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Entwickler Magazin
APIfication als Enabler von plattformbasierten Geschäftsmodellen

Turbo der Digitalisierung

APIfication und API-Management sind in aller Munde, insbesondere im Zusammenhang mit plattformbasierten Geschäftsmodellen. Außerdem werden APIs häufig, die Überschrift hat es vorweggenommen, als Turbo der Digitalisierung betrachtet. Doch was genau steckt hinter diesen Buzzwords, und wie verändern sich dadurch Geschäftsmodelle?

Carsten Sensler


Ein fundamentaler oder auch disruptiver Wandel findet aktuell in der Ausgestaltung von Geschäftsmodellen von Unternehmen statt. Während das klassische – pipebasierte – Geschäftsmodell bereits seit Jahrhunderten Anwendung findet, sind häufig jüngere Unternehmen mit dem plattformbasierten Geschäftsmodell erfolgreich am Markt. Der folgende Abschnitt gibt eine Einführung in pipe- bzw. plattformbasierte Geschäftsmodelle (Kasten „Beispiele für pipebasierte Geschäftsmodelle“ und „Beispiel für plattformbasierte Geschäftsmodelle“) und erläutert, welche Rolle APIs jeweils spielen.

Pipe- vs. plattformbasierte Geschäftsmodelle

Pipebasierte Geschäftsmodelle nennt man die klassischen Geschäftsmodelle, in denen die Wertschöpfungskette (nach Porter) traditionell über Produktion, Logistik und den Vertrieb an Endkunden ausgerichtet ist. Es ist ein konstanter und linearer Fluss der Wertschöpfung, vergleichbar mit dem Fließen von Wasser durch Rohre. Daher stammt auch der Name „pipe-based“ bzw. pipebasierte Geschäftsmodelle. Die Produzenten vertreiben ihre Werte (Produkte, Wissen etc.) an die Konsumenten. Abbildung 1 verdeutlicht dieses.

Beispiele für pipebasierte Geschäfts­modelleEin gutes Beispiel hierfür ist die Unterhaltungsindustrie. Radio oder TV werden von Produzenten zentral für die Konsumenten verfügbar gemacht. Ein anderes Beispiel ist unsere heutige Bildung: Lehrer vermitteln ihr Wissen an ihre Schüler.

Abb. 1: Pipe- und plattformbasierte Geschäfts­modelle, basierend auf [1]

Plattformbasierte Geschäftsmodelle dagegen haben keinen ausschließlich in eine Richtung gerichteten Wertfluss vom Produzenten zum Konsumenten, sondern auch Konsumenten können zu Produzenten werden und Werte liefern. Im Kontext plattformbasierter Geschäftsmodelle wird häufig von Nutzern gesprochen, die unterschiedliche Rollen (Produzent oder Konsument) einnehmen können (Abb. 1).

Beispiel für plattformbasierte GeschäftsmodelleEin häufig genutztes Beispiel hierfür ist YouTube. Dort kann der User Inhalte, die produziert und veröffentlicht worden sind, konsumieren (Rolle: Konsument), er kann aber auch gleichzeitig Inhalte produzieren und für andere bereitstellen (Rolle: Produzent). Auch Apple mit dem iX-Ökosystem (­iPhone, iPad etc.) sowie Google sind oft genutzte Beispiele.

Im pipebasierten Geschäft werden APIs häufig genutzt, um die existierende Wertschöpfung zu optimieren (Anbindung von Partnern im Kontext der Produktion, Auslagerung von After Sales bzw. Businessservicesupport) oder teilweise, um neue...

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APIfication als Enabler von plattformbasierten Geschäftsmodellen

Turbo der Digitalisierung

APIfication und API-Management sind in aller Munde, insbesondere im Zusammenhang mit plattformbasierten Geschäftsmodellen. Außerdem werden APIs häufig, die Überschrift hat es vorweggenommen, als Turbo der Digitalisierung betrachtet. Doch was genau steckt hinter diesen Buzzwords, und wie verändern sich dadurch Geschäftsmodelle?

Carsten Sensler


Ein fundamentaler oder auch disruptiver Wandel findet aktuell in der Ausgestaltung von Geschäftsmodellen von Unternehmen statt. Während das klassische – pipebasierte – Geschäftsmodell bereits seit Jahrhunderten Anwendung findet, sind häufig jüngere Unternehmen mit dem plattformbasierten Geschäftsmodell erfolgreich am Markt. Der folgende Abschnitt gibt eine Einführung in pipe- bzw. plattformbasierte Geschäftsmodelle (Kasten „Beispiele für pipebasierte Geschäftsmodelle“ und „Beispiel für plattformbasierte Geschäftsmodelle“) und erläutert, welche Rolle APIs jeweils spielen.

Pipe- vs. plattformbasierte Geschäftsmodelle

Pipebasierte Geschäftsmodelle nennt man die klassischen Geschäftsmodelle, in denen die Wertschöpfungskette (nach Porter) traditionell über Produktion, Logistik und den Vertrieb an Endkunden ausgerichtet ist. Es ist ein konstanter und linearer Fluss der Wertschöpfung, vergleichbar mit dem Fließen von Wasser durch Rohre. Daher stammt auch der Name „pipe-based“ bzw. pipebasierte Geschäftsmodelle. Die Produzenten vertreiben ihre Werte (Produkte, Wissen etc.) an die Konsumenten. Abbildung 1 verdeutlicht dieses.

Beispiele für pipebasierte Geschäfts­modelleEin gutes Beispiel hierfür ist die Unterhaltungsindustrie. Radio oder TV werden von Produzenten zentral für die Konsumenten verfügbar gemacht. Ein anderes Beispiel ist unsere heutige Bildung: Lehrer vermitteln ihr Wissen an ihre Schüler.

Abb. 1: Pipe- und plattformbasierte Geschäfts­modelle, basierend auf [1]

Plattformbasierte Geschäftsmodelle dagegen haben keinen ausschließlich in eine Richtung gerichteten Wertfluss vom Produzenten zum Konsumenten, sondern auch Konsumenten können zu Produzenten werden und Werte liefern. Im Kontext plattformbasierter Geschäftsmodelle wird häufig von Nutzern gesprochen, die unterschiedliche Rollen (Produzent oder Konsument) einnehmen können (Abb. 1).

Beispiel für plattformbasierte GeschäftsmodelleEin häufig genutztes Beispiel hierfür ist YouTube. Dort kann der User Inhalte, die produziert und veröffentlicht worden sind, konsumieren (Rolle: Konsument), er kann aber auch gleichzeitig Inhalte produzieren und für andere bereitstellen (Rolle: Produzent). Auch Apple mit dem iX-Ökosystem (­iPhone, iPad etc.) sowie Google sind oft genutzte Beispiele.

Im pipebasierten Geschäft werden APIs häufig genutzt, um die existierende Wertschöpfung zu optimieren (Anbindung von Partnern im Kontext der Produktion, Auslagerung von After Sales bzw. Businessservicesupport) oder teilweise, um neue...

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