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Entwickler Magazin
Agilität ist in Großunternehmen angekommen

Der Widerspenstigen Zähmung

Die Vorgehensweise, Software zu entwickeln, zu betreiben und zu nutzen, verändert sich in den Betrieben grundlegend. Ideen, die noch vor wenigen Jahren Start-ups vorbehalten waren, halten mittlerweile Einzug in etablierte Großunternehmen. Um Software immer schneller produzieren zu können, müssen nicht nur die Organisation eines Betriebs, sondern auch die Systeme verändert werden.

Volker Gruhn


Ist Schnelligkeit inzwischen das oberste Gebot für IT-Abteilungen? Oder ist Planungssicherheit weiterhin unverzichtbar, wenn Unternehmen neue Software entwickeln wollen? Sollen Entwickler den Funktionsumfang Schritt für Schritt während des Projekts erarbeiten, damit sie exakt passende Lösungen programmieren? Oder sollen sie genauen Spezifikationen folgen, damit alle Beteiligten von Anfang an wissen, was am Ende herauskommt? Der Blick auf agile und klassische Methoden der Softwareentwicklung offenbart viel Schwarz-Weiß-Denken in Unternehmen. Dabei liegt die Wahrheit auch in diesem Fall in der Mitte. Denn mit planorientierten Modellen, die auf der Annahme basieren, dass Spezifikationen weitgehend vollständig sind und die Projektverantwortlichen späte Anforderungen vermeiden sollten, werden Unternehmen kaum den schnellen Innovationstakt mitgehen können, den Start-ups mit ihren Angeboten inzwischen vorgeben. Auf der anderen Seite steht die agile Lehre in Reinkultur, der zumindest der Ruf vorauseilt, auf viele Projektstandards, wie eine saubere Dokumentation, gleich ganz verzichten zu wollen. Sie wird die Anforderungen des Managements an Liefertermin, Minimalfunktionalitäten oder Budgetplanungen nicht hundertprozentig erfüllen können.

Es gilt, die Vorteile der agilen Softwareentwicklung mit planerischer Sicherheit zu kombinieren. Unternehmen müssen Agilität zähmen, dann entfaltet sie ihre volle Wirkung. Den Entscheidern in Unternehmen steht dafür eine ganze Reihe von Instrumenten und Konzepten zur Verfügung. Die wichtigsten davon werden hier vorgestellt. Will das Management Agilität in den eigenen Reihen etablieren, kann es daraus die passenden Maßnahmen auswählen.

Das rechte Maß der Agilität

Wie das richtige Verhältnis von Planung und Flexibilität aussieht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Selbst bei vergleichbaren Unternehmen – ähnliche Branche, ähnliche Anwendungslandschaften, ähnliche Vertriebswege, ähnliche Produkte – kann dieser Punkt auf unterschiedlichen Stellen der Skala liegen. Entscheidend ist die persönliche Einstellung wichtiger Projektbeteiligter zu dem Thema: Je agil-affiner sie sind, desto größer der agile Anteil in der Projektarbeit. Indikatoren sind auch die Größe des Projekts, seine Bedeutung, die Dynamik des Umfelds, die Unternehmenskultur und das Branchen-Know-how der Entwicklungsmannschaft.

Zunehmende Größe (von Projekt und Organisation), hoher Bedeutungsgrad der Anwendung und Klarheit der Anforderungen verschieben das optimale Verhäl...

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Agilität ist in Großunternehmen angekommen

Der Widerspenstigen Zähmung

Die Vorgehensweise, Software zu entwickeln, zu betreiben und zu nutzen, verändert sich in den Betrieben grundlegend. Ideen, die noch vor wenigen Jahren Start-ups vorbehalten waren, halten mittlerweile Einzug in etablierte Großunternehmen. Um Software immer schneller produzieren zu können, müssen nicht nur die Organisation eines Betriebs, sondern auch die Systeme verändert werden.

Volker Gruhn


Ist Schnelligkeit inzwischen das oberste Gebot für IT-Abteilungen? Oder ist Planungssicherheit weiterhin unverzichtbar, wenn Unternehmen neue Software entwickeln wollen? Sollen Entwickler den Funktionsumfang Schritt für Schritt während des Projekts erarbeiten, damit sie exakt passende Lösungen programmieren? Oder sollen sie genauen Spezifikationen folgen, damit alle Beteiligten von Anfang an wissen, was am Ende herauskommt? Der Blick auf agile und klassische Methoden der Softwareentwicklung offenbart viel Schwarz-Weiß-Denken in Unternehmen. Dabei liegt die Wahrheit auch in diesem Fall in der Mitte. Denn mit planorientierten Modellen, die auf der Annahme basieren, dass Spezifikationen weitgehend vollständig sind und die Projektverantwortlichen späte Anforderungen vermeiden sollten, werden Unternehmen kaum den schnellen Innovationstakt mitgehen können, den Start-ups mit ihren Angeboten inzwischen vorgeben. Auf der anderen Seite steht die agile Lehre in Reinkultur, der zumindest der Ruf vorauseilt, auf viele Projektstandards, wie eine saubere Dokumentation, gleich ganz verzichten zu wollen. Sie wird die Anforderungen des Managements an Liefertermin, Minimalfunktionalitäten oder Budgetplanungen nicht hundertprozentig erfüllen können.

Es gilt, die Vorteile der agilen Softwareentwicklung mit planerischer Sicherheit zu kombinieren. Unternehmen müssen Agilität zähmen, dann entfaltet sie ihre volle Wirkung. Den Entscheidern in Unternehmen steht dafür eine ganze Reihe von Instrumenten und Konzepten zur Verfügung. Die wichtigsten davon werden hier vorgestellt. Will das Management Agilität in den eigenen Reihen etablieren, kann es daraus die passenden Maßnahmen auswählen.

Das rechte Maß der Agilität

Wie das richtige Verhältnis von Planung und Flexibilität aussieht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Selbst bei vergleichbaren Unternehmen – ähnliche Branche, ähnliche Anwendungslandschaften, ähnliche Vertriebswege, ähnliche Produkte – kann dieser Punkt auf unterschiedlichen Stellen der Skala liegen. Entscheidend ist die persönliche Einstellung wichtiger Projektbeteiligter zu dem Thema: Je agil-affiner sie sind, desto größer der agile Anteil in der Projektarbeit. Indikatoren sind auch die Größe des Projekts, seine Bedeutung, die Dynamik des Umfelds, die Unternehmenskultur und das Branchen-Know-how der Entwicklungsmannschaft.

Zunehmende Größe (von Projekt und Organisation), hoher Bedeutungsgrad der Anwendung und Klarheit der Anforderungen verschieben das optimale Verhäl...

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