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Entwickler Magazin
Wie die virtuelle Währung das Netz in Atem hält

Der Bitcoin-Rausch

Manch ein Hobbykeller verwandelt sich dieser Tage in eine Art Goldgräberclaim. Das Schürfen von Bitcoins scheint gerade das 3-D-Drucken in der Gunst der Nerds abzulösen. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Carsten Harnisch


Blicken wir zunächst zurück auf die Entstehung der Zahlungsmittel. Währungen wie der Euro oder der Dollar haben zumindest historisch gesehen eine Bindung an ein bestimmtes Land oder eine Region. Der Wechselkurs entsteht anhand des Prinzips von Angebot und Nachfrage auf den internationalen Devisenmärkten. Geht es einem Land gut, werden viele ausländische Investoren hier ihr Geld anlegen, der Kurs steigt entsprechend an. Länder mit wirtschaftlichen Problemen werden abgestraft, der Rückgang der Wirtschaft treibt auch den Wechselkurs in den Keller.

Viele Staaten nutzen so genannte geldmarktpolitische Instrumentarien; letztlich wird damit der Kurs einer Währung manipuliert. Im eigenen Währungsraum kann die Geldmenge mit der Festlegung des Leitzins beeinflusst werden. Nach außen werden Staatsanleihen zur Steuerung des Wechselkurses genutzt.

Da wir uns mittlerweile in einer globalen Wirtschaft befinden, können nun die eigentlich zur Stabilisierung gedachten Instrumentarien zum Gegenteil genutzt werden. So sind viele Staaten darauf bedacht, dass sich die Wechselkurse zum eigenen Vorteil entwickeln. So ist es etwa für China gut, wenn der Yuan eher schwach im Vergleich zum Dollar steht. Die chinesischen Exporte in die USA werden damit begünstigt. So wie China durch das Horten von amerikanischen Staatsanleihen den Wechselkurs von Yuan nach Dollar beeinflusst, finden sich ähnliche Bespiele auch in allen anderen Bereichen.

Betrachten wir nur die innenpolitischen Auswirkungen einer niedrigen Leitzinspolitik, sind diese sicherlich sogar positiv. Niedrige Leitzinsen sollten zu niedrig verzinsten Verbraucher- und Unternehmenskrediten führen. Damit erhöht sich die Nachfrage im eigenen Land und die Wirtschaft sollte durchstarten können. Problematisch kann das System werden, wenn der Markt eigentlich gar kein lokaler Markt mehr ist, sondern faktisch ein globaler. Da investiert eine deutsche Bank in die lokalen Märkte der USA. Durch die hohe internationale Verflechtung können sich so kleinste Unregelmäßigkeiten zu einer globalen Krise ausweiten. Die Abhängigkeit des Geldmarkts von zentralen Stellen und die vielen kaum zu durchschauenden Manipulationen waren auch ein Grund für die Suche nach alternativen Währungen.

Blicken wir weiter zurück in der Menschheitsgeschichte, dann sehen wir nach der reinen Selbstversorgung zunächst den Übergang zum Warentausch. Auch hier haben sich dann schnell Wechselkurse etabliert. Vielleicht Kurse wie der Möhren-Kartoffel-Sack-Kurs, bei dem im g...

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Wie die virtuelle Währung das Netz in Atem hält

Der Bitcoin-Rausch

Manch ein Hobbykeller verwandelt sich dieser Tage in eine Art Goldgräberclaim. Das Schürfen von Bitcoins scheint gerade das 3-D-Drucken in der Gunst der Nerds abzulösen. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen.

Carsten Harnisch


Blicken wir zunächst zurück auf die Entstehung der Zahlungsmittel. Währungen wie der Euro oder der Dollar haben zumindest historisch gesehen eine Bindung an ein bestimmtes Land oder eine Region. Der Wechselkurs entsteht anhand des Prinzips von Angebot und Nachfrage auf den internationalen Devisenmärkten. Geht es einem Land gut, werden viele ausländische Investoren hier ihr Geld anlegen, der Kurs steigt entsprechend an. Länder mit wirtschaftlichen Problemen werden abgestraft, der Rückgang der Wirtschaft treibt auch den Wechselkurs in den Keller.

Viele Staaten nutzen so genannte geldmarktpolitische Instrumentarien; letztlich wird damit der Kurs einer Währung manipuliert. Im eigenen Währungsraum kann die Geldmenge mit der Festlegung des Leitzins beeinflusst werden. Nach außen werden Staatsanleihen zur Steuerung des Wechselkurses genutzt.

Da wir uns mittlerweile in einer globalen Wirtschaft befinden, können nun die eigentlich zur Stabilisierung gedachten Instrumentarien zum Gegenteil genutzt werden. So sind viele Staaten darauf bedacht, dass sich die Wechselkurse zum eigenen Vorteil entwickeln. So ist es etwa für China gut, wenn der Yuan eher schwach im Vergleich zum Dollar steht. Die chinesischen Exporte in die USA werden damit begünstigt. So wie China durch das Horten von amerikanischen Staatsanleihen den Wechselkurs von Yuan nach Dollar beeinflusst, finden sich ähnliche Bespiele auch in allen anderen Bereichen.

Betrachten wir nur die innenpolitischen Auswirkungen einer niedrigen Leitzinspolitik, sind diese sicherlich sogar positiv. Niedrige Leitzinsen sollten zu niedrig verzinsten Verbraucher- und Unternehmenskrediten führen. Damit erhöht sich die Nachfrage im eigenen Land und die Wirtschaft sollte durchstarten können. Problematisch kann das System werden, wenn der Markt eigentlich gar kein lokaler Markt mehr ist, sondern faktisch ein globaler. Da investiert eine deutsche Bank in die lokalen Märkte der USA. Durch die hohe internationale Verflechtung können sich so kleinste Unregelmäßigkeiten zu einer globalen Krise ausweiten. Die Abhängigkeit des Geldmarkts von zentralen Stellen und die vielen kaum zu durchschauenden Manipulationen waren auch ein Grund für die Suche nach alternativen Währungen.

Blicken wir weiter zurück in der Menschheitsgeschichte, dann sehen wir nach der reinen Selbstversorgung zunächst den Übergang zum Warentausch. Auch hier haben sich dann schnell Wechselkurse etabliert. Vielleicht Kurse wie der Möhren-Kartoffel-Sack-Kurs, bei dem im g...

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