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Teil 2: Plattformübergreifende Features in RAD Studio

Einer für alle


RAD Studio möchte den Entwickler mit einer schnellen, plattformübergreifenden Entwicklung begeistern. Im Fokus stehen neben Windows und macOS auch die mobilen Systeme Android und iOS. Klingt vielversprechend. Mal sehen, wie es funktioniert.

Im ersten Teil zur Artikelserie haben wir Ihnen RAD Studio in der neuen Version im Überblick vorgestellt. Die Zeit ist schnelllebig, sodass sich das Versionskarussell bereits eine Runde weitergedreht hat. Aktuell ist nunmehr RAD Studio 10.2, mit dem Namenszusatz Tokyo. Daher vorab ein paar Informationen zu den Neuerungen, die dieses Update mitbringt:

  • Linux-Compiler

  • Verbesserungen innerhalb der Entwicklungsumgebung für eine schnellere Navigation

  • Update für FireMonkey

  • Mehrmandantenunterstützung für RAD Server

  • Updates für FireDAC

  • RTL-Verbesserungen

  • Höhere Leistung für den C++-Compiler

Dabei handelt es sich bis auf den ersten Punkt um die üblichen Updates, um RAD Studio auf der Höhe der Zeit zu halten. Neu ist die Unterstützung von Linux. Ab der Enterprise Edition ist ein LLVM-basierter Compiler mit an Bord, der Delphi-Code für 64-Bit-Linux-Plattformen übersetzt. Im Fokus stehen dabei eindeutig Serveranwendungen, was sich in den offiziell unterstützten Distributionen – Ubuntu Server und Red Hat Enterprise Linux – zeigt. Eine Unterstützung für die Entwicklung von Applikationen mit grafischer Oberfläche, zum Beispiel mittels FireMonkey, gibt es im Moment noch nicht.

Nach diesen Informationen zur neuen Version kommen wir jetzt zum Kernthema dieses Artikels. Es geht um das Erstellen von plattformübergreifenden Anwendungen. Konkret wollen wir uns ansehen, was RAD Studio draufhat, um Apps für die mobilen Plattformen Android und iOS zu bauen. Beispielhaft sehen wir uns das Vorgehen für eine Android-App an.

Das System fit machen

Zuerst ist die Entwicklungsumgebung für die Entwicklung von Apps für Android einzurichten. Haben Sie es nicht bereits bei der Erstinstallation von RAD Studio getan, holen Sie das jetzt nach. Klicken Sie dazu in RAD Studio auf den Menüeintrag Tools | Plattformen verwalten. Im erscheinenden Dialogfeld (Abb. 1) aktivieren Sie die Entwicklungsumgebung unter der Registerkarte Plattformen | Delphi Android Enterprise. In der Registerkarte Weitere Optionen aktivieren Sie das Android SDK. Damit werden auch die SDK-Tools auf der Entwicklungsmaschine eingerichtet. Nach der Bestätigung erfolgen der Download und die Installation. An dieser Stelle bleibt Ihnen auf jeden Fall die Zeit für einen Kaffee.

krypczyk_radstudio_1.tif_fmt1.jpgAbb. 1: RAD Studio erlaubt das Installieren von Bibliotheken und Tools für die Plattformen

RAD Studio arbeitet natürlich mit den üblichen Tools für das Entwickeln von Android-Apps. Wichtig sind dabei der SDK Manager und der AVD Manager. RAD Studio packt sie üblicherweise in das Verzeichnis C:\Users\Public\Documents\Embarcadero\Studio\19.0\­CatalogRepository\AndroidSDK-xxx, wobei xxx für die aktuelle SDK-Version steht. In der Onlinedokumentation von RAD Studio ist zwar aufgeführt, dass Einträge zu den beiden Tools für ein komfortables Arbeiten im Startmenü erfolgen, auf dem Rechner der Autoren war das jedoch nicht der Fall. Daher war zunächst Suchen angesagt.

Mithilfe des SDK Managers verwaltet man die auf dem Entwicklungsrechner verfügbaren Bibliotheken. Wer bereits erste Erfahrungen mit der Android-Plattform gesammelt hat, der weiß um das Chaos der einzelnen Android- und zugehörigen API-Versionen. Starten wir den SDK Manager (Abb. 2) und schauen uns die eingerichteten Pakete an. Bei Bedarf können wir hier auch Updates vornehmen oder einzelne SDK-Versionen wieder löschen. Im Moment lassen wir alles so, wie es ist. Sie werden das Tool jedoch noch öfters benötigen, wenn Sie Apps für unterschiedliche Geräte mit verschiedenen Android-Versionen adressieren möchten.

krypczyk_radstudio_2.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Verwaltung der Android- und API-Versionen mithilfe des SDK Managers

Ebenso wichtig ist der AVD Manager. AVD steht bekanntermaßen für Android Virtual Device und dient der Einrichtung von Emulatoren, sofern man diese (zusätzlich) als Testgerät nutzen möchte. Starten wir den AVD Manager (Abb. 3). Ist die Liste leer, was nach der Erst­installation der Fall ist, können Sie über Create… ein neues virtuelles Gerät erzeugen. Zur Arbeit mit Emulatoren bzw. virtuellen Geräten, wie sie unter Android heißen, kommen wir gleich.

krypczyk_radstudio_3.tif_fmt1.jpgAbb. 3: Der AVD Manager dient zum Einrichten und Verwalten der virtuellen Devices

Nach diesen Schritten ist Ihre Entwicklungsumgebung für das Erstellen von Android-Apps bereit. Für ein erfolgreiches Arbeiten empfiehlt sich auf jeden Fall der Zugriff auf ein ...

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