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Entwickler Magazin
Wie die Qualitätssicherung von morgen aussehen kann

Next Generation QA

Die Entwicklung und der Betrieb von Software haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Agile Vorgehensweisen, Test-driven Development, Continuous Integration und DevOps sind erwachsen geworden und werden in immer mehr Unternehmen eingesetzt. Wie positioniert sich aber die Qualitätssicherung (QA) in diesem stark veränderten Umfeld?

Manfred Rätzmann, André Neubauer


Mit dem Aufkommen und der Akzeptanz von agilen Methoden in der Softwareentwicklung wurde ein umfassender Veränderungsprozess eingeleitet, der sich häufig nicht nur auf die IT, sondern auch auf das restliche Unternehmen ausgeweitet hat.

Ein Ergebnis dieses Wandels ist ein verändertes Verständnis des Softwareentwicklungsprozesses. Die Silos Dev, QA und Ops sowie das „über den Zaun werfen“ neuer Softwareversionen gehören in einem modernen Verständnis von Softwareentwicklung der Vergangenheit hat.

Software Craftsmanship [1] hat dazu geführt, dass Softwareentwickler mehr Verantwortung für ihren Code übernehmen. Dazu zählen unter anderem Praktiken wie Testautomatisierung und Continuous Integra­tion. Gleichzeitig sorgt die DevOps-Bewegung dafür, dass der Weg in die Produktion nahtlos gangbar wird. Die (mehrfach) tägliche Auslieferung von Software in Produktion ist schon lange kein Zukunftsszenario mehr.

Dies alles führt dazu, dass der angestammte Platz der QA-Abteilung im Softwareentwicklungsprozess immer enger wird. Klassische Aufgaben wie das manuelle Software-Testing reduzieren sich, da große Teile davon bereits crossfunktionale Produktentwicklungsteams durch automatisierte Tests auf allen Ebenen erledigen. Bei Releases im Minutentakt kann sowieso nur noch automatisiert getestet werden. Was bleibt dann aber für die QA übrig? James A. Whittaker, einer der Autoren von „How Google Tests Software“, provozierte sein Auditorium bereits 2011 mit der Aussage: „Test is dead!“ Welche Rolle spielt QA also zukünftig in der Produktentwicklung?

Dies ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite ist Qualität in einer Welt, in der die Konkurrenz nur einen Klick entfernt ist, zu einem unverzichtbaren Attribut eines jeden Produkts geworden. Immer häufiger wird Qualität deshalb zu einem wesentlichen Differenzierungsmerkmal, das Unternehmen kontinuierlich ausweiten. So ist es zum Beispiel üblich geworden, Kunden nach der Benutzung des Produkts um Feedback zu bitten. Einige Unternehmen, wie zum Beispiel der Onlinehändler Zappos, gehen noch einen Schritt weiter und erheben Qualität zu einem zentralen Unternehmenswert [2], [3].

Eine der wohl bekanntesten Untersuchungen zum Einfluss von Qualität auf Produkte lieferte Google 2009 [4]. Schon eine Verlangsamung der Google-Suche um Bruchteile einer Sekunde führte laut dieser zu einer reduzierten Nutzung der Suchmaschine um bis zu 0,5 Prozent – hochgerechnet auf alle Suchanfragen ist das eine deutliche Auswirkung.

Aus...

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Wie die Qualitätssicherung von morgen aussehen kann

Next Generation QA

Die Entwicklung und der Betrieb von Software haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Agile Vorgehensweisen, Test-driven Development, Continuous Integration und DevOps sind erwachsen geworden und werden in immer mehr Unternehmen eingesetzt. Wie positioniert sich aber die Qualitätssicherung (QA) in diesem stark veränderten Umfeld?

Manfred Rätzmann, André Neubauer


Mit dem Aufkommen und der Akzeptanz von agilen Methoden in der Softwareentwicklung wurde ein umfassender Veränderungsprozess eingeleitet, der sich häufig nicht nur auf die IT, sondern auch auf das restliche Unternehmen ausgeweitet hat.

Ein Ergebnis dieses Wandels ist ein verändertes Verständnis des Softwareentwicklungsprozesses. Die Silos Dev, QA und Ops sowie das „über den Zaun werfen“ neuer Softwareversionen gehören in einem modernen Verständnis von Softwareentwicklung der Vergangenheit hat.

Software Craftsmanship [1] hat dazu geführt, dass Softwareentwickler mehr Verantwortung für ihren Code übernehmen. Dazu zählen unter anderem Praktiken wie Testautomatisierung und Continuous Integra­tion. Gleichzeitig sorgt die DevOps-Bewegung dafür, dass der Weg in die Produktion nahtlos gangbar wird. Die (mehrfach) tägliche Auslieferung von Software in Produktion ist schon lange kein Zukunftsszenario mehr.

Dies alles führt dazu, dass der angestammte Platz der QA-Abteilung im Softwareentwicklungsprozess immer enger wird. Klassische Aufgaben wie das manuelle Software-Testing reduzieren sich, da große Teile davon bereits crossfunktionale Produktentwicklungsteams durch automatisierte Tests auf allen Ebenen erledigen. Bei Releases im Minutentakt kann sowieso nur noch automatisiert getestet werden. Was bleibt dann aber für die QA übrig? James A. Whittaker, einer der Autoren von „How Google Tests Software“, provozierte sein Auditorium bereits 2011 mit der Aussage: „Test is dead!“ Welche Rolle spielt QA also zukünftig in der Produktentwicklung?

Dies ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite ist Qualität in einer Welt, in der die Konkurrenz nur einen Klick entfernt ist, zu einem unverzichtbaren Attribut eines jeden Produkts geworden. Immer häufiger wird Qualität deshalb zu einem wesentlichen Differenzierungsmerkmal, das Unternehmen kontinuierlich ausweiten. So ist es zum Beispiel üblich geworden, Kunden nach der Benutzung des Produkts um Feedback zu bitten. Einige Unternehmen, wie zum Beispiel der Onlinehändler Zappos, gehen noch einen Schritt weiter und erheben Qualität zu einem zentralen Unternehmenswert [2], [3].

Eine der wohl bekanntesten Untersuchungen zum Einfluss von Qualität auf Produkte lieferte Google 2009 [4]. Schon eine Verlangsamung der Google-Suche um Bruchteile einer Sekunde führte laut dieser zu einer reduzierten Nutzung der Suchmaschine um bis zu 0,5 Prozent – hochgerechnet auf alle Suchanfragen ist das eine deutliche Auswirkung.

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