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Entwickler Magazin
Warum manchmal eine einfache Modernisierung auch reichen würde

Revolution oder Evolution in der IT?

Heute ist oft von digitaler Transformation oder der vierten industriellen Revolution die Rede. Doch sind revolutionäre Umbrüche der richtige Weg zu einer zeitgemäßen IT? Sollte man gut funktionierende Legacy-Systeme einfach über Bord werfen? Dieser Artikel stellt die Modernisierung bestehender Systeme als pragmatische, risikoarme und günstige Alternative vor.

Derek Britton


Nach Zahlen der Standish Group [1] waren in den letzten Jahren nur rund 30 Prozent der IT-Großprojekte erfolgreich. Angesichts dieser Ergebnisse verwundert es nicht, wenn Mammutprojekte in der IT zunehmend kritisch gesehen werden. IDC erklärte kürzlich [2], dass Unternehmen mit hohen Investitionen in unternehmenskritische IT-Systeme diese Investitionen sinnvoll nutzen und ihre Mainframe-, Windows- oder Unix-Systeme von Silos befreien müssen, indem sie sie öffnen und pragmatisch mit dem Rest der Welt verbinden und integrieren.

Die kritischsten IT-Systeme werden oft in der Sprache COBOL geschrieben, die typischerweise auf Großrechnern läuft und die grundlegendsten Prozesse im modernen Geschäftsleben unterstützt. Von Steuer- und Rentensystemen, Zahlungsabwicklung über Logistiküberwachung, Regierungsbüros bis hin zu Versicherungsangeboten bilden diese Kernsysteme wichtiges geistiges Eigentum eines Unternehmens. Es stellt sich also die Frage, wie man diese Systeme möglichst risikolos an moderne Standards anpassen kann.

Strategisches Denken, nicht nur technisches Denken

Unternehmen müssen sich darüber klarwerden, welche Einzelziele sie verfolgen und welche operativen Maßnahmen zu deren Erreichung notwendig sind. Üblicherweise denkt man dabei zunächst an Time to Market, Risikomanagement, Kostenmanagement und Wettbewerbsfähigkeit.

Um ein konkretes Beispiel zu nennen, betrachtete ein Kunde schlicht und einfach diese vier Themen und entschied sich für die Modernisierung seines etablierten, selbstgebauten Systems, weil das den schnellsten, günstigsten und risikoärmsten Weg darstellte. Vor allem aber konnte das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil durch die Wiederverwendung des derzeitigen (erfolgreichen) IT-Systems behalten. Ein großangelegter Austausch der bestehenden Systeme wurde relativ schnell verworfen, da diese Variante riskant, teuer und ihr Nutzen nicht genau einzuschätzen war.

Ein ganzheitlicher Überblick

Modernisierung bedeutet letztlich IT-Veränderung. Aber Veränderungen lassen sich über eine Reihe von Aspekten hinweg definieren, da sie sowohl den IT-Betrieb als auch das Unternehmen, dem sie dienen, betreffen. Eine vernünftige Modernisierungsstrategie muss sich fragen, was in drei wichtigen technischen Bereichen erreicht werden muss: Erstens, welche Anwendungen, welche neuen Funktionen, welche Integrationen und welche Sicherheits- und Betriebsaktualisierungen erforderlich sind. Zweitens, der Prozess: wie werden Anwendungen erstellt und bereitgestellt, wel...

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Warum manchmal eine einfache Modernisierung auch reichen würde

Revolution oder Evolution in der IT?

Heute ist oft von digitaler Transformation oder der vierten industriellen Revolution die Rede. Doch sind revolutionäre Umbrüche der richtige Weg zu einer zeitgemäßen IT? Sollte man gut funktionierende Legacy-Systeme einfach über Bord werfen? Dieser Artikel stellt die Modernisierung bestehender Systeme als pragmatische, risikoarme und günstige Alternative vor.

Derek Britton


Nach Zahlen der Standish Group [1] waren in den letzten Jahren nur rund 30 Prozent der IT-Großprojekte erfolgreich. Angesichts dieser Ergebnisse verwundert es nicht, wenn Mammutprojekte in der IT zunehmend kritisch gesehen werden. IDC erklärte kürzlich [2], dass Unternehmen mit hohen Investitionen in unternehmenskritische IT-Systeme diese Investitionen sinnvoll nutzen und ihre Mainframe-, Windows- oder Unix-Systeme von Silos befreien müssen, indem sie sie öffnen und pragmatisch mit dem Rest der Welt verbinden und integrieren.

Die kritischsten IT-Systeme werden oft in der Sprache COBOL geschrieben, die typischerweise auf Großrechnern läuft und die grundlegendsten Prozesse im modernen Geschäftsleben unterstützt. Von Steuer- und Rentensystemen, Zahlungsabwicklung über Logistiküberwachung, Regierungsbüros bis hin zu Versicherungsangeboten bilden diese Kernsysteme wichtiges geistiges Eigentum eines Unternehmens. Es stellt sich also die Frage, wie man diese Systeme möglichst risikolos an moderne Standards anpassen kann.

Strategisches Denken, nicht nur technisches Denken

Unternehmen müssen sich darüber klarwerden, welche Einzelziele sie verfolgen und welche operativen Maßnahmen zu deren Erreichung notwendig sind. Üblicherweise denkt man dabei zunächst an Time to Market, Risikomanagement, Kostenmanagement und Wettbewerbsfähigkeit.

Um ein konkretes Beispiel zu nennen, betrachtete ein Kunde schlicht und einfach diese vier Themen und entschied sich für die Modernisierung seines etablierten, selbstgebauten Systems, weil das den schnellsten, günstigsten und risikoärmsten Weg darstellte. Vor allem aber konnte das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil durch die Wiederverwendung des derzeitigen (erfolgreichen) IT-Systems behalten. Ein großangelegter Austausch der bestehenden Systeme wurde relativ schnell verworfen, da diese Variante riskant, teuer und ihr Nutzen nicht genau einzuschätzen war.

Ein ganzheitlicher Überblick

Modernisierung bedeutet letztlich IT-Veränderung. Aber Veränderungen lassen sich über eine Reihe von Aspekten hinweg definieren, da sie sowohl den IT-Betrieb als auch das Unternehmen, dem sie dienen, betreffen. Eine vernünftige Modernisierungsstrategie muss sich fragen, was in drei wichtigen technischen Bereichen erreicht werden muss: Erstens, welche Anwendungen, welche neuen Funktionen, welche Integrationen und welche Sicherheits- und Betriebsaktualisierungen erforderlich sind. Zweitens, der Prozess: wie werden Anwendungen erstellt und bereitgestellt, wel...

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