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Entwickler Magazin
Editorial

Gefangen zwischen Mut und German Angst.

die Zeiten ändern sich, und es scheint, als würde der Rest der Welt vormachen, in welche Richtung wir technologisch zu marschieren hätten. Dabei geht es mir nicht um großartige Ideen oder Neuerungen - die haben wir in Deutschland auch. Vielmehr geht es um den einen notwendigen Schritt, den wir nicht zu gehen bereit sind. Es scheint, als wären wir gefangen zwischen dem Mut, Neues zu wagen, und der uns irgendwie typischen German Angst, die uns stets einflüstert: „Ja, aber das kannst du so nicht machen, das nehmen die Nutzer nicht an.“

Tom Wießeckel


Sind wir doch einmal ehrlich: Gerade wir Deutschen haben den Ruf, sehr bedacht auf unsere Privatsphäre zu sein. Das ist gut und wichtig. Dennoch müssen wir auch lernen, dass ein gewisser Teil unserer Daten genutzt werden kann, um unser Leben noch besser und angenehmer zu machen. Wenn wir zulassen, dass ein Teil unserer Daten beispielsweise anhand von Uhrzeit, Standort oder anderen Verhaltensmustern dazu genutzt wird, dass uns eine Software oder ein Stück Hardware einen für uns optimierten Vorschlag präsentiert, können wir unsere Zeit und Ressourcen noch gezielter nutzen. Wie gut das wäre! Wenn wir gezielt einen Parkplatz finden könnten, der uns auf dem Weg nach Hause noch an einem Supermarkt vorbeiführt, wohl wissend, dass die Milch zur Neige gegangen ist, was dem morgendlichen Cappuccino im Wege steht – das wiederum sorgt für schlechte Laune, der Blutdruck steigt, was Herzkrankheiten begünstigt … na ja, ein wenig dramatisiert vielleicht, aber ich hoffe, Sie können mir folgen.Dass das – optimistisch formuliert – nicht immer gut geht, beweist ein nicht ganz kleiner Grabenkrieg, der aktuell zwischen Nutzern und Werbetreibenden geführt wird. In einem nicht ganz unbedeutenden Mikrokosmos namens „Internet“. Dort hat sich schon seit langer Zeit das „Kostenlosprinzip“ etabliert: Man liest an allen Ecken und Enden mehr oder weniger tolle Inhalte; vollkommen kostenlos natürlich. Das war schließlich schon immer so (was, bei genauerer Betrachtung, so eigentlich gar nicht richtig ist, aber das ist eine andere Geschichte). Das Nervige daran ist jedoch die Tatsache, dass man von allen Seiten mit zum Teil höchst aggressiven Werbeeinblendungen bombardiert wird, von unauffällig am Rand platziert über bildschirmfüllend bis hin zu in Form eines Videos laut losplärrend, sobald die Seite geladen ist. Was aufgrund der immensen Anzahl an Werbebannern natürlich entsprechend länger dauert.Nun ist das Netz nicht das eine – es unterteilt sich in viele kleine Gruppen. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen können nur die wenigsten von Luft und Liebe leben, irgendeinen Preis hat man meistens zu bezahlen. Im Großteil aller Fälle sind das Daten, die über uns und unser Surfverhalten gesammelt werden, eben auch über die Werbeeinblendungen.Diese Datensammelwut aber führt zum Teil zu kuriosen Ergebnissen. Zum einen ist es nur selten so, dass die gesammelten Daten dafür sorgen, dass uns die uns angezeigte und aus den mühsam gesammelten Daten „errechnete“ Werbung auch nur im Ansatz einen Mehrwe...

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Editorial

Gefangen zwischen Mut und German Angst.

die Zeiten ändern sich, und es scheint, als würde der Rest der Welt vormachen, in welche Richtung wir technologisch zu marschieren hätten. Dabei geht es mir nicht um großartige Ideen oder Neuerungen - die haben wir in Deutschland auch. Vielmehr geht es um den einen notwendigen Schritt, den wir nicht zu gehen bereit sind. Es scheint, als wären wir gefangen zwischen dem Mut, Neues zu wagen, und der uns irgendwie typischen German Angst, die uns stets einflüstert: „Ja, aber das kannst du so nicht machen, das nehmen die Nutzer nicht an.“

Tom Wießeckel


Sind wir doch einmal ehrlich: Gerade wir Deutschen haben den Ruf, sehr bedacht auf unsere Privatsphäre zu sein. Das ist gut und wichtig. Dennoch müssen wir auch lernen, dass ein gewisser Teil unserer Daten genutzt werden kann, um unser Leben noch besser und angenehmer zu machen. Wenn wir zulassen, dass ein Teil unserer Daten beispielsweise anhand von Uhrzeit, Standort oder anderen Verhaltensmustern dazu genutzt wird, dass uns eine Software oder ein Stück Hardware einen für uns optimierten Vorschlag präsentiert, können wir unsere Zeit und Ressourcen noch gezielter nutzen. Wie gut das wäre! Wenn wir gezielt einen Parkplatz finden könnten, der uns auf dem Weg nach Hause noch an einem Supermarkt vorbeiführt, wohl wissend, dass die Milch zur Neige gegangen ist, was dem morgendlichen Cappuccino im Wege steht – das wiederum sorgt für schlechte Laune, der Blutdruck steigt, was Herzkrankheiten begünstigt … na ja, ein wenig dramatisiert vielleicht, aber ich hoffe, Sie können mir folgen.Dass das – optimistisch formuliert – nicht immer gut geht, beweist ein nicht ganz kleiner Grabenkrieg, der aktuell zwischen Nutzern und Werbetreibenden geführt wird. In einem nicht ganz unbedeutenden Mikrokosmos namens „Internet“. Dort hat sich schon seit langer Zeit das „Kostenlosprinzip“ etabliert: Man liest an allen Ecken und Enden mehr oder weniger tolle Inhalte; vollkommen kostenlos natürlich. Das war schließlich schon immer so (was, bei genauerer Betrachtung, so eigentlich gar nicht richtig ist, aber das ist eine andere Geschichte). Das Nervige daran ist jedoch die Tatsache, dass man von allen Seiten mit zum Teil höchst aggressiven Werbeeinblendungen bombardiert wird, von unauffällig am Rand platziert über bildschirmfüllend bis hin zu in Form eines Videos laut losplärrend, sobald die Seite geladen ist. Was aufgrund der immensen Anzahl an Werbebannern natürlich entsprechend länger dauert.Nun ist das Netz nicht das eine – es unterteilt sich in viele kleine Gruppen. Und bis auf sehr wenige Ausnahmen können nur die wenigsten von Luft und Liebe leben, irgendeinen Preis hat man meistens zu bezahlen. Im Großteil aller Fälle sind das Daten, die über uns und unser Surfverhalten gesammelt werden, eben auch über die Werbeeinblendungen.Diese Datensammelwut aber führt zum Teil zu kuriosen Ergebnissen. Zum einen ist es nur selten so, dass die gesammelten Daten dafür sorgen, dass uns die uns angezeigte und aus den mühsam gesammelten Daten „errechnete“ Werbung auch nur im Ansatz einen Mehrwe...

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