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Programmieren mit dem TI-84

Spaß mit Spaßbremsen


Grafische Taschenrechner kommen normalerweise nicht aus freien Stücken ins Leben des Entwicklers – wer kein Examen zu bestehen hat, bleibt bei CAS und App. Dass die kleinen Rechner programmierbar sind, erkennt man erst auf den zweiten Blick. Wir schauen uns an, was mit einem TI-84 so alles möglich ist.

Im Hause Texas Instruments – die Rechner aus dem Hause HP bleiben ob der eigenwilligen Reverse Polish Notation und ihrer geringeren Verbreitung in diesem Artikel außen vor – setzt man auf Derivate des Prozessoroldies Z80. Bei den mit einem Farbbildschirm ausgestatteten Modellen läuft dieser mit 48 MHz. Dass man dem Rechner beim Zeichnen eines Sinus zusehen kann, hat sich durch die Performancesteigerung nicht geändert.

Trotzdem gilt, dass ein intelligent geschriebenes Programm in der Praxis wertvolle Zeit spart. Die hier besprochenen Anweisungen gelten für den TI-83 und den TI-84 – die 68k-basierten Rechner und die CAS-Modelle sind eine andere Gattung, die unsere Programme nur teilweise akzeptiert.

Einrichtung

In der Welt der TI-Programmierung gibt es zwei mehr oder weniger voneinander getrennte Arbeitsumgebungen: einerseits Programme, andererseits Applikationen. Ein Programm ist auf einem TI-Taschenrechner ein Stück Software, das eine mathematische oder sonstige Funktion bereitstellt. Ein Beispiel dafür wäre ein Impendanzrechner, der nach (komplexen) Befragungen des Benutzers einen Wert zurückliefert, mit dem man weiterrechnen kann. Applikationen sind die vollwertigeren Softwarepakete, die Instruktoren zum Kochen bringen – ein gutes Beispiel sind die diversen Spiele. Wir wollen uns in den folgenden Schritten auf Programme konzentrieren.

Texas Instruments setzt nach wie vor auf Mini-USB – wer seinen Rechner mit dem PC verbinden möchte, muss also ein zusätzliches Kabel benutzen. Für die Ansteuerung unter Windows ist TI Connect erforderlich. Aktuelle Rechner benötigen TI Connect CE, das unter [1] zum Download bereitsteht. Auch wenn der Set-up-Assistent selbst keinen Reboot verlangt, ist er nach Erfahrung des Autors empfehlenswert – die Treibereinrichtung erfolgt erst danach. Starten Sie TI Connect jedenfalls und prüfen Sie die erfolgreiche Erkennung Ihrer Hardware. Finden sich die beiden Rechner auch dann nicht, so wechseln Sie in den Gerätemanager. Der Rechner erscheint dort.

Klicken Sie den TI-84 rechts an und entscheiden Sie sich für die Kontextmenüoption zur Aktualisierung der Treiber. Lassen Sie Windows nicht online suchen, sondern navigieren Sie von Hand in den Ordner C:\Program Files (x86)\TI Education\TI Connect CE\drivers. Windows erfreut Sie danach noch mit einem Treibersignierungsdialog, der zu quittieren ist. Lohn der Mühen ist, dass der Rechner in Connect CE auftaucht. Wir arbeiten in den folgenden Schritten in deutscher Sprache; achten Sie darauf, dass sich Methodennamen gegenüber einer auf Englisch eingestellten Workstation unterscheiden. Im Hauptmenü von Connect CE findet sich eine Option zum Übersetzen. Die IDE passt Programme im Rahmen des Deployments zudem an die Sprache des angeschlossenen Taschenrechners an.

Beginn der Arbeiten

Die Kommandoapplikation ist nicht nur auf das Programmieren der Taschenrechner beschränkt. Sie erlaubt auch das Übertragen von Messdaten und das Machen von Screenshots. Wer einfach drauflosprogrammieren möchte, klickt in der ganz links eingeblendeten Statusleiste auf das Piktogramm mit den drei Quadraten. Entscheiden Sie sich danach für die Option Neues Programm, um eine neue Applikation zu erzeugen. Die TI-Basic-Programme hören auf den Namen .8xp. Abbildung 1 zeigt die Entwicklungsumgebung.

hanna_ti_2.tif_fmt1.jpgAbb. 1: Die IDE von TI ist vergleichsweise spartanisch

Kleine TI-Taschenrechner wie der hier verwendete TI-84 Plus CE unterscheiden sich von Klassikern wie dem Voyage dadurch, dass sie keinen Programmstarter mitbringen. Die Programme leben als „Variable“, die man aus Rechenoperationen heraus aufruft. Das Festlegen des zu verwendenden Namens erfolgt dann über das Feld Var Name, das in Abbildung 1 zu sehen ist. In der Haupttextbox geben wir folgenden Code ein:

ClrHome Output(2,2,"HELLO, WORLD!")

An sich handelt es sich hier um ein gewöhnliches BASIC-Programm. Verwirrend ist, dass man online immer wieder Listings findet, in denen die Statements mit Doppelpunkten beginnen. Es handelt sich hierbei um eine Besonderheit von TI-Basic, die bei der Arbeit am Desktop aber keine Rolle spielt. Wichtig ist, dass die Programmiersprache Whitespace-sensitiv ist: Wer vor oder nach dem Komma ein Leerzeichen platziert, bekommt zur Laufzeit einen Fehler.

Speichern Sie das Programm durch Drücken von STRG + S. Das Übergeben des Dateinamens ist irrelevant. Im nächsten Schritt folgt ein Klick auf das Taschenrechnerpiktogramm in der Statusleiste. TI Connect blendet daraufhin ein Fenster ein, in dem Sie, wie in Abbildung 2 gezeigt, die Zieleinstellungen beeinflussen. Wichtig ist, dass sie die Checkbox Gleichnamigen vorhandenen Inhalt auf dem Zieltaschenrechner ersetzen markieren. Beim späteren Überschreiben kommt es sonst zu Problemen.

hanna_ti_3.tif_fmt1.jpgAbb. 2: Wer mehrere Taschenrechner am PC angeschlossen hat, muss hier aufpassen

Für die eigentliche Programmausführung klicken Sie am Rechner auf die prgm-Taste. Der Rechne...

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