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Technologietrends 2020 und 2021

Aus dem Entwickler-Nähkästchen


Welche Technologien haben 2020 an Bedeutung gewonnen, was wird 2021 besonders wichtig werden? Auch in diesem Jahr haben wir unsere Autoren zu diesen Themen befragt. Hier sind die Antworten aus den Bereichen .NET, JavaScript und Java.

Entwickler Magazin: Welche technologische Entwicklung im Jahr 2020 ist bei dir persönlich am meisten hängen geblieben?

Sandra Parsick: Am meisten hängen geblieben ist die Bewegung in der Containerwelt. Gefühlt waren hier jeden Tag ein neues Tool, neue Vorgehensweisen etc. zu lernen. Das erinnert mich ein wenig an die Bewegung vor zehn Jahren in der JavaScript-Welt.

Michael Vitz: Wie vermutlich bei vielen anderen auch hat sich dieses Jahr durch die Pandemie vor allem in Bezug auf das Thema Remotearbeit einiges bei mir geändert. Neben organisatorischen Themen hat sich hier auch technisch eine Menge getan. Plötzlich ist es für mich möglich, unseren Kunden per Chat und Video/Audio von zu Hause aus zu helfen, ohne längere Reisen. Abseits davon hat sich an der Technik, die ich in Projekten einsetze, dieses Jahr nichts Revolutionäres getan. Java funktioniert nach wie vor, hatte aber kein Major-Release, das wir einsetzen und auch im Spring-Umfeld gab es kein aufregendes neues Release dieses Jahr.

Holger Schwichtenberg: Die erste Version von Blazor WebAssembly, die im Mai 2020 erschienen ist! Sie ist sicherlich noch nicht perfekt, aber es ist der Anfang einer Revolution der Browserprogrammierung. .NET-Entwickler müssen nicht mehr JavaScript oder TypeScript lernen und bestehende Codebasen auf eine andere Programmiersprache umschreiben, um echte Single Page Web Applications bzw. Progressive Web Apps zu programmieren.

Daniel Mies: Im Frontend sind in diesem Jahr zwei Frameworks besonders aufgefallen: zunächst Vue.js, das mit der Version 3.0 nochmal einen großen Sprung und vor allem mit TypeScript-Support und Composition API auf sich aufmerksam gemacht hat. Etwas kleiner, aber dafür umso spannender war das Thema Svelte, das auf einen eigenen Compiler setzt und damit sehr performante und kleine Anwendungen ermöglicht. Das Thema JAMStack ist ebenfalls nochmal aufgekocht und zeigt wahrscheinlich, wie wir in den nächsten Jahren Webseiten und Anwendungen bauen können.

Sebastian Springer: Der Satz, der bei mir 2020 hängen geblieben ist und der für mich auch so ein bisschen 2020 zusammenfasst: „No new Features“. Das war die Releasezusammenfassung von React 17. Wir befinden uns im Moment an einem Punkt, an dem unsere Tools einen Grad der Komplexität erreicht haben, an dem sich die Maintainer echt schwertun, größere Änderungen zu integrieren. Und das betrifft nicht nur React mit seinem Concurrent Mode, auch Angular hat sich mit Ivy schwergetan. Aber auch Vue mit seiner Version 3 ist da keine Ausnahme. Das ist jetzt aber weniger ein Vorwurf in Richtung der Maintainer, sondern eher ein Aufruf an uns alle, dass wir unsere Erwartungshaltung an die (Open-Source-)Werkzeuge, die wir tagtäglich nutzen, neu justieren sollten. Ansonsten war 2020 für mich eher eine Evolution als eine Revolution. Es gab mehr Bibliotheken und Werkzeuge, die die Entwicklung vereinfachen. Eine nette Abwechslung war hier vielleicht noch Svelte, wobei das Framework auch nicht wirklich neu ist, allerdings einen interessanten und leichtgewichtigen Ansatz verfolgt.

EM: Dein Blick voraus: Welcher Trend wird aus deiner Sicht im Jahr 2021 besonders relevant werden?

Michael Hofmann: Ich glaube weiterhin daran, dass sich die Service-Mesh-Technologie weiter in der Cloud etablieren wird. Fast alle Cloud-Provider bieten ein Service-Mesh-Tool als managed Service an oder ermöglichen die eigenhändige Installation eines eigenen Mesh-Werkzeugs. Darüber hinaus sehe ich die Integration von Cloud-native API-Gateways mit der Service-Mesh-Technologie weiter fortschreiten.

Sebastian Springer: Das Wetten auf JavaScript-Trends fühlt sich für mich etwas nach Glücksspiel an: Gewinnchance 1:100 000. Ihr wisst ja: Es gibt Milchprodukte, die länger halten als so manche JavaScript-Bibliothek. Dieser Satz, den ich zum ersten Mal in einem Vortrag von Manfred Steyer gehört habe, fasst die JavaScript-Welt recht gut für mich zusammen. Aber zurück zu den Trends: Ich sehe für mich zwei relevante Baustellen: Wie schaffen wir es, möglichst wenig Code, und dabei möglichst nur relevanten Code, zum Client zu übertragen und dabei gleichzeitig die maximale Performance und Usability rauszuholen? Hier hat sich mit Server-side Rendering, Lazy Loading und sehr viel Toolunterstützung in letzter Zeit viel getan. Die zweite Baustelle: unabhängige Komponenten, also im weitesten Sinne Web Components, und mit ihnen die Möglichkeit, Microfrontends zu bauen. Dafür müssen wir jedoch noch einige Probleme lösen, wie beispielsweise den Footprint der Frameworks und Bibliotheken. Und auch hier kommt wieder Baustelle Nummer 1 zum Tragen: Ich möchte nur relevanten Code ausliefern müssen. In einer kleinen perfekten Welt können in einer solchen Microfrontend-Architektur Komponenten aus Angular, Vue und React friedlich mit nativen Web Components parallel zueinander existieren.

Holger Schwichtenberg: Ich freue mich auf „One .NET“, die Zusammenführung von Mono/Xamarin mit .NET, die „wegen der Pandemie“ verschoben wurde und nun im November 2021 erscheinen soll.

EM: Dein guter Vorsatz: Womit möchtest du dich im Jahr 2021 genauer auseinandersetzen?

Christian Kaltepoth: Für mich stand, wie vermutlich für viele, das Jahr 2020 ganz im Zeichen der Coronapandemie. Im Vergleich zu vielen anderen Branchen ist die IT-Industrie hier deutlic...

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