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Entwickler Magazin
Anforderungen an eine „Next Generation IT“

Willkommen im Jetzt

In den letzten Jahren haben sich in der IT grundlegende Änderungen ergeben. Mittlerweile ist agile Softwareentwicklung dominierend - aber dennoch erreichen viele Unternehmen bei Weitem noch nicht die Ergebnisse, die sie sich von einer agilen Transformation versprechen. Gleichzeitig tauchen vermehrt Unternehmen mit hochgradig innovativer IT auf, die die erwarteten Ergebnisse scheinbar mühelos erreichen und um Größenordnungen leistungsfähiger als eine klassische IT erscheinen. Was machen diese Unternehmen anders und besser? Wie muss sich eine IT heute aufstellen, um den Anforderungen gerecht zu werden? Dieser Artikel ergründet die Prinzipien für eine „Next Generation IT“, die die Grundlage für die nächste Transformation der IT definieren.

Uwe Friedrichsen, Eberhard Wolff


Die größte vorstellbare Ineffizienz in der IT ist die Entwicklung von Systemen und Software, die keinen Wert haben, weil sie nicht das tun, was das Geschäft benötigt. Diese Ineffizienz gilt es zu vermeiden – aber wie?

Agilität, IT und Ineffizienz

An dieser Stelle wird regelmäßig Agilität als Lösung für das Problem genannt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Agilität stellt in den üblichen Ausprägungen nur einen Mechanismus zur Verfügung, mit dem Anforderungen schnell und effizient in Software übertragen werden. Was aber überhaupt durch die Implementierung der Software erreicht werden soll, wird in dem Prozess nicht betrachtet. Ein agiles Projekt dient nur dazu, Stories oder Features zu implementieren. Welche Stories oder Features sinnvoll und notwendig sind, muss von außen in den Prozess hineingetragen werden. Die üblichen Kriterien wie Business Value setzen voraus, dass die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Anforderung bereits verstanden und bewertet ist.

Diese Bewertung ist im Falle von Scrum z. B. die Verantwortung des Product Owners. Fällt er die falschen Entscheidungen, werden sinnlose Features implementiert. In dem Fall ist IT bei aller Umsetzungseffizienz letztlich völlig ineffizient. Da helfen auch die üblichen Lean-Ansätze nicht, weil diese nur versuchen, Prozess­ineffizienzen zu beheben, aber keine Produktineffizienzen betrachten.

Diese Form der Ineffizienz muss auf einer anderen Ebene außerhalb der IT adressiert werden. Nun könnten wir uns als IT bequem zurücklehnen und das zu einem Problem anderer Leute erklären. Das ist aber zu kurz gedacht: Um Produktineffizienzen zu beheben, benötigt man schnelles und häufiges Kundenfeedback, auf dessen Basis man die Wirksamkeit eines neuen Produktfeatures bewerten kann. Denn den tatsächlichen Wert eines neuen Produktfeatures kann man letztlich nur daran messen, wie die Kunden darauf reagieren. Anders ausgedrückt muss die agile Transformation außerhalb der IT eines Unternehmens fortgesetzt werden. Insbesondere benötigt man die schnellen und häufigen Feedbackschleifen.

Führt man den Gedanken etwas weiter, kommt man zum Prinzip der „kontrollierten Experimente“: Anstatt ein neues Feature vollumfänglich umzusetzen und erst dann durch die Kundenreaktionen zu lernen, ob die eigenen Annahmen bezüglich des Geschäftswerts richtig waren, wählt man einen anderen, wissenschaftlicheren Ansatz.

Man überlegt sich ein neues Feature und trifft messbare Annahmen bzgl. des damit verbundenen Geschäftswerts. Wichtig dabei ist, dass b...

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Anforderungen an eine „Next Generation IT“

Willkommen im Jetzt

In den letzten Jahren haben sich in der IT grundlegende Änderungen ergeben. Mittlerweile ist agile Softwareentwicklung dominierend - aber dennoch erreichen viele Unternehmen bei Weitem noch nicht die Ergebnisse, die sie sich von einer agilen Transformation versprechen. Gleichzeitig tauchen vermehrt Unternehmen mit hochgradig innovativer IT auf, die die erwarteten Ergebnisse scheinbar mühelos erreichen und um Größenordnungen leistungsfähiger als eine klassische IT erscheinen. Was machen diese Unternehmen anders und besser? Wie muss sich eine IT heute aufstellen, um den Anforderungen gerecht zu werden? Dieser Artikel ergründet die Prinzipien für eine „Next Generation IT“, die die Grundlage für die nächste Transformation der IT definieren.

Uwe Friedrichsen, Eberhard Wolff


Die größte vorstellbare Ineffizienz in der IT ist die Entwicklung von Systemen und Software, die keinen Wert haben, weil sie nicht das tun, was das Geschäft benötigt. Diese Ineffizienz gilt es zu vermeiden – aber wie?

Agilität, IT und Ineffizienz

An dieser Stelle wird regelmäßig Agilität als Lösung für das Problem genannt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Agilität stellt in den üblichen Ausprägungen nur einen Mechanismus zur Verfügung, mit dem Anforderungen schnell und effizient in Software übertragen werden. Was aber überhaupt durch die Implementierung der Software erreicht werden soll, wird in dem Prozess nicht betrachtet. Ein agiles Projekt dient nur dazu, Stories oder Features zu implementieren. Welche Stories oder Features sinnvoll und notwendig sind, muss von außen in den Prozess hineingetragen werden. Die üblichen Kriterien wie Business Value setzen voraus, dass die Sinnhaftigkeit der jeweiligen Anforderung bereits verstanden und bewertet ist.

Diese Bewertung ist im Falle von Scrum z. B. die Verantwortung des Product Owners. Fällt er die falschen Entscheidungen, werden sinnlose Features implementiert. In dem Fall ist IT bei aller Umsetzungseffizienz letztlich völlig ineffizient. Da helfen auch die üblichen Lean-Ansätze nicht, weil diese nur versuchen, Prozess­ineffizienzen zu beheben, aber keine Produktineffizienzen betrachten.

Diese Form der Ineffizienz muss auf einer anderen Ebene außerhalb der IT adressiert werden. Nun könnten wir uns als IT bequem zurücklehnen und das zu einem Problem anderer Leute erklären. Das ist aber zu kurz gedacht: Um Produktineffizienzen zu beheben, benötigt man schnelles und häufiges Kundenfeedback, auf dessen Basis man die Wirksamkeit eines neuen Produktfeatures bewerten kann. Denn den tatsächlichen Wert eines neuen Produktfeatures kann man letztlich nur daran messen, wie die Kunden darauf reagieren. Anders ausgedrückt muss die agile Transformation außerhalb der IT eines Unternehmens fortgesetzt werden. Insbesondere benötigt man die schnellen und häufigen Feedbackschleifen.

Führt man den Gedanken etwas weiter, kommt man zum Prinzip der „kontrollierten Experimente“: Anstatt ein neues Feature vollumfänglich umzusetzen und erst dann durch die Kundenreaktionen zu lernen, ob die eigenen Annahmen bezüglich des Geschäftswerts richtig waren, wählt man einen anderen, wissenschaftlicheren Ansatz.

Man überlegt sich ein neues Feature und trifft messbare Annahmen bzgl. des damit verbundenen Geschäftswerts. Wichtig dabei ist, dass b...

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