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Einführung in Vue.js

Siegeszug eines Frameworks


Bei Vue.js handelt es sich um ein Framework für Webanwendungen, mit dem man auf Basis von JavaScript komponentenorientiert entwickeln kann. Vue.js wirbt damit, dass es besonders schlank, anpassungsfähig und universell einsetzbar sei. Performant soll es auch noch sein, dieses Vue.js. Höchste Zeit also, dass wir uns dieses Framework einmal genauer ansehen.

Den Webanwendungen gehört die Zukunft. Wer sich die Entwicklung im Umfeld der Benutzeroberflächen in den letzten Jahren anschaut, muss eigentlich zu diesem Schluss kommen. Die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen, die explosionsartige Verbreitung sozialer Netzwerke aller Art und das damit einhergehende Bereitstellen von zumeist mobilen, ressourcenschonenden UIs spielt Technologien und Sprachen wie HTML5, CSS und JavaScript positiv in die Hände. Sicherlich wird auch der klassische Rich Client, wie er in Umgebungen wie JavaFX oder der Eclipse Application Platform umgesetzt werden kann, nie ganz verschwinden, und das soll er auch nicht. Doch sind wir ehrlich, müssen wir uns schon eingestehen: Webanwendungen generell haben sich fast überall durchgesetzt. Grund ist die universelle Einsetzbarkeit der zugrunde liegenden Technologien auf so vielen unterschiedlichen Geräten: vom TV-Gerät, dem PC, Notebook, Tablet bis zum Mobiltelefon. Genau in diese Richtung wird es weitergehen.

Beschäftigt euch mit JavaScript!

Insbesondere JavaScript profitiert von dieser Entwicklung. In der JavaScript-Welt passiert gerade extrem viel. Innovation und großes Engagement aus den diversen Entwicklercommunities sind klar erkennbar. Webanwendungen gibt es schon lange, nur waren sie früher eben eher serverzentriert. Große Unternehmensanwendungen, die etwa auf Basis von Java EE umgesetzt wurden, nutzen hierzu oft Technologien wie Servlets, JSP und JavaServer Faces. All diesen Techniken ist gemein, dass sie ihre Ergebnisse (meist HTML-Seiten) serverseitig erzeugen und dieser Output auf dem Client lediglich dargestellt wurde (meist im Browser). Interaktivität auf dem Client? In vielen Fällen Fehlanzeige. Mehr noch: JavaScript war verpönt. Doch die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert. Die Entwickler begannen, ihre bestehenden Anwendungen mit JavaScript zu modernisieren, sie interaktiver und vor allem dynamischer zu gestalten. Die Möglichkeiten des Browsers auf dem Client wurden mehr und mehr mit einbezogen. So toll diese neu gewonnenen Freiheiten auch waren, so führten sie nicht selten zu dem Problem, dass die Codebasis einer solchen mit JavaScript modernisierten Webanwendung komplizierter wurde. Plötzlich tummelte sich viel JavaScript-Code in den unterschiedlichsten Dateien und an den unmöglichsten Stellen im Projekt. Die Wartung einer solchen Anwendung konnte da schon zur Herausforderung werden.

Auf der anderen Seite gingen Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Google völlig neue Wege. Sie verlegten sich nämlich darauf, mehr und mehr Bestandteile einer Webanwendung direkt im Browser ablaufen zu lassen. Die Idee rund um die sogenannten Single Page Applications nahm konkrete Formen an. Google Docs oder Gmail sind gute Beispiele für diese Entwicklung.

Standards, Struktur und Kontinuität

Aber wie man es dreht und wendet: Egal ob wir Struktur in die mit JavaScript erweiterten Legacy-Webanwendungen bringen oder gleich eine ganze neue Single-Page-Anwendung schreiben möchten, die komplett im Browser läuft: Frameworks sind wichtig. Frameworks helfen uns. Sie bringen Struktur, Standards und Kontinuität in unsere Anwendungsentwicklung. Daher ist es auch kein Wunder, dass gerade im innovationsgetriebenen Umfeld von JavaScript bis heute Frameworks wie Pilze aus dem Boden sprießen. Einige Frameworks für die Entwicklung von Webanwendungen auf Basis von HTML5, CSS und JavaScript konnten sich durchsetzen, andere sind in der Versenkung verschwunden. Werkzeugkästen wie Angular oder React sind mittlerweile echte Platzhirsche geworden. Gerade der zuletzt genannte Kandidat ist enorm erfolgreich und genießt immer mehr Beachtung. Warum das so ist, wird im Kasten „Web Components“ näher beleuchtet.

Web Components

Das Internet verändert sich seit 2010 rasant. Firmen wie Facebook, Twitter oder Google gingen dazu über, weitaus mehr als nur Webseiten oder Homepages zu veröffentlichen. Immer ausgereifter wurden deren Produkte. Vollständige Anwendungen, die interaktiv und dynamisch im Browser laufen und sich nativ anfühlen, sind entstanden. Single Page Applications haben ihren Siegeszug angetreten.

Die Entwickler, die diese Anwendungen umsetzen mussten, standen jedoch vor großen Herausforderungen. Die Programmierung von Webanwendungen fand zu dieser Zeit hauptsächlich auf dem Server statt, JavaScript war verpönt, und der spartanische Satz von HTML-Elementen wie <p>, <form> oder <div> beschränkte die Entwickler zusätzlich. Letztendlich entwickelte man immer wieder neue Kombinationen der genannten Elemente und reicherte sie mit CSS oder JavaScript an. HTML5 hat die Situation zwar verbessert, doch es blieb der grundlegende Bedarf, wiederverwendbare Komponenten manifestiert in eigenen HTML-Elementen entwickeln zu können. Das W3C-Konsortium, bekannterweise verantwortlich für die Pflege und Weiterentwicklung von Standards wie HTML oder CSS, erkannte den Bedarf und stellte eine Erweiterung für HTML in Aussicht: Die Web Components wurden auf den Weg gebracht.

Leider ist es dem W3C über viele Jahre hinweg nicht gelungen, diesen neuen Standard voranzutreiben und unter die Leute zu bringen. Hier wurde eine wichtige Chance verspielt, denn in der Zwischenzeit sind große Firmen wie Google und Facebook aus der Not heraus dazu übergegangen, ihre eigenen Visionen von Web Components umzusetzen. So sind Angular, React und später Vue.js entstanden. All diese Framewo...

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