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Entwickler Magazin
NoSQL - Nischenlösung oder neuer Standard?

Wachablösung

Jede Entwicklung hat irgendwo ihren Anfang - auch die NoSQL-Technologie. Hervorgegangen ist sie aus der Notwendigkeit, große Datenmengen schnell und unkompliziert zu verarbeiten, eine Aufgabe, der der Vorgänger SQL nicht mehr gewachsen war. Doch wie geht es innerhalb dieser Entwicklung nun weiter? Frisst die Revolution sozusagen ihre eigenen Eltern, wenn NoSQL sich als neuer Standard durchsetzt und SQL seine vorherrschende Position streitig macht? Welche Veränderungen hat NoSQL schon bewirkt, welche kann es noch bringen und wie sieht seine Rolle auf dem Markt der Datenbanktechnologien aus?

Marc Schwering


Um die NoSQL-Technologie bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, muss an einem überraschenden Punkt angesetzt werden: dem Mondfahrtprogramm der Amerikaner in den 1960er Jahren. Unter dem Namen ICS (Information Control System) hatte IBM ein Programm entwickelt, das primär für die Stücklistenverwaltung des Apollo-Programms genutzt werden sollte. Ab 1969 erhielt es dann den Namen IMS (Information Management System). Diese beiden Bezeichnungen zeigen bereits den fundamentalen Unterschied, der auch heute noch von Bedeutung ist: Es ging nicht nur mehr um die Kontrolle der Daten, sondern um ihre Verwaltung. IMS war das erste kommerzielle System, mit dem sich hierarchische Daten verwalten ließen. Das System wird bis heute von IBM weiterentwickelt und vor allem für Versicherungen und Banken eingesetzt. Und es hat noch weitere Entwicklungen vorangetrieben, die am Ende zur NoSQL-Technologie in der heute bekannten Form geführt haben.

Parallel zu IMS wurde in den USA ein anderes Datenbankverwaltungssystem entwickelt, Integrated Data Store (IDS). Der Informatiker Charles Bachmann stellte das kommerzielle Programm zum ersten Mal 1964 vor und schuf damit den Ursprung des Netzwerkdatenbankmodells. Das Programm war in vielen Fällen kompliziert zu bedienen, wies jedoch eine erstaunliche Leistungsfähigkeit auf. Ein deutlicher Nachteil war, dass IDS auf einem Query- und Schema-Design basierte und daher nicht in der Lage war, spätere Änderungen noch zu berücksichtigen. Das Programm konnte also immer nur solche Aufgaben lösen, die in der Entwicklungsphase berücksichtigt und eingearbeitet wurden.

Die Geburt von SQL (Structured Query Language)

Auch die SQL-Technologie hat ihren Ursprung bei IBM. Anfang der 1970er Jahre wurde dort an der Umsetzung relationaler Datenbanken gearbeitet und erste Prototypen entwickelt, um Daten möglichst platzsparend ablegen zu können. Der bedeutende Durchbruch bei dieser Entwicklung lag in der Trennung des Query-Designs und des Schema-Designs – und damit in einer Trennung zwischen physikalischer und logischer Ebene der Datenbank. Damit sollten die Schwachpunkte hierarchischer Datenbanken beseitigt werden, bei denen das Schema bereits im Anfangsprozess beachtet werden musste. Dies war ein bedeutender Vorteil, der sich bis heute auswirkt – noch immer dominieren die SQL-Technologie und relationale Datenbanken den Markt.

1979 bot Oracle unter seinem damaligen Namen RSI (Relational Software Inc.) mit seiner Version 2 zum ersten Mal eine SQL-Datenbank zum...

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NoSQL - Nischenlösung oder neuer Standard?

Wachablösung

Jede Entwicklung hat irgendwo ihren Anfang - auch die NoSQL-Technologie. Hervorgegangen ist sie aus der Notwendigkeit, große Datenmengen schnell und unkompliziert zu verarbeiten, eine Aufgabe, der der Vorgänger SQL nicht mehr gewachsen war. Doch wie geht es innerhalb dieser Entwicklung nun weiter? Frisst die Revolution sozusagen ihre eigenen Eltern, wenn NoSQL sich als neuer Standard durchsetzt und SQL seine vorherrschende Position streitig macht? Welche Veränderungen hat NoSQL schon bewirkt, welche kann es noch bringen und wie sieht seine Rolle auf dem Markt der Datenbanktechnologien aus?

Marc Schwering


Um die NoSQL-Technologie bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, muss an einem überraschenden Punkt angesetzt werden: dem Mondfahrtprogramm der Amerikaner in den 1960er Jahren. Unter dem Namen ICS (Information Control System) hatte IBM ein Programm entwickelt, das primär für die Stücklistenverwaltung des Apollo-Programms genutzt werden sollte. Ab 1969 erhielt es dann den Namen IMS (Information Management System). Diese beiden Bezeichnungen zeigen bereits den fundamentalen Unterschied, der auch heute noch von Bedeutung ist: Es ging nicht nur mehr um die Kontrolle der Daten, sondern um ihre Verwaltung. IMS war das erste kommerzielle System, mit dem sich hierarchische Daten verwalten ließen. Das System wird bis heute von IBM weiterentwickelt und vor allem für Versicherungen und Banken eingesetzt. Und es hat noch weitere Entwicklungen vorangetrieben, die am Ende zur NoSQL-Technologie in der heute bekannten Form geführt haben.

Parallel zu IMS wurde in den USA ein anderes Datenbankverwaltungssystem entwickelt, Integrated Data Store (IDS). Der Informatiker Charles Bachmann stellte das kommerzielle Programm zum ersten Mal 1964 vor und schuf damit den Ursprung des Netzwerkdatenbankmodells. Das Programm war in vielen Fällen kompliziert zu bedienen, wies jedoch eine erstaunliche Leistungsfähigkeit auf. Ein deutlicher Nachteil war, dass IDS auf einem Query- und Schema-Design basierte und daher nicht in der Lage war, spätere Änderungen noch zu berücksichtigen. Das Programm konnte also immer nur solche Aufgaben lösen, die in der Entwicklungsphase berücksichtigt und eingearbeitet wurden.

Die Geburt von SQL (Structured Query Language)

Auch die SQL-Technologie hat ihren Ursprung bei IBM. Anfang der 1970er Jahre wurde dort an der Umsetzung relationaler Datenbanken gearbeitet und erste Prototypen entwickelt, um Daten möglichst platzsparend ablegen zu können. Der bedeutende Durchbruch bei dieser Entwicklung lag in der Trennung des Query-Designs und des Schema-Designs – und damit in einer Trennung zwischen physikalischer und logischer Ebene der Datenbank. Damit sollten die Schwachpunkte hierarchischer Datenbanken beseitigt werden, bei denen das Schema bereits im Anfangsprozess beachtet werden musste. Dies war ein bedeutender Vorteil, der sich bis heute auswirkt – noch immer dominieren die SQL-Technologie und relationale Datenbanken den Markt.

1979 bot Oracle unter seinem damaligen Namen RSI (Relational Software Inc.) mit seiner Version 2 zum ersten Mal eine SQL-Datenbank zum...

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