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Editorial

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich habe es gewagt – endlich. Ich habe mich vernetzt. Also mich persönlich; mit Smartwatch, Smartphone und mit WiFi-Waage. Es geht also um die Person, und nicht um den Haushalt, in dem ja bereits seit Längerem verschiedenste Geräte miteinander kommunizieren und sich austauschen. Mit ein wenig Abstand betrachtet stellen sich natürlich vor allem ein paar Fragen: Warum so herum – und nicht der klassische Weg? Warum nicht zuerst ein Fitnessarmband und danach die Wohnung? Und was ist dieser „klassische“ Weg überhaupt?

Den klassischen Weg gehen wir in vielen Bereichen unseres Lebens. Vor allem im beruflichen, wo wir mit Prototypen beginnen, Programmabläufe malen, in Sprints arbeiten. Wobei Letzteres ja auch eine noch nicht so alte Entwicklung ist. Umso spannender, dass das bereits zum klassischen Weg gehört. Führt man sich das vor Augen, fällt nämlich vor allem eines auf: in welch schnelllebigem Umfeld wir uns bewegen. Was heute der Stand der Dinge ist, gilt morgen bestenfalls als überholt oder ist bereits hoffnungslos veraltet.

Ich merke das, wenn ich mir die letzten zehn Jahre ansehe. Die Art, wie ich damals gearbeitet habe, die Technologien, die ich verwendet habe, sind heute nichts weiter als ein verschwommener Fleck in der Vergangenheit. Und eben dieser Zeitraum hat mich gelehrt, dass es auch in Zukunft nicht anders laufen wird: Was heute heiß ist, wird in ein paar Jahren bereits zumindest in Frage gestellt worden sein. Was also können wir tun, um mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten?

Doch ist diese Frage überhaupt die richtige? Ist es nicht vielmehr so, dass wir – wenn das Handwerk einmal gelernt ist – nur noch die Werkzeuge austauschen, um unser Ziel noch eleganter und vor allem effizienter zu erreichen? Haben wir früher Monolithen entwickelt, die lediglich in einem bestimmten Umfeld existieren konnten, haben wir nun nicht nur eine wesentlich größere Bandbreite an Technologien, auf die wir zurückgreifen können. Darüber hinaus bieten uns diese neuen Technologien im Zusammenspiel mit ausgefeilten Architekturmodellen die Möglichkeit, in einmal geschriebener Software beinahe nach Belieben einzelne Teile zu ersetzen und so von neuen Entwicklungen zu profitieren.

Softwareentwicklung ist ein kontinuierlicher (Lern-)Prozess. Mehr noch: ein Prozess, in dem wir nicht alleine Wissen aufbauen und Techniken verfeinern, sondern in dem wir vom Kollektiv lernen können. Hier und da mag es Vordenker geben, die neue Technologien entwick...

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