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Entwickler Magazin
Die Fachlichkeit im Fokus

Ketchup oder Mayo?

Sie sind Softwareentwickler? Wunderbar. Schön, dass Sie da sind. Ich brauche nämlich Ihren Rat. Ich möchte eine Pommesbude eröffnen und Sie sollen die Software dafür entwickeln. Interesse? Gut, dann lassen Sie uns loslegen.

Stefan Priebsch


Viele Projekte beginnen mit einer Menge Fragezeichen. Wenn die Anforderung etwa lautet: „ich brauche eine grafische Bedienoberfläche, mit der ich den Inhalt der Menükarte verwalten kann“, dann sind damit schon viele Fragen beantwortet – zumindest scheint es so. Wenn aber die Anforderung lautet: „ich möchte eine Pommesbude eröffnen“ oder vielleicht noch „ich möchte eine Pommesbude eröffnen und brauche dafür die Software“, dann stellen sich jedem Entwickler vermutlich erst einmal ganz viele Fragen. Wo soll man anfangen, und wo soll man aufhören? Was passiert denn eigentlich so alles in einer Pommesbude?

Nun, eine Pommesbude ist doch ganz einfach. Da gibt es Pommes und vielleicht noch ein paar andere Speisen und dazu Getränke. Das kann ja nicht schwierig sein.

So meint man. Lassen Sie uns mal genauer hinschauen. Und damit es für diesen Artikel nicht zu kompliziert wird, nehmen wir an, dass es in unserer Pommesbude tatsächlich nur Pommes gibt – und Mineralwasser (Cola ist ungesund).

Geschäftsprozesse

Versuchen wir im ersten Schritt, den wichtigsten Geschäftsprozess zu verstehen, nämlich die Zubereitung von Pommes. Wir brauchen dafür auf jeden Fall einen Tiefkühlschrank (wir ignorieren die Frage, ob das Mineralwasser gekühlt werden muss, einfach einmal). Nun ja: Wenn die Pommes tiefgekühlt sind, dann brauchen wir in der Tat einen Tiefkühlschrank, wenn die Pommes aber selbst aus frischen Kartoffeln zubereitet werden, dann nicht.

Als Nächstes brauchen wir eine Fritteuse. Das ist dann richtig, wenn die Pommes frittiert werden – Tiefkühlpommes aber könnte man auch im Backofen zubereiten. Ob allerdings selbst gemachte Pommes aus dem Backofen schmecken, das ist fraglich.

Wo kommen denn eigentlich die Pommes her? Werden sie angeliefert oder abgeholt. Woher wissen wir, wann wir neue Pommes holen – oder bestellen – müssen? Das können wir aktuell nicht beantworten, also stellen wir die Frage erst einmal zurück. Sie gehört vermutlich auch nicht zum Kerngeschäftsprozess.

Wenn die Pommes zubereitet sind, dann werden sie serviert. Kommt Papp-, Plastik- oder Porzellangeschirr zum Einsatz? Während wir Pappteller vermutlich nicht wiederverwenden wollen, wäre es eher unwirtschaftlich, Porzellanteller nach jeder Verwendung wegzuwerfen. Wir müssen sie also abspülen. Machen wir das von Hand oder mit einer Spülmaschine? Welche Art Spülmaschine kommt zum Einsatz und wie lange braucht sie, um eine Ladung zu säubern? Das ist wichtig, denn wir müssen ja genug Geschirr vorrätig haben, um ...

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Die Fachlichkeit im Fokus

Ketchup oder Mayo?

Sie sind Softwareentwickler? Wunderbar. Schön, dass Sie da sind. Ich brauche nämlich Ihren Rat. Ich möchte eine Pommesbude eröffnen und Sie sollen die Software dafür entwickeln. Interesse? Gut, dann lassen Sie uns loslegen.

Stefan Priebsch


Viele Projekte beginnen mit einer Menge Fragezeichen. Wenn die Anforderung etwa lautet: „ich brauche eine grafische Bedienoberfläche, mit der ich den Inhalt der Menükarte verwalten kann“, dann sind damit schon viele Fragen beantwortet – zumindest scheint es so. Wenn aber die Anforderung lautet: „ich möchte eine Pommesbude eröffnen“ oder vielleicht noch „ich möchte eine Pommesbude eröffnen und brauche dafür die Software“, dann stellen sich jedem Entwickler vermutlich erst einmal ganz viele Fragen. Wo soll man anfangen, und wo soll man aufhören? Was passiert denn eigentlich so alles in einer Pommesbude?

Nun, eine Pommesbude ist doch ganz einfach. Da gibt es Pommes und vielleicht noch ein paar andere Speisen und dazu Getränke. Das kann ja nicht schwierig sein.

So meint man. Lassen Sie uns mal genauer hinschauen. Und damit es für diesen Artikel nicht zu kompliziert wird, nehmen wir an, dass es in unserer Pommesbude tatsächlich nur Pommes gibt – und Mineralwasser (Cola ist ungesund).

Geschäftsprozesse

Versuchen wir im ersten Schritt, den wichtigsten Geschäftsprozess zu verstehen, nämlich die Zubereitung von Pommes. Wir brauchen dafür auf jeden Fall einen Tiefkühlschrank (wir ignorieren die Frage, ob das Mineralwasser gekühlt werden muss, einfach einmal). Nun ja: Wenn die Pommes tiefgekühlt sind, dann brauchen wir in der Tat einen Tiefkühlschrank, wenn die Pommes aber selbst aus frischen Kartoffeln zubereitet werden, dann nicht.

Als Nächstes brauchen wir eine Fritteuse. Das ist dann richtig, wenn die Pommes frittiert werden – Tiefkühlpommes aber könnte man auch im Backofen zubereiten. Ob allerdings selbst gemachte Pommes aus dem Backofen schmecken, das ist fraglich.

Wo kommen denn eigentlich die Pommes her? Werden sie angeliefert oder abgeholt. Woher wissen wir, wann wir neue Pommes holen – oder bestellen – müssen? Das können wir aktuell nicht beantworten, also stellen wir die Frage erst einmal zurück. Sie gehört vermutlich auch nicht zum Kerngeschäftsprozess.

Wenn die Pommes zubereitet sind, dann werden sie serviert. Kommt Papp-, Plastik- oder Porzellangeschirr zum Einsatz? Während wir Pappteller vermutlich nicht wiederverwenden wollen, wäre es eher unwirtschaftlich, Porzellanteller nach jeder Verwendung wegzuwerfen. Wir müssen sie also abspülen. Machen wir das von Hand oder mit einer Spülmaschine? Welche Art Spülmaschine kommt zum Einsatz und wie lange braucht sie, um eine Ladung zu säubern? Das ist wichtig, denn wir müssen ja genug Geschirr vorrätig haben, um ...

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