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Entwickler Magazin
Interview mit Erwin van Eyk

„Serverless bleibt ein kontroverser Begriff“

Entwickler Magazin Spezial: Serverless als Begriff ist ein eher kontroverses Buzzword: Server werden noch verwendet. Zudem scheint jeder unter Serverless etwas anderes zu verstehen, zum Beispiel FaaS oder BaaS. Daher zunächst die Frage: Was ist Serverless für dich persönlich?

Erwin van Eyk


Erwin van Eyk: Tatsächlich bleibt Serverless ein recht kontroverser Begriff. Einerseits werden häufig unterschiedliche restriktive Definitionen gefordert: für ein spezifisches Cloudmodell (wie FaaS) oder sehr spezifische Bedingungen (z. B.: „Es ist nur Serverless, wenn es durch einen Cloudanbieter verwaltet wird.“). Andererseits wird auch versucht, die Definition von Serverless auszudehnen, um sicherzustellen, dass das Buzzword auf bestimmte Services, Produkte oder Anwendungen zutrifft. Meiner Meinung nach ist eine exakte Definition weder wünschenswert noch erreichbar. Das Aufkommen von Serverless und die daraus folgende Kontroverse haben eine seltsame Ähnlichkeit mit den Anfängen eines früheren Buzzwords: Cloud-Computing. Damals, als AWS und andere Key Player das Buzzword bekannt machten, war dessen Verwendung sehr kontrovers: Was genau ist Cloud-Computing? Wann ist ein Service ein Cloud-Service und wann nicht? Wenn man zurückblickt, wurden verschiedene strenge Definitionen vorgeschlagen, doch wir haben uns nie auf eine klar umrissene Definition festgelegt. Nehmen wir zum Beispiel die aktuelle Definition von Cloud-Computing von Merriam-Webster: „The practice of storing regularly used computer data on multiple servers that can be accessed through the Internet“ [1] – wenn das nicht eine breite, vage Definition ist, dann weiß ich es auch nicht. Das soll nicht bedeuten, dass wir nicht etwas mehr Struktur in der Definition dessen bräuchten, was Serverless ausmacht. Um eine etwas strukturiertere Definition einzuführen, habe ich, zusammen mit einem internationalen Team aus Forschern und Industrieexperten, eine Definition von Serverless vorgeschlagen, die auf drei Schlüsselcharakteristika basiert: Granulare Abrechnung: Der Dienst berechnet den Nutzern nur die tatsächlichen Ressourcen, die zur Ausführung der Unternehmenslogik verwendet werden. Zum Beispiel besitzt eine traditionelle VM diese Charakteristik nicht, denn dort werden Nutzern stündlich Ressourcen berechnet, ungeachtet dessen, ob sie wirklich verwendet werden. Minimale operationale Logik: Operationale Logik, wie etwa Ressourcenmanagement, Provisionierung und Autoskalierung, sollte so weit wie möglich an den Cloudanbieter delegiert werden. Event-getrieben: Useranwendungen (seien das Funktionen, Queries oder Container) sollten nur aktiv/deployt sein, wenn sie gebraucht werden, wenn ein Event die Notwendigkeit dafür triggert.EMS: Aus Entwicklersicht hat Serverless viele Vorteile. Einer davon ist, dass m...

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Interview mit Erwin van Eyk

„Serverless bleibt ein kontroverser Begriff“

Entwickler Magazin Spezial: Serverless als Begriff ist ein eher kontroverses Buzzword: Server werden noch verwendet. Zudem scheint jeder unter Serverless etwas anderes zu verstehen, zum Beispiel FaaS oder BaaS. Daher zunächst die Frage: Was ist Serverless für dich persönlich?

Erwin van Eyk


Erwin van Eyk: Tatsächlich bleibt Serverless ein recht kontroverser Begriff. Einerseits werden häufig unterschiedliche restriktive Definitionen gefordert: für ein spezifisches Cloudmodell (wie FaaS) oder sehr spezifische Bedingungen (z. B.: „Es ist nur Serverless, wenn es durch einen Cloudanbieter verwaltet wird.“). Andererseits wird auch versucht, die Definition von Serverless auszudehnen, um sicherzustellen, dass das Buzzword auf bestimmte Services, Produkte oder Anwendungen zutrifft. Meiner Meinung nach ist eine exakte Definition weder wünschenswert noch erreichbar. Das Aufkommen von Serverless und die daraus folgende Kontroverse haben eine seltsame Ähnlichkeit mit den Anfängen eines früheren Buzzwords: Cloud-Computing. Damals, als AWS und andere Key Player das Buzzword bekannt machten, war dessen Verwendung sehr kontrovers: Was genau ist Cloud-Computing? Wann ist ein Service ein Cloud-Service und wann nicht? Wenn man zurückblickt, wurden verschiedene strenge Definitionen vorgeschlagen, doch wir haben uns nie auf eine klar umrissene Definition festgelegt. Nehmen wir zum Beispiel die aktuelle Definition von Cloud-Computing von Merriam-Webster: „The practice of storing regularly used computer data on multiple servers that can be accessed through the Internet“ [1] – wenn das nicht eine breite, vage Definition ist, dann weiß ich es auch nicht. Das soll nicht bedeuten, dass wir nicht etwas mehr Struktur in der Definition dessen bräuchten, was Serverless ausmacht. Um eine etwas strukturiertere Definition einzuführen, habe ich, zusammen mit einem internationalen Team aus Forschern und Industrieexperten, eine Definition von Serverless vorgeschlagen, die auf drei Schlüsselcharakteristika basiert: Granulare Abrechnung: Der Dienst berechnet den Nutzern nur die tatsächlichen Ressourcen, die zur Ausführung der Unternehmenslogik verwendet werden. Zum Beispiel besitzt eine traditionelle VM diese Charakteristik nicht, denn dort werden Nutzern stündlich Ressourcen berechnet, ungeachtet dessen, ob sie wirklich verwendet werden. Minimale operationale Logik: Operationale Logik, wie etwa Ressourcenmanagement, Provisionierung und Autoskalierung, sollte so weit wie möglich an den Cloudanbieter delegiert werden. Event-getrieben: Useranwendungen (seien das Funktionen, Queries oder Container) sollten nur aktiv/deployt sein, wenn sie gebraucht werden, wenn ein Event die Notwendigkeit dafür triggert.EMS: Aus Entwicklersicht hat Serverless viele Vorteile. Einer davon ist, dass m...

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