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Mathematische Probleme durch Simulation lösen

Willkommen in Monte Carlo


Im Leben eines Entwicklers gibt es immer wieder Aufgaben, die nur durch Automation effektiv zu bewältigen sind. So ist ein Versionsverwaltungssystem nicht nur bei der Fehlersuche von eminentester Bedeutung: Es hilft auch bereitwillig dabei, Code zwischen Notebook und Workstation zu synchronisieren. Wer Fehler und Funktionswünsche in einer dafür dedizierten Datenbank speichert, findet zusammengehörende Tupel leichter als beim Verwenden einer papiergebundenen Kartei.

Größere Firmen setzen in diesem Fall gern auf einen zentralen, von einem Dritten angemieteten Server. Für kleinere Entwickler ist dies oft zu teuer. Zudem geben paranoide Naturen (wie der Autor) ihren Quellcode nur höchst ungern in fremde Hand. Der Betrieb einer ausrangierten Workstation scheitert an energetischen und geräuschtechnischen Problemstellungen: Ein permanent dröhnender P4 geht selbst robusten Naturen über kurz oder lang auf die Nerven. Zu guter Letzt darf der durch das Betreiben eines Servers einsetzende Lerneffekt nicht unterschätzt werden. Beim Unternehmen des Autors ist jeder Mitarbeiter für einen Raspberry Pi zuständig, der vom TouchCalc-Cluster aus mit Anfragen versorgt wird. Die dadurch „erzwungenermaßen“ einsetzende Beschäftigung mit Unix und Netzwerkprotokollen sorgt für unersetzbar wertvolle praktische Erfahrung.

Enter the Pi

In den ersten Prototypen des Raspberry Pi arbeiteten AVR-Prozessoren, die aufgrund ihrer einfachen internen Architektur für Assemblerprogrammierung und Mikroelektronik ideal geeignet sind. Linux und Co sind auf diesen Prozessoren nicht lauffähig. Nokia arbeitete zur damaligen Zeit an einem neuen Handybetriebssystem namens Meltemi. Es sollte auf einem bestimmten Prozessor aus dem Hause Broadcom arbeiten. Da die Fertigstellung echter Hardware auf sich warten ließ, plante man das Anbieten einer Testplatine für Entwickler. Es ist bis heute nicht geklärt, wie es zur Zusammenarbeit zwischen der Raspberry Foundation und den Finnen kam. Klar ist nur, dass das Endresultat von den Spezifikationen her sehr nahe an den damals geplanten Smartphones war.

Der als Prozessor verbaute SoC von Broadcom arbeitet mit einem Nominaltakt von 700 MHz. Aufgrund der sehr primitiven Architektur des Prozessors ist Ubuntu nicht lauffähig; andere Unix-Distributionen wie Debian funktionieren ohne Probleme. Der Arbeitsspeicherausbau beträgt je nach Serie 256 oder 512 MB: Die neueren Versionen mit 512 MB sind im Handel meist um einige Cents billiger. Für den Servereinsatz eignet sich ...

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