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Die Spiele-Engine Lumberyard von Amazon

Spiele mit Amazon


Computer- und Handyspiele sind ein riskanter Markt – spätestens seit Gamergate ist klar, dass auch große Studios danebengreifen können. Wie im Fall der Gold Rushes in den USA verdient der am besten, der „Schaufeln verkauft“ – ein Konzept, das Amazon mit der Lumberyard-Engine umzusetzen sucht.

Die im Februar 2016 „aus dem Nichts“ auferstandene Engine unterstützt zum Zeitpunkt der Drucklegung Windows, die Xbox One und die PlayStation 4. Unterstützung für Handys ist derzeit teilweise implementiert, über Linux und Co. ist noch nichts bekannt. Da Crytek in seiner offiziellen Variante der Engine Ubuntu 14.04 bereits unterstützt, dürfte Amazon hier allerdings über kurz oder lang nachziehen.

Auguren der Gamer-Szene berichten davon, dass es sich bei Lumberyard um eine Abart der CRY­ENGINE 3.8 handelt, deren Netzwerkcode durch eine hauseigene Version ersetzt wurde. Unter [1] findet sich ein Forumthread, der für an Engine-Politik interessierte Entwickler lesenswert ist – dass Crytek eine gewisse Vorliebe für sein „Originalprodukt“ hat, folgt aus der Logik.

Amazon zeigt sich bei der Lizenzierung sehr flexibel. Entwickler können mit der quelloffenen Engine im Grunde genommen machen, was sie wollen – an wichtigen Verboten findet sich nur wenig:

  • Nutzung von Drittanbieter-Servertechnologie, die nicht von Amazon stammt

  • Nutzung des Codes zur Erzeugung eigener Game-Engines

  • Eigenmächtige Veröffentlichung des Codes von Lumberyard

Daraus folgt, dass das Ziel des Projekts klar ersichtlich ist: Der Buchhändler möchte neue Kunden für AWS rekrutieren. Amazon kann so Risiko an den Entwickler auslagern; ist das Spiel erfolgreich, so entsteht eine fette AWS-Rechnung. Entpuppt sich das Game hingegen als Flop, so hat Amazon – anders als bei einer gesponserten Eigenentwicklung – keinerlei Kosten.

Die sich uns stellende Frage lautet nun, ob man als Entwickler in diesem Spiel mitmachen sollte.

Aber nun los

Wir wollen unsere Arbeit mit dem Herunterladen des unter [2] bereitstehenden Pakets „Amazon Lumber­yard“ beginnen – die weiter unten angebotenen Asset-Pakete sind hier nicht von weiterer Bedeutung. Der rund 500 KB große Installer lädt rund 5 GB an Daten herunter und lässt sich dabei etwas Zeit. Nach rund einer Stunde lässt sich die IDE durch Klicken des Launch-Buttons anwerfen. Im Rahmen des ersten Starts erscheint der in Abbildung 1 gezeigte Lumberyard Launcher, der weitere Inhalte aus dem Internet herunterlädt.

hanna_lumberyard_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Lumberyard hilft beim Nachinstallieren fehlender SDKs und Erweiterungen

Für die folgenden Schritte benötigen wir die folgenden Komponenten:

  • Run your game project

  • Run the Lumberyard Editor and tools

  • Compile the game code

  • Compile the engine and asset pipeline

Im nächsten Schritt bietet Ihnen der Startassistent die Möglichkeit, fehlende Pakete herunterzuladen. Klicken Sie dazu auf Install it, um den betreffenden Set-up-Prozess zu starten. Der dritte Schritt verhält sich im Großen und Ganzen identisch – je nach „Sauberkeit“ der Windows-10-Instanz sind mehr oder weniger Komponenten erforderlich. Zudem setzen manche Komponenten Handarbeit voraus, die im Lumberyard Launcher allerdings in Form einer Schritt-für-Schritt-Liste beschrieben ist.

Stufe vier verhält sich analog. Nach getaner Abarbeitung aller Installationen folgt ein Klick auf Launch Lumberyard Editor, der ebenfalls etwas Zeit in Anspruch nimmt. Der erste Start wird zur Erledigung von Ressourcenkompilationen zweckentfremdet – wenn es zu Fehlern kommt, hilft normalerweise das manuelle Beenden aller Lumberyard-Tasks neben manuellem Neustart. Im Laufe der Zeit blendet Lumber­yard zudem ein Log-in-Fenster ein, in dem Sie sich mit Ihrem Amazon-Konto ausweisen.

Lumberyard ist konzeptionell eng mit Unity verwandt; Spiele bestehen aus einer Ansammlung von Levels. Klicken Sie auf den New-level-Button zum Anlegen einer neuen Spielfläche – die von Haus aus angebotenen Voreinstellungen werden übernommen, als Name dient hier „SUSLevel1“.

Nach getaner Arbeit präsentiert der Editor seinen Startbildschirm, der ein dreidimensionales Gesamtrendering des Levelinhalts anzeigt. Die Bewegung erfolgt etwas anders als bei Unity – W, S, A und D verhalten sich wie im Ego-Shooter, während die Blickrichtung durch Drücken und Halten der rechten Maustaste eingestellt wird. Zum Zoomen dient das Mausrad – wer mit einem Trackball arbeitet, schaut an dieser Stelle durch die Röhre.

In honorem Unity

Unity erleichtert Entwicklern das Leben insofern, als neue Levels sofort mit einer Kamera ausgestattet werden. In Lumberyard geht das etwas anders … Klicken Sie das über der Vorschau befindliche Label Perspec­tive rechts an und wählen Sie die Option „Create Camera from current View.“ Zoomen Sie danach ein wenig heraus, um sich an der in Abbildung 2 gezeigten Kamera zu erfreuen.

hanna_lumberyard_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Die Kamera ist einsatzbereit

Rechts von der Szene findet sich ein als „RollupBar“ bezeichneter Bereich, in dem Amazon diverse Werkzeuge zusammenfasst...

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