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Entwickler Magazin
Ein Lehrplan für Architektenwissen rund um serviceorientierte Architekturen

Service-oriented Architecture

Mit dem „Advanced Level“ standardisiert der iSAQB (International Software Architecture Qualification Board e. V.) Module aus unterschiedlichen Bereichen, die Teilnehmer je nach ihren Bedürfnissen kombinieren können [1]. Dieser Artikel erläutert das Modul „SOA-T“, das für Softwarearchitekten mit einem Fokus auf die technischen Aspekte serviceorientierter Architekturen entwickelt wurde.

Mahbouba Gharbi, Oliver Wolf, Daniel Lübke


Das iSAQB-Modul SOA-T [2] ist eines der Advanced-­Level-Lehrplanmodule, mit dem Teilnehmer an lehrplankonformen Schulungen Credit Points in den Bereichen technische und methodische Kompetenz erwerben können. Wir wollen hier die Inhalte einer solchen Schulung und deren Nutzen für den Projektalltag näher beleuchten.

Motivation

Viele IT-Anwendungslandschaften in Unternehmen und Organisationen haben die Tendenz, sich im Laufe der Zeit weitgehend ungeplant und unkoordiniert zu entwickeln. Sei es durch Zeitdruck, Budgetfragen oder manchmal auch schlicht fehlendes Architekturbewusstsein – die isolierte Betrachtung von Anwendungen führt auf die Dauer fast zwangsläufig zur Bildung von Applikationssilos mit den damit verbundenen Problemen, wie etwa der mangelhaften Unterstützung fachdomänenübergreifender Prozesse oder der semantischen Inkonsistenz zentraler fachlicher Konzepte bzw. Entitäten. Entsteht nun durch zusätzliche Anforderungen der Fachseite auch noch Integrationsbedarf zwischen diesen Silos, ist das Chaos komplett. Das Fehlen einer übergreifenden Strategie führt hier schnell zu einem Wildwuchs an Ad-hoc-Integrationsschnittstellen verschiedenster Couleur, der nur noch schwer zu überblicken ist. Die Konsequenzen einer solchen Entwicklung sind oft gravierend. Mangelnde Flexibilität bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen, hohe zeitliche und monetäre Aufwände für die Umsetzung neuer fachlicher Anforderungen sowie Effizienzverluste durch Doppelarbeit sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen, vor denen viele Unternehmen stehen.

Schon seit langer Zeit liefert hier die Idee der service­orientierten Architektur (SOA) einen Lösungsansatz, um Struktur und Ordnung in Anwendungslandschaften zu bringen und – vor allem – sicherzustellen, dass diese auch bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung erhalten und verbessert wird. Leider unterlag aber auch diese Idee in den letzten Jahren dem offenbar unvermeidlichen IT-Hype-Cycle: Nach anfänglicher Euphorie und massiven Investitionen der Early Adopter in das Thema kam die Zeit der Ernüchterung, die sich vor allem in zahlreichen gescheiterten SOA-Vorhaben niedergeschlagen hat. Neben technischen Problemen, die in der Anfangszeit vor allem durch die Unreife der relevanten Standards bedingt waren, wurde meist ein wichtiger Aspekt massiv unterschätzt: SOA ist im ursprünglichen Sinne ein Ansatz, der eine fundamentale Transformation der Anwendungslandschaft bedingt – und damit auch Auswirkungen bis in die Organisat...

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Ein Lehrplan für Architektenwissen rund um serviceorientierte Architekturen

Service-oriented Architecture

Mit dem „Advanced Level“ standardisiert der iSAQB (International Software Architecture Qualification Board e. V.) Module aus unterschiedlichen Bereichen, die Teilnehmer je nach ihren Bedürfnissen kombinieren können [1]. Dieser Artikel erläutert das Modul „SOA-T“, das für Softwarearchitekten mit einem Fokus auf die technischen Aspekte serviceorientierter Architekturen entwickelt wurde.

Mahbouba Gharbi, Oliver Wolf, Daniel Lübke


Das iSAQB-Modul SOA-T [2] ist eines der Advanced-­Level-Lehrplanmodule, mit dem Teilnehmer an lehrplankonformen Schulungen Credit Points in den Bereichen technische und methodische Kompetenz erwerben können. Wir wollen hier die Inhalte einer solchen Schulung und deren Nutzen für den Projektalltag näher beleuchten.

Motivation

Viele IT-Anwendungslandschaften in Unternehmen und Organisationen haben die Tendenz, sich im Laufe der Zeit weitgehend ungeplant und unkoordiniert zu entwickeln. Sei es durch Zeitdruck, Budgetfragen oder manchmal auch schlicht fehlendes Architekturbewusstsein – die isolierte Betrachtung von Anwendungen führt auf die Dauer fast zwangsläufig zur Bildung von Applikationssilos mit den damit verbundenen Problemen, wie etwa der mangelhaften Unterstützung fachdomänenübergreifender Prozesse oder der semantischen Inkonsistenz zentraler fachlicher Konzepte bzw. Entitäten. Entsteht nun durch zusätzliche Anforderungen der Fachseite auch noch Integrationsbedarf zwischen diesen Silos, ist das Chaos komplett. Das Fehlen einer übergreifenden Strategie führt hier schnell zu einem Wildwuchs an Ad-hoc-Integrationsschnittstellen verschiedenster Couleur, der nur noch schwer zu überblicken ist. Die Konsequenzen einer solchen Entwicklung sind oft gravierend. Mangelnde Flexibilität bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen, hohe zeitliche und monetäre Aufwände für die Umsetzung neuer fachlicher Anforderungen sowie Effizienzverluste durch Doppelarbeit sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen, vor denen viele Unternehmen stehen.

Schon seit langer Zeit liefert hier die Idee der service­orientierten Architektur (SOA) einen Lösungsansatz, um Struktur und Ordnung in Anwendungslandschaften zu bringen und – vor allem – sicherzustellen, dass diese auch bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung erhalten und verbessert wird. Leider unterlag aber auch diese Idee in den letzten Jahren dem offenbar unvermeidlichen IT-Hype-Cycle: Nach anfänglicher Euphorie und massiven Investitionen der Early Adopter in das Thema kam die Zeit der Ernüchterung, die sich vor allem in zahlreichen gescheiterten SOA-Vorhaben niedergeschlagen hat. Neben technischen Problemen, die in der Anfangszeit vor allem durch die Unreife der relevanten Standards bedingt waren, wurde meist ein wichtiger Aspekt massiv unterschätzt: SOA ist im ursprünglichen Sinne ein Ansatz, der eine fundamentale Transformation der Anwendungslandschaft bedingt – und damit auch Auswirkungen bis in die Organisat...

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