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Kolumne: A² – alles Agile

Open Space Agility


Einladungen und kein Zwang sind der Schlüssel zu Vorhaben, die langfristig und nachhaltig gelingen können. Oft lässt sich jedoch genau das Gegenteil beobachten: In tayloristischen Unternehmensstrukturen wird in vielen Fällen weiterhin in sämtlichen Belangen Top-down entschieden. Auch Transformationen und die Wege durch diese werden so bestimmt. Beobachtungen legen nahe, dass diese Art, eine Transformation anzugehen, nicht funktioniert. Das hat mehrere Gründe. Ein wichtiger Punkt ist, auch in Erinnerung an das Cynefin Framework [1], dass eine Transformation in einem komplexen Umfeld stattfindet. Komplex bedeutet, dass nicht wie im Simple-Umfeld auf Best Practices zurückgegriffen werden kann, sondern der Weg mittels Inspect and Adapt beschritten werden muss, um für den aktuellen Kontext die richtigen Maßnahmen zu identifizieren. Sich das wieder ins Gedächtnis zu rufen, ist besonders wichtig. Eine Transformation kann nicht eingekauft werden, indem sich eine Methode ausgesucht wird, hierfür Berater engagiert werden, die diese Methode (z. B. ein agiles Framework) dann im Unternehmen implementieren. Der Wunsch nach Sicherheit, wenn auch nur einer trügerischen, lässt viele Unternehmen nach vermeintlichen Best-Practices-Ansätzen greifen, die schon in anderen Unternehmen funktioniert haben oder zumindest den Anschein hierfür wiedergeben. Komplex bedeutet, die für jedes Unternehmen richtige Methode muss auch im Unternehmen durch alle oder viele erarbeitet werden. Und dieses Erarbeitete funktioniert dann am besten, wenn es auf Freiwilligkeit beruht. Durch diese Herangehensweise kann jeder im Unternehmen selbst bestimmen, was er probieren möchte, um die Transformation erfolgreich zu gestalten. Dafür braucht es aber natürlich einen Rahmen, ansonsten wird aus Inspect and Adapt schnell ein unkoordiniertes Herumprobieren ohne Vorbereitung und Reflexion.

Überblick

Der Open-Space-Agility-Ansatz (OSA) [2] beschreibt diese Möglichkeit der gemeinsamen Transformation (Abb. 1). Eine Transformation besteht bei OSA aus drei Phasen: der Vorbereitungsphase, der Durchführungsphase und der Abschlussphase. In der Vorbereitungsphase, die 60 Tage dauert, findet unter anderem die Versendung der Einladung an die Teilnehmer statt. Die Einladung (zum ersten Open-Space-Tag, OST-1) dient dazu, einem möglichst großen Kreis von Personen im Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Transformation mitzugestalten. Das ist freiwillig. Um all jenen, die mitgestalten wollen, genug Zeit zu geben, empf...

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