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Vaughn Vernon über DDD, Microservices und reaktive Programmierung

„Ich wollte nicht nur das Was, sondern auch das Wie zeigen“


Die Geburtsstunde des Domain-driven Design liegt im Jahr 2003. Eric Evans Buch „Domain-Driven Design: Tackling Complexity in the Heart of Software“ war ein Meilenstein und wird heute noch vielfach rezipiert. Entscheidend zur Verbreitung von DDD hat zudem Vaughn Vernons Werk „Implementing Domain-Driven Design“ beigetragen. Wir haben uns mit Vaughn über die Motivation und Kernideen hinter DDD sowie ihr Verhältnis zu Microservices und reaktiven Architekturen unterhalten.

Entwickler Magazin: Das Konzept des Domain-driven Design wurde Anfang der 2000er geprägt. Wenn du dich ein wenig in diese frühe Periode zurückversetzt: Welche Probleme hatte die Softwareentwicklung damals, die dann von der DDD-Bewegung angegangen wurden?

Vaughn Vernon: Ich habe es so wahrgenommen: Zu jener Zeit war die Softwareentwicklung in eine Art Abwärtsspirale geraten. Grund dafür war die Verbreitung einiger meiner Meinung nach äußerst schlechter Spezifikations- und Designentscheidungen durch gewisse Branchenführer. So hatte die damals gerade veröffentlichte J2EE-Spezifikation (jetzt Java EE bzw. Jakarta EE) verheerende Auswirkungen auf das Java-Ökosystem. Die J2EE-Spezifikation förderte die Verwendung von Komponententypen wie EJB Entity Beans, auf deren Konto viele gescheiterte Projekte gingen. Ich glaube nicht, dass die Spezifikationsteams damals ahnten, welche Probleme sie durch ihre Arbeit verursachen würden. Vielleicht wurden ihre Absichten einfach nicht richtig kommuniziert und durch klare Leitmuster unterstützt. Es dauerte jedenfalls Jahre, bis eine angemessene Dokumentation die Runde machte.

Diese Ära war auch für die Industrie eine Herausforderung, da sich der Dotcomboom schnell ausbreitete und viele Start-ups und Teams nicht wussten, welche Technologien sie verwenden sollten. Das Internet war populär geworden und darum herum bildete sich die Dotcomblase.

Auch die Anbieter von Tools wurden von diesem Boom erfasst und versuchten, den finanziellen Aufwärtstrend der Branche mitzugehen. Unter diesen Umständen hatte die große Anzahl von Marktimpulsen, die rein von Profitgier getrieben waren, eine destabilisierende Wirkung. Es wurde schwierig, einen spannenden Job zu finden, wenn im Lebenslauf nicht Buzzwords wie J2EE oder EJB zu finden waren. Und doch war es der breite (Fehl-)Einsatz von Dingen wie J2EE und EJB, der so viel Misserfolg verursachte.

Dazu kam die riesige Informationsflut an schlechten Programmierbeispielen aus Quellen, die vor allem am Geschäftemachen interessiert wa...

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