microsoft der innovativste Browserhersteller.

Es gibt glücklicherweise einen großen, grundlegenden Unterschied zwischen dem heutigen und dem früheren Browserwettstreit: Früher kämpfte jeder für sich und mit proprietären Erweiterungen. Dem direkten Verdrängungskampf des ersten Browserkriegs ist ein eher sportlicher Wettstreit um gemeinsame Ziele gewichen. Das bringt uns allen was.

Rächer: Sammeln!

Im Jahr 2004 gründeten Mozilla, Opera und Apple die WHATWG [2]. Beweggr...

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