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Entwickler Magazin
Kolumne: A²- alles Agile

PRINCE2: Toleranzen und Ausnahmen

PRINCE2 [1] und PRINCE2 Agile bieten einen Ansatz, um den Fortschritt in einem Projekt zu messen und entsprechend zu überwachen. Die Fortschrittsmessung gestaltet sich in unterschiedlichen Projekten auf verschiedenste Art und Weise, im Scrum-Umfeld kann der Burn Down Chart als Fortschrittsindikator des aktuellen Sprints gesehen werden. PRINCE2 beschreibt die Fortschrittsmessung im Thema „Fortschritt“. Damit wird in dieser Kolumne der letzte der sieben Bereiche von PRINCE2 behandelt. Durch die gezielte Anwendung der in PRINCE2 beschriebenen Techniken ist so jederzeit eine Aussage möglich, wie weit ein Projekt, eine Phase oder ein Arbeitspaket fortgeschritten ist. Die definierten Mittel zur Steuerung teilt PRINCE2 in Toleranzen, Managementprodukte und Phaseneinteilungen ein.

René Schröder


Durch diese Mittel können Projekte entsprechend den Regeln auf verschiedenen Ebenen (Lenken, Managen, Liefern) gesteuert und, falls nötig, gerichtet korrigiert werden. Schauen wir uns im Folgenden diese drei Mittel etwas genauer an.Toleranzen und Ausnahmen Plus-Minus-Zeit: Bezieht sich auf Zeitangaben für einen geplanten Termin, zum Beispiel für den Projektplan, den Phasenplan oder ein Arbeitspaket Plus-Minus-Kosten: Abweichungen vom Budgetplan für die jeweiligen in den Plänen (Projektplan, Phasenplan) definierten Budgets Plus-Minus-Umfang: Im Projekt- oder Phasenplan werden Umfänge definiert und entsprechend ihrer Wichtigkeit priorisiert, zum Beispiel mit: „Must Have“, „Should Have“ und „Could Have“; diese Umfänge werden wiederum mit Toleranzen versehen Plus-Minus-Risiko: Auch für Risiken werden Toleranzgrenzen definiert, die entsprechend bei Ausnahmen eskaliert werden Plus-Minus-Qualität: Für die bereits vereinbarten Qualitätsziele dienen die Toleranzgrenzen zur Sicherstellung einer noch akzeptierbaren Produktqualität. Plus-Minus-Nutzen: Der Nutzen, der im Business Case definiert und dokumentiert wurde, wird ebenfalls in einem festgelegten Rahmen akzeptiertAbb. 1: Fortschrittsebenen Weitermachen: Das Projekt wird ohne eine sofortige Maßnahme weitergeführt. Projekt vorzeitig beenden: Das Projekt wird sofort beendet. Toleranzerweiterung: Der Lenkungsausschuss entscheidet, die Toleranzen für den Projektmanager zu erweitern. Konzession: Die Abweichungen werden akzeptiert und entsprechend dokumentiert. Ausnahmeplan: Der Projektmanager wird angewiesen, einen Ausnahmeplan zu erstellen, der nach erfolgter Prüfung und Freigabe durch den Lenkungsausschuss den aktuellen Phasenplan ersetzt.TeammanagerSteuerungsmittelEreignisgesteuerte Steuerungsmittel: Diese Steuerungsmittel werden durch verschiedene Ereignisse getriggert, zum Beispiel am Ende einer Phase (Phasenabschlussbericht) oder bei Fertigstellung eines Produktes. Um auf Berichte wie den Phasenabschlussbericht reagieren zu können, sind Managementprodukte erforderlich, die als Vergleichswert dienen, um den Fortschritt bewerten zu können. Beispiele hierfür sind: Projektplan (Fortschrittsüberwachung für den Lenkungsausschuss) Phasenplan (Fortschrittsüberwachung für den Projektmanager) Ausnahmenplan Arbeitspakete (Vereinbarung zwischen dem Projektmanager und dem Teammanager) Projekttagebuch (informelle offene Punkte) Register offener Punkte (formelle offene Punkte)PhaseneinteilungDie Managementphasen, in die ei...

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Kolumne: A²- alles Agile

PRINCE2: Toleranzen und Ausnahmen

PRINCE2 [1] und PRINCE2 Agile bieten einen Ansatz, um den Fortschritt in einem Projekt zu messen und entsprechend zu überwachen. Die Fortschrittsmessung gestaltet sich in unterschiedlichen Projekten auf verschiedenste Art und Weise, im Scrum-Umfeld kann der Burn Down Chart als Fortschrittsindikator des aktuellen Sprints gesehen werden. PRINCE2 beschreibt die Fortschrittsmessung im Thema „Fortschritt“. Damit wird in dieser Kolumne der letzte der sieben Bereiche von PRINCE2 behandelt. Durch die gezielte Anwendung der in PRINCE2 beschriebenen Techniken ist so jederzeit eine Aussage möglich, wie weit ein Projekt, eine Phase oder ein Arbeitspaket fortgeschritten ist. Die definierten Mittel zur Steuerung teilt PRINCE2 in Toleranzen, Managementprodukte und Phaseneinteilungen ein.

René Schröder


Durch diese Mittel können Projekte entsprechend den Regeln auf verschiedenen Ebenen (Lenken, Managen, Liefern) gesteuert und, falls nötig, gerichtet korrigiert werden. Schauen wir uns im Folgenden diese drei Mittel etwas genauer an.Toleranzen und Ausnahmen Plus-Minus-Zeit: Bezieht sich auf Zeitangaben für einen geplanten Termin, zum Beispiel für den Projektplan, den Phasenplan oder ein Arbeitspaket Plus-Minus-Kosten: Abweichungen vom Budgetplan für die jeweiligen in den Plänen (Projektplan, Phasenplan) definierten Budgets Plus-Minus-Umfang: Im Projekt- oder Phasenplan werden Umfänge definiert und entsprechend ihrer Wichtigkeit priorisiert, zum Beispiel mit: „Must Have“, „Should Have“ und „Could Have“; diese Umfänge werden wiederum mit Toleranzen versehen Plus-Minus-Risiko: Auch für Risiken werden Toleranzgrenzen definiert, die entsprechend bei Ausnahmen eskaliert werden Plus-Minus-Qualität: Für die bereits vereinbarten Qualitätsziele dienen die Toleranzgrenzen zur Sicherstellung einer noch akzeptierbaren Produktqualität. Plus-Minus-Nutzen: Der Nutzen, der im Business Case definiert und dokumentiert wurde, wird ebenfalls in einem festgelegten Rahmen akzeptiertAbb. 1: Fortschrittsebenen Weitermachen: Das Projekt wird ohne eine sofortige Maßnahme weitergeführt. Projekt vorzeitig beenden: Das Projekt wird sofort beendet. Toleranzerweiterung: Der Lenkungsausschuss entscheidet, die Toleranzen für den Projektmanager zu erweitern. Konzession: Die Abweichungen werden akzeptiert und entsprechend dokumentiert. Ausnahmeplan: Der Projektmanager wird angewiesen, einen Ausnahmeplan zu erstellen, der nach erfolgter Prüfung und Freigabe durch den Lenkungsausschuss den aktuellen Phasenplan ersetzt.TeammanagerSteuerungsmittelEreignisgesteuerte Steuerungsmittel: Diese Steuerungsmittel werden durch verschiedene Ereignisse getriggert, zum Beispiel am Ende einer Phase (Phasenabschlussbericht) oder bei Fertigstellung eines Produktes. Um auf Berichte wie den Phasenabschlussbericht reagieren zu können, sind Managementprodukte erforderlich, die als Vergleichswert dienen, um den Fortschritt bewerten zu können. Beispiele hierfür sind: Projektplan (Fortschrittsüberwachung für den Lenkungsausschuss) Phasenplan (Fortschrittsüberwachung für den Projektmanager) Ausnahmenplan Arbeitspakete (Vereinbarung zwischen dem Projektmanager und dem Teammanager) Projekttagebuch (informelle offene Punkte) Register offener Punkte (formelle offene Punkte)PhaseneinteilungDie Managementphasen, in die ei...

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