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Entwickler Magazin
Über den Einfluss der Ladezeit auf das Google Ranking

Die magischen 100 Millisekunden

Die Ladezeit einer Webseite kann nicht nur die Emotionen desjenigen beeinflussen, der vor dem Bildschirm sitzt, sondern auch, wie die Webseite von Google gerankt wird. Mithilfe geeigneter Tools können Optimierungsansätze aufgezeigt werden. Da Google jedoch seine Algorithmen mehrmals im Jahr ändert, bleibt es ein schwieriges Unterfangen, die nötigen Anforderungen einer Webseite für ein gutes Google-Ranking zu erfüllen.

Christian K. Fraunholz


Was macht gemeinhin einen Zauber aus? Die Illusion. Eine Illusion findet statt, wenn man etwas anderes wahrnimmt als das, was geschieht. Oder auch, wenn man dies gar nicht wahrnimmt. Wie im Fall einer Webseite, die in weniger als 100 Millisekunden lädt. Wieso 100 Millisekunden? Das ist die Frequenz, in der das Auge Signale zum Okzipitallappen im Gehirn weiterleitet. Alles, was schneller stattfindet, wird als „sofort“ respektive „ununterbrochen“ wahrgenommen. Im starken Gegensatz dazu stehen Webseiten mit mehreren Sekunden Ladezeit. Hier entstehen beim Seitenbesucher weniger Entzückung und Verzauberung, sondern eher das Gefühl, ignoriert zu werden, ja Verlassenheit. Und nicht selten wird dann eben die Webseite verlassen.

Das alles entscheidet sich rasch und unterbewusst. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konstanz der Ladezeit. Eine langsame Abfrage ist gut, solange sie immer langsam ist; also, wenn man schon weiß, dass man sich nach dem Klick auf den Button einen Kaffee holen gehen kann, wird man weniger nervös, als wenn eine üblicherweise zügige Aktion unerwartet lange dauert. Damit können wir aus Benutzersicht die ideale Ladezeit einer Webseite definieren: immer unter 100 Millisekunden. Jetzt müssen wir nur noch eins und eins und maschinelles Lernen zusammenzählen und können daraus schließen, dass bei Google eben solche Seiten besser gelistet werden.

Grundsätzlich ist das, was einen Benutzer stört, schädlich für eine gute Platzierung – wie beispielsweise eine lange Ladezeit. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass viel geladen wird und womöglich so einiges, was man gar nicht möchte. Auf einen Link wird mit einer gewissen Erwartungshaltung geklickt, meist möchte man anschließend ein Bild sehen und etwas Text lesen. Wenn dann aber die Ladezeit kein Ende findet, fragt man sich schon, was eigentlich passiert. Wenn es um weniger als Zehntelsekunden geht, sind wir bei der Formel 1 – und da schicken wir keine S-Klasse an den Start. Allrounder wie WordPress und Magento mit vielen Modulen tun sich hier naturgemäß schwer. Caching-Plug-ins und -Erweiterungen für solche Systeme sind per se dadurch limitiert, dass sie sich eingliedern müssen. Bis diese nämlich dran sind und endlich „schnell sein dürfen“ ist die Zehntelsekunde schon vergangen.

Eine Idee ist es, die erste aufgerufene Seite index. php einer derartigen Software für einen zügigeren First Bite anzupassen. Damit beschleunigt sich die Auslieferung auf den geforderten Wert, ohne dass der Scope des Systems ve...

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Über den Einfluss der Ladezeit auf das Google Ranking

Die magischen 100 Millisekunden

Die Ladezeit einer Webseite kann nicht nur die Emotionen desjenigen beeinflussen, der vor dem Bildschirm sitzt, sondern auch, wie die Webseite von Google gerankt wird. Mithilfe geeigneter Tools können Optimierungsansätze aufgezeigt werden. Da Google jedoch seine Algorithmen mehrmals im Jahr ändert, bleibt es ein schwieriges Unterfangen, die nötigen Anforderungen einer Webseite für ein gutes Google-Ranking zu erfüllen.

Christian K. Fraunholz


Was macht gemeinhin einen Zauber aus? Die Illusion. Eine Illusion findet statt, wenn man etwas anderes wahrnimmt als das, was geschieht. Oder auch, wenn man dies gar nicht wahrnimmt. Wie im Fall einer Webseite, die in weniger als 100 Millisekunden lädt. Wieso 100 Millisekunden? Das ist die Frequenz, in der das Auge Signale zum Okzipitallappen im Gehirn weiterleitet. Alles, was schneller stattfindet, wird als „sofort“ respektive „ununterbrochen“ wahrgenommen. Im starken Gegensatz dazu stehen Webseiten mit mehreren Sekunden Ladezeit. Hier entstehen beim Seitenbesucher weniger Entzückung und Verzauberung, sondern eher das Gefühl, ignoriert zu werden, ja Verlassenheit. Und nicht selten wird dann eben die Webseite verlassen.

Das alles entscheidet sich rasch und unterbewusst. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konstanz der Ladezeit. Eine langsame Abfrage ist gut, solange sie immer langsam ist; also, wenn man schon weiß, dass man sich nach dem Klick auf den Button einen Kaffee holen gehen kann, wird man weniger nervös, als wenn eine üblicherweise zügige Aktion unerwartet lange dauert. Damit können wir aus Benutzersicht die ideale Ladezeit einer Webseite definieren: immer unter 100 Millisekunden. Jetzt müssen wir nur noch eins und eins und maschinelles Lernen zusammenzählen und können daraus schließen, dass bei Google eben solche Seiten besser gelistet werden.

Grundsätzlich ist das, was einen Benutzer stört, schädlich für eine gute Platzierung – wie beispielsweise eine lange Ladezeit. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass viel geladen wird und womöglich so einiges, was man gar nicht möchte. Auf einen Link wird mit einer gewissen Erwartungshaltung geklickt, meist möchte man anschließend ein Bild sehen und etwas Text lesen. Wenn dann aber die Ladezeit kein Ende findet, fragt man sich schon, was eigentlich passiert. Wenn es um weniger als Zehntelsekunden geht, sind wir bei der Formel 1 – und da schicken wir keine S-Klasse an den Start. Allrounder wie WordPress und Magento mit vielen Modulen tun sich hier naturgemäß schwer. Caching-Plug-ins und -Erweiterungen für solche Systeme sind per se dadurch limitiert, dass sie sich eingliedern müssen. Bis diese nämlich dran sind und endlich „schnell sein dürfen“ ist die Zehntelsekunde schon vergangen.

Eine Idee ist es, die erste aufgerufene Seite index. php einer derartigen Software für einen zügigeren First Bite anzupassen. Damit beschleunigt sich die Auslieferung auf den geforderten Wert, ohne dass der Scope des Systems ve...

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