Entwickler Magazin - 03.2018 - Automatization Now!


Preis: 8,50 €

Erhältlich ab:  April 2018

Umfang:  100

Autoren / Autorinnen: Tam Hanna, Klaus Ritter, Mike Düsekow, Andreas Schmidt, Hartmut Schlosser, René Schröder, Michael Bruns, Edmund Siegfried Haselwanter, Sandra Parsick, Lyn Polglaze, Christian Johannsen, Marvin Gülker, Alexander Rudolph, Carsten Eilers, Martin Mohr, Frank Müller, Andreas Schröpfer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„Entwickler sind die faulsten Menschen der Welt“, behauptet Swizek Teller in einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2011 (https://dzone.com/articles/programmers-are-fing-lazy). Der Grund? Im Unterschied zu Vertretern anderer Berufe, die tagaus, tagein immer wieder die gleichen Tätigkeiten verrichten, seien Entwickler von dem Verlangen getrieben, alle Prozesse so weit wie möglich zu automatisieren, d. h. manuelle, repetitive Aufgaben zunehmend aus dem Arbeitsprozess auszuschließen.

Wann immer ein Programmierer zweimal hintereinander dieselbe Sache tun muss, überlegt er sich schon, wie er den Prozess automatisieren kann. Wann immer ein Entwickler zweimal über dieselbe Codestelle stolpert, sucht er schon eine Möglichkeit zur Abstraktion. Konklusion: Ein Entwickler versucht immer instinktiv, seiner eigenen Faulheit zu gehorchen und andere seine Arbeit erledigen zu lassen.

Doch Spaß beiseite. Wie jede Satire hat auch Tellers Blogpost einen wahren Kern: Den Hang zur Automatisierung lästiger, fehleranfälliger und repetitiver Arbeiten kann man durchaus als Entwicklertugend bezeichnen. Schließlich basiert die gesamte Informationswissenschaft darauf, Berechnungen nicht manuell, sondern maschinell durchführen zu lassen. Bei gewissen Arbeiten sind Maschinen eben zuverlässiger, schneller, genügsamer als der Mensch.

Eine dieser Aufgaben ist das Aufsetzen der IT-Infrastruktur. Die richtige Konfiguration der Hardware- und Softwareressourcen, die die eigentlichen Anwendungen zum Betrieb benötigen, gehört nicht gerade zu den kreativsten Tätigkeiten. Dazu ist sie fehleranfällig, da Betriebssysteme mit Bibliotheken, Programmiersprachenversionen, Datenbankabhängigkeiten und Ähnlichem in Einklang gebracht werden müssen. Und das Ganze soll dann einerseits zuverlässig reproduzierbar sein, andererseits dynamisch an sich ändernde Bedingungen angepasst werden können.

Hier zahlt sich nun der Hang zur Faulheit – pardon Automatisierung – der Entwickler aus: Mit dem Konzept des „Infrastructure as Code“ ist die deklarative Beschreibung von Konfigurationen auf Zielsystemen möglich. Die Infrastruktur wird nicht mehr Server für Server individuell oder über eine grafische Benutzeroberfläche konfiguriert, sondern via Definitionsdateien, die in einem Versionskontrollsystem wie normaler Anwendungsquellcode verwaltet werden können.

„Was hat das Thema IT-Infrastruktur aber in einem Magazin für Entwickler zu suchen“, werden sich manche fragen? Ist das nicht ein klassisches Thema für die Operations-Abteilung?

IaC-Lösungen wie Chef, Terraform, Ansible oder Puppet laden geradezu dazu ein, die Trennlinien zwischen Entwicklern (Devs) und Admins (Ops) aufzuweichen. Entwickler können Infrastrukturkonfigurationen mit den vertrauten Mitteln der Quellcodeverwaltung nachvollziehen, Ops-Leute werden für dynamische und hybride Infrastrukturen offen, wie sie im Zuge der Cloud-Revolution gefordert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Devs und Ops – möglicherweise sogar in einem interdisziplinären Team – wird vereinfacht.

Und so wird gerade heute, im Rahmen der aktuellen DevOps-Bewegung, die Beschäftigung mit IT-Infrastruktur für Entwickler zunehmend wichtig. Der Schlüssel dafür ist das Titelthema dieser Ausgabe des Entwickler Magazins: Infrastructure as Code.

schlosser_hartmut_sw.tif_fmt1.jpgHartmut Schlosser, Redakteur

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