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Motivation als entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg

Motivation ist alles


Der Druck, Neues zu lernen, ist schier unendlich. Aber die alltäglichen Aufgaben wollen auch erledigt werden. Sie sind Teamleiter? Herzlichen Glückwunsch! Nun sind Sie neben den fachlichen Aufgaben auch dafür zuständig, alle Mitglieder des Teams bei Laune zu halten. Oder anders formuliert: Sie müssen für stetige Motivation sorgen. Erkenntnisse aus der Motivationstheorie helfen, die Motive der Mitarbeiter besser zu verstehen.

Softwareentwicklung ist eine Tätigkeit, die neben spezialisierten Fachkenntnissen auch in besonderem Umfang eine große Motivation der betreffenden Mitarbeiter verlangt. Ein Konzept aus der Personalwirtschaftslehre besagt, dass das Personalvermögen eines Mitarbeiters ein Produkt aus seinen Qualifikationen und seiner Motivation ist [1]: Ohne umfassende und tiefgehende Fachkenntnisse kann ein Softwareentwickler bei den heutigen Anforderungen nicht bestehen. Diese Fähigkeiten sind gewissermaßen die Voraussetzungen dafür, dass er seine Aufgaben erledigen kann. Die besten Fachkenntnisse nützen aber nur wenig, wenn keine ausreichende Motivation vorliegt. Gerade in der Softwareentwicklung sind immer wieder kreative Ideen gefragt: Man muss neue Wege beschreiten und kann nur in Ausnahmefällen die anfallenden Arbeiten monoton erledigen. Die multiplikative Verknüpfung dieser beiden Komponenten drückt aus, dass von beiden Bestandteilen möglichst hohe Werte vorliegen müssen. Ein maximales Ergebnis kann nur dann erreicht werden, wenn beide Einzelwerte ebenfalls umfassend erfüllt sind.

Bei der Auswahl des Personals wird intensiv darauf geachtet, dass der Bewerber über die notwendigen Kenntnisse verfügt. Qualifikationen in formaler und nichtformaler Form sind nachzuweisen, und Erfahrungen sollen durch erfolgreich abgeschlossene Projekte dokumentiert werden. Zu Beginn einer neuen Tätigkeit bzw. eines neuen Projekts sind i. d. R. auch alle Beteiligten ausreichend motiviert, sodass insgesamt beste Voraussetzungen für sehr gute Arbeitsergebnisse vorliegen. Im Laufe der Zeit ist jedoch leider bei vielen Mitarbeitern ein Absinken der Motivation zu beobachten. Die Ursachen sind vielfältig: Sie können im Projekt begründet sein, aber auch die externen Bedingungen oder die Form der Zusammenarbeit kann sich negativ auswirken. Gelegentlich sind auch die Gründe für ein Nachlassen der Motivation nicht auszumachen – man hat es nun einmal mit Menschen zu tun, und persönliche Befindlichkeiten haben einen erheblichen Einfluss auf die Motivationslage.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Interaktion zwischen den beiden Komponenten Fähigkeiten und Motivation. Das Wissen im Bereich der Softwareentwicklung unterliegt in einem hohen Maß dem zeitlichen Verfall. Ständig kommen neue relevante Technologien auf den Markt und neue Vorgehensweisen werden propagiert. Programmiersprachen ändern sich, und eine stetige Anpassung der Werkzeuge verlangt, dass man sich immer wieder neu einarbeitet. Das Erfordernis des lebenslangen Lernens ist für uns schon lange Realität, und meist macht es auch Spaß. Dennoch ist es durchaus nicht leicht, immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben – Lernen ist also angesagt. Diese kognitive Tätigkeit ist ein anstrengender Prozess, der wiederum eine gehörige Portion Motivation erfordert. Der Kreis schließt sich.

Motivation ist kein neues Thema, schon Plato sprach von drei hierarchisch organisierten Motiven, die das Verhalten von Menschen beeinflussen können: Appetite (Instinctual Urges), Spirit (Desire for One’s Preserva­tion) und Reason (Desire for Reason and Truth). In der modernen Managementlehre existieren verschiedene Konzepte, die auf die Einstellungen von Mitarbeitern und Führungskräften zu ihrem Unternehmen abzielen. Motivation wird in diesem Zusammenhang nicht nur als Leistungssteigerung verstanden, sondern auch als Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen. Der vorliegende Artikel bietet eine kompakte Darstellung der gängigsten Motivationstheorien und gibt Tipps, wie sie in der Praxis angewandt werden können. Der Artikel richtet sich insbesondere an Mitarbeiter, die künftig Projektverantwortung übernehmen und damit auch für eine dauerhafte Motivation des Teams zuständig sind.

Bestandsaufnahme

Betrachten wir die aktuelle Situation zur Arbeitszufriedenheit in Deutschland. Die meisten Erwerbstätigen in Deutschland sind mit ihrer beruflichen Tätigkeit zufrieden und bewerten sie positiv. Nachfolgend einige Auszüge aus den aktuellen Studien: „An diesem Bild (Arbeitszufriedenheit) hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren nichts verändert. Es zeigen sich kaum Unterschiede im Ausmaß der Zufriedenheit zwischen den Geschlechtern, zwischen den Beschäftigten in Westdeutschland und Ostdeutschland sowie zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Auch die Höhe der Entlohnung sowie die Art der ausgeübten Tätigkeit haben keinen starken Einfluss auf die Zufriedenheit mit dem Job. Bei der Bewertung einer beruflichen Tätigkeit spielen nicht nur deren Eigenschaften eine Rolle, sondern auch die Einschätzungen der Beschäftigten darüber, was der Job ihnen bieten sollte. Dementsprechend wird die Arbeitszufriedenheit erheblich von Gefühlen und persönlichen Eigenheiten beeinflusst. Unzufrieden mit ihrer Arbeit sind relativ häufig Personen, die oft ängstlich oder ärgerlich sind, die sich vergleichsweise selten glücklich fühlen und die weniger optimistisch in die Zukunft schauen. Personen, die mit ihrer Arbeit unzufrieden sind, neigen häufiger zum Jobwechsel, und dadurch steigt in vielen Fällen die Zufriedenheit. Es gibt aber auch nicht wenige Personen, die an ihrer Stelle festhalten, und dennoch im Laufe der Zeit zufriedener werden. Vermutlich arrangieren sie sich mit den Gegebenheiten“ [2].

In der Studie von Avantgarde Experts zur Arbeitszufriedenheit in Deutschland [3] antworteten auf die Frage „Wie zufrieden sind Sie mit Ihren Arbeitsbedingungen?“ auf einer Skala von 0 bis 10 nur 9 Prozent, sie seien vollkommen zufrieden. 14 Prozent hingegen sagten, sie seien eher unzufrieden. Ganze 8 Prozent waren sich nicht sicher. 59 Prozent der Befragten gaben einen Zufriedenheitswert zwischen 7 und 9 Punkten auf der Skala an und sind dam...

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