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Wie die virtuelle Währung das Netz in Atem hält

Der Bitcoin-Rausch


Manch ein Hobbykeller verwandelt sich dieser Tage in eine Art Goldgräberclaim. Das Schürfen von Bitcoins scheint gerade das 3-D-Drucken in der Gunst der Nerds abzulösen. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Blicken wir zunächst zurück auf die Entstehung der Zahlungsmittel. Währungen wie der Euro oder der Dollar haben zumindest historisch gesehen eine Bindung an ein bestimmtes Land oder eine Region. Der Wechselkurs entsteht anhand des Prinzips von Angebot und Nachfrage auf den internationalen Devisenmärkten. Geht es einem Land gut, werden viele ausländische Investoren hier ihr Geld anlegen, der Kurs steigt entsprechend an. Länder mit wirtschaftlichen Problemen werden abgestraft, der Rückgang der Wirtschaft treibt auch den Wechselkurs in den Keller.

Viele Staaten nutzen so genannte geldmarktpolitische Instrumentarien; letztlich wird damit der Kurs einer Währung manipuliert. Im eigenen Währungsraum kann die Geldmenge mit der Festlegung des Leitzins beeinflusst werden. Nach außen werden Staatsanleihen zur Steuerung des Wechselkurses genutzt.

Da wir uns mittlerweile in einer globalen Wirtschaft befinden, können nun die eigentlich zur Stabilisierung gedachten Instrumentarien zum Gegenteil genutzt werden. So sind viele Staaten darauf bedacht, dass sich die Wechselkurse zum eigenen Vorteil entwickeln. So ist es etwa für China gut, wenn der Yuan eher schwach im Vergleich zum Dollar steht. Die chinesischen Exporte in die USA werden damit begünstigt. So wie China durch das Horten von amerikanischen Staatsanleihen den Wechselkurs von Yuan nach Dollar beeinflusst, finden sich ähnliche Bespiele auch in allen anderen Bereichen.

Betrachten wir nur die innenpolitischen Auswirkungen einer niedrigen Leitzinspolitik, sind diese sicherlich sogar positiv. Niedrige Leitzinsen sollten zu niedrig verzinsten Verbraucher- und Unternehmenskrediten führen. Damit erhöht sich die Nachfrage im eigenen Land und die Wirtschaft sollte durchstarten können. Problematisch kann das System werden, wenn der Markt eigentlich gar kein lokaler Markt mehr ist, sondern faktisch ein globaler. Da investiert eine deutsche Bank in die lokalen Märkte der USA. Durch die hohe internationale Verflechtung können sich so kleinste Unregelmäßigkeiten zu einer globalen Krise ausweiten. Die Abhängigkeit des Geldmarkts von zentralen Stellen und die vielen kaum zu durchschauenden Manipulationen waren auch ein Grund für die Suche nach alternativen Währungen.

Blicken wir weiter zurück in der Menschheitsgeschichte, dann sehen wir nach der reinen Selbstversorgung zunächst den Übergang zum Warentausch. Auch hier haben sich dann schnell Wechselkurse etabliert. Vielleicht Kurse wie der Möhren-Kartoffel-Sack-Kurs, bei dem im gleichen Mengenverhältnis getauscht wird. Daneben entstanden dann aber auch Kurse, die die Veredelung eines Produkts inkludierten. In das Verhältnis Brot zu Mehl wird dann auch die Arbeitsleistung für die Herstellung mit eingeflossen sein.

Im Laufe der Zeit erschien es zunehmend unpraktisch, Möhren und Weizen in den Supermarkt zu schleppen und wieder hinaus. Alle entwickelten Kulturen nutzten hier dann eine Form eines Zahlungsmittels. Wobei das Zahlungsmittel als Versprechen genutzt wird, der Tauschhandel wird mit einem Ersatz abgegolten. Im Deutschen entsteht im Zusammenhang mit der Vergeltung dann der Begriff des Gelds.

Aber was ist Geld eigentlich?

Nun zunächst kennen wir alle die Urform des Zahlungsmittels in Form einer Goldmünze. Später wurden diese Münzen durch nicht edle Metalle oder auch Geldscheine abgelöst. Wobei hier zunächst galt, dass ein Staat weiterhin das Äquivalent des Papier- oder Blechgelds in Gold aufzubewahren habe. Mittlerweile sieht man dies nicht mehr so eng und weltweit liegt diese Deckung weit unter zehn Prozent der Devisen. Die Deckungsrate in den wichtigsten Industriestaaten liegt allerdings noch bei 60 bis 75 Prozent. Wobei hier immer mit Devisen das ausgegebene Bargeld definiert wird. Früher war damit dann auch die Geldmenge begrenzt, heute muss allerdings zum Bargeld noch das so genannte Buchgeld addiert werden. Das Buchgeld ist faktisch die zusätzliche Geldmenge, die sich durch elektronische Überweisungen auf den Konten der Banken befindet. Im Ursprung ja eingezahltes Bargeld, welches aber nun durch z. B. Zinserträge oder Kreditlinien den Ursprungsbetrag übersteigt. Aktuell wird der Anteil von Buchgeld an der Gesamtgeldmenge auf etwa 80 Prozent geschätzt.

Geldscheine und insbesondere Münzen, die ja ohne Seriennummern geprägt sind, besitzen faktisch eine hohe Anonymität. Für Buchgeld gilt dies nicht. Alle Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Transaktionen vollständig nachvollziehbar vorzuhalten. Daneben gelten auch für die Eröffnung von Bankkonten Regelungen, die bestimmen, dass die Identität der Kontoinhaber geprüft werden muss.

Dazu gesellt sich der internationale und vor allem währungsübergreifende Handel. Damit beginnt dann auch der Handel mit dem Geld an sich.

Technische Grundlagen einer digitalen Währung

Wie könnten wir nun eine digitale Form einer Währung herstellen, die in der Lage wäre, physisches Geld (also Bargeld) zu ersetzen? Versuchen wir uns einfach mal an einem möglichen Systemdesign. Eine Zahlung wäre gleichbedeutend mit der Weitergabe einer digitalen Münze; damit müssten wir den Aufbau einer digitalen Transaktion festlegen. Wir definieren, dass eine solche Transaktion durch die Weitergabe eines digitalen Texts in einem Netzwerk zu erfolgen hat. Möchte die Benutzerin Erna nun dem Benutzer Fritz einen Betrag überweisen, dann schreibt Erna an Fritz eine Nachricht wie: „Ich, Erna, gebe Fritz hiermit eine Münze“. Dabei entstehen aber bereits eine Menge grundlegender Probleme. Zunächst entsteht das Problem, dass die gleiche digitale Münze wieder und wieder ausgegeben werden könnte. Auch ist eine solche Nachricht nicht wirklich fälschungssicher.

Betrachten wir die technologischen Anforderungen. Dabei haben wir zunächst das Teilproblem der Identität. Sprich, wir müssen sicherstellen, dass sich nicht Hugo Habicht als Erna ausgeben kann und damit Fritz eine Münze übergibt, die ihm nicht gehört. Der andere Aspekt betrifft die Sichers...

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