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Entwickler Magazin
Teil 7: Charakteranimationen in blockbasierten Landschaften

Lebendige Blöcke

Obwohl die von uns geschaffenen blockbasierten Landschaften mittlerweile recht schön anzusehen sind, wirken sie dennoch wie ausgestorben. Es gibt weder Tiere, noch Monster oder gar Menschen. Mit dem heutigen Artikel wird sich das jedoch ändern. In diesem Zusammenhang werden wir uns auf den nachfolgenden Seiten mit den Grundlagen der Charakteranimation auseinandersetzen und zeigen, wie sich eine Vielzahl von animierten 3-D-Modellen so effizient wie möglich darstellen lässt.

Alexander Rudolph


Kennen Sie Steve? Oder vielleicht Alex? Nein? Nun gut, wenn Sie kein Minecraft-Jünger sind, dann sei Ihnen verziehen. Wer von Ihnen sich hingegen regelmäßig in den endlosen Minecraft-Gefilden herumtreibt, wird die Antwort zweifelsohne kennen: Wir alle sind Steve! Gemeint ist unser virtuelles Abbild in der Spielewelt (der Standardspieleravatar), durch den wir mit der blockbasierten Umgebung interagieren können. Die weiblichen Spieler müssen sich wohl oder übel mit dem etwas weniger männlich wirkenden zweiten Avatar namens Alex begnügen. Fragen Sie mich nicht, wieso es kein rein weibliches Abbild gibt. Vielleicht handelt es sich um eine Nachlässigkeit, vielleicht ist es aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Charakter-3-D-Modelle (Spielfiguren) aufgrund ihres einfachen Aufbaus auch gar nicht wirklich weiblich aussehen können – sofern man einmal von den verwendeten Texturen absieht. In ihrer einfachsten Form setzen sich menschliche Charaktermodelle (hierzu zählen selbstverständlich auch menschenähnliche Monster) aus sechs quaderförmigen Modellteilen zusammen (Kopf, Torso, zwei Arme und zwei Beine), deren Animation ausschließlich über die Schulter- und Hüftgelenke sowie über das Genick erfolgt. Tiere wie Kühe, Schweine oder Schafe bestehen aus der gleichen Anzahl von rechtwinkligen Blöcken (Kopf, Rumpf, vier Beine) wohingegen man beim Federvieh mit vier Modellteilen (am Boden: Kopf, Rumpf, zwei Beine; bzw. während der Flugphase: Kopf, Rumpf, zwei Flügel) auskommt.

Auch wenn sich im Vergleich zu den ersten Minecraft-Programmversionen die Qualität der einzelnen Animationen dank zusätzlicher Knie- und Ellenbogengelenke sowie einer beweglichen Wirbelsäule mittlerweile deutlich verbessert hat, sucht man bewegliche Hände oder Füße immer noch vergebens. In Anbetracht dieser Tatsache könnte man jetzt auf den Gedanken kommen, dass die Charakteranimationen in Minecraft nur eine untergeordnete Rolle spielen würden. Eine Stippvisite auf YouTube offenbart uns jedoch ein gänzlich anderes Bild. Durch die Vielzahl der dort eingestellten Animationsfilme wird das oft zitierte Minecraft-Credo wieder einmal mehr als deutlich: Begrenzte Handlungsmöglichkeiten fördern die Kreativität und ermuntern zum Herumspielen und Experimentieren.

Niemand erwartet lebensecht wirkende Bewegungen bei Spielfiguren, die lediglich aus quaderförmigen Modellteilen bestehen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die gezeigten Animationssequenzen nicht unterhaltsam oder unschön anzusehen wären. Au...

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Teil 7: Charakteranimationen in blockbasierten Landschaften

Lebendige Blöcke

Obwohl die von uns geschaffenen blockbasierten Landschaften mittlerweile recht schön anzusehen sind, wirken sie dennoch wie ausgestorben. Es gibt weder Tiere, noch Monster oder gar Menschen. Mit dem heutigen Artikel wird sich das jedoch ändern. In diesem Zusammenhang werden wir uns auf den nachfolgenden Seiten mit den Grundlagen der Charakteranimation auseinandersetzen und zeigen, wie sich eine Vielzahl von animierten 3-D-Modellen so effizient wie möglich darstellen lässt.

Alexander Rudolph


Kennen Sie Steve? Oder vielleicht Alex? Nein? Nun gut, wenn Sie kein Minecraft-Jünger sind, dann sei Ihnen verziehen. Wer von Ihnen sich hingegen regelmäßig in den endlosen Minecraft-Gefilden herumtreibt, wird die Antwort zweifelsohne kennen: Wir alle sind Steve! Gemeint ist unser virtuelles Abbild in der Spielewelt (der Standardspieleravatar), durch den wir mit der blockbasierten Umgebung interagieren können. Die weiblichen Spieler müssen sich wohl oder übel mit dem etwas weniger männlich wirkenden zweiten Avatar namens Alex begnügen. Fragen Sie mich nicht, wieso es kein rein weibliches Abbild gibt. Vielleicht handelt es sich um eine Nachlässigkeit, vielleicht ist es aber auch der Tatsache geschuldet, dass die Charakter-3-D-Modelle (Spielfiguren) aufgrund ihres einfachen Aufbaus auch gar nicht wirklich weiblich aussehen können – sofern man einmal von den verwendeten Texturen absieht. In ihrer einfachsten Form setzen sich menschliche Charaktermodelle (hierzu zählen selbstverständlich auch menschenähnliche Monster) aus sechs quaderförmigen Modellteilen zusammen (Kopf, Torso, zwei Arme und zwei Beine), deren Animation ausschließlich über die Schulter- und Hüftgelenke sowie über das Genick erfolgt. Tiere wie Kühe, Schweine oder Schafe bestehen aus der gleichen Anzahl von rechtwinkligen Blöcken (Kopf, Rumpf, vier Beine) wohingegen man beim Federvieh mit vier Modellteilen (am Boden: Kopf, Rumpf, zwei Beine; bzw. während der Flugphase: Kopf, Rumpf, zwei Flügel) auskommt.

Auch wenn sich im Vergleich zu den ersten Minecraft-Programmversionen die Qualität der einzelnen Animationen dank zusätzlicher Knie- und Ellenbogengelenke sowie einer beweglichen Wirbelsäule mittlerweile deutlich verbessert hat, sucht man bewegliche Hände oder Füße immer noch vergebens. In Anbetracht dieser Tatsache könnte man jetzt auf den Gedanken kommen, dass die Charakteranimationen in Minecraft nur eine untergeordnete Rolle spielen würden. Eine Stippvisite auf YouTube offenbart uns jedoch ein gänzlich anderes Bild. Durch die Vielzahl der dort eingestellten Animationsfilme wird das oft zitierte Minecraft-Credo wieder einmal mehr als deutlich: Begrenzte Handlungsmöglichkeiten fördern die Kreativität und ermuntern zum Herumspielen und Experimentieren.

Niemand erwartet lebensecht wirkende Bewegungen bei Spielfiguren, die lediglich aus quaderförmigen Modellteilen bestehen. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die gezeigten Animationssequenzen nicht unterhaltsam oder unschön anzusehen wären. Au...

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