J2ME: Java unterwegs

J2ME: Java unterwegs: Oldie but Goldie

Tam Hanna


J2ME ist mit Sicherheit weder eine neue noch eine besonders hippe Technologie – das haben wir schon in meinem vor einigen Monaten veröffentlichten „Mobile Welten“-Gastbeitrag festgestellt [1]. Ebenda war aber auch die Rede von der enormen Reichweite der Plattform. Denn: Auch wenn es mittlerweile eine Milliarde Smartphone-User gibt, so ist diese Zahl immer noch klein im Vergleich zu den Massen von nur durch J2ME ansprechbaren „Dumbphone“-Besitzern.

Von der Modularität

Wer heute einen Handcomputer kauft, hat wenig Auswahl: In der Post-iPhone-Welt gibt es nur noch Telefone mit großem Touchscreen auf der Vorderseite. In früheren Zeiten war die Industrie wesentlich breiter aufgestellt – es gab Geräte mit Schwarz-weiß-Bildschirm, Geräte mit QWERTY-Tastatur und sogar Smartphones ganz ohne „Touch“.

Auch war die Rechenleistung damals viel ungleicher verteilt. Beim Speicherausbau war alles von 8 MB bis zu für damalige Verhältnisse gigantische 1 GB möglich und legitim.

Aus diesem Grund ist J2ME voll modular aufgebaut. Die Grundlage wird als CDC bezeichnet – die Connected Device Configuration spezifiziert eine Java-Runtime, die in Geräten mit mehr als 512 KB Speicher lebensfähig ist. Die CDC ist nicht auf Smartphones und Telefone beschränkt – sie findet sich auch auf Set-Top-Boxen, Pagern und anderen „embedded devices“.

Diese Basis wird je nach Telefontyp um weitere Funktionen erweitert. Diese finden sich in so genannten Profilen. Die Namensgebung ist beabsichtigt – es ist von Oracle intendiert, dass ähnliche (also einem bestimmten Hardwareprofil entsprechende) Geräte in einem Profil zusammengefasst werden.

Im Telefonbereich treffen Sie so gut wie immer auf das MIDP. Das Mobile Information Device Profile ist seit 2001 in mehreren Versionen auf den Markt gekommen, die sich im Funktionsumfang minimal unterscheiden. Jedenfalls spezifiziert es ein Record Management System (kurz RMS) genanntes System zur Datenspeicherung und einen lcdui genannten UI-Stack. Diese Abkürzung steht übrigens nicht für LCD-Benutzerschnittstelle – die richtige Ausschreibung ist „limited capability device user interface“.

Je nach Telefontyp gibt es zusätzliche Hardware, die nicht in der MIDP abgedeckt ist. In diesem Fall hat der Hersteller zwei Optionen: Er kann entweder ein proprietäres API entwickeln oder aber an einer gemeinsamen Spezifikation mitarbeiten. Letztere werden in regelmäßigen Abständen als JSR veröffentlicht – wenn ein Telefon die JSR implementiert, unterstützt es die in ihr enthaltenen...

J2ME: Java unterwegs

J2ME: Java unterwegs: Oldie but Goldie

Tam Hanna


J2ME ist mit Sicherheit weder eine neue noch eine besonders hippe Technologie – das haben wir schon in meinem vor einigen Monaten veröffentlichten „Mobile Welten“-Gastbeitrag festgestellt [1]. Ebenda war aber auch die Rede von der enormen Reichweite der Plattform. Denn: Auch wenn es mittlerweile eine Milliarde Smartphone-User gibt, so ist diese Zahl immer noch klein im Vergleich zu den Massen von nur durch J2ME ansprechbaren „Dumbphone“-Besitzern.

Von der Modularität

Wer heute einen Handcomputer kauft, hat wenig Auswahl: In der Post-iPhone-Welt gibt es nur noch Telefone mit großem Touchscreen auf der Vorderseite. In früheren Zeiten war die Industrie wesentlich breiter aufgestellt – es gab Geräte mit Schwarz-weiß-Bildschirm, Geräte mit QWERTY-Tastatur und sogar Smartphones ganz ohne „Touch“.

Auch war die Rechenleistung damals viel ungleicher verteilt. Beim Speicherausbau war alles von 8 MB bis zu für damalige Verhältnisse gigantische 1 GB möglich und legitim.

Aus diesem Grund ist J2ME voll modular aufgebaut. Die Grundlage wird als CDC bezeichnet – die Connected Device Configuration spezifiziert eine Java-Runtime, die in Geräten mit mehr als 512 KB Speicher lebensfähig ist. Die CDC ist nicht auf Smartphones und Telefone beschränkt – sie findet sich auch auf Set-Top-Boxen, Pagern und anderen „embedded devices“.

Diese Basis wird je nach Telefontyp um weitere Funktionen erweitert. Diese finden sich in so genannten Profilen. Die Namensgebung ist beabsichtigt – es ist von Oracle intendiert, dass ähnliche (also einem bestimmten Hardwareprofil entsprechende) Geräte in einem Profil zusammengefasst werden.

Im Telefonbereich treffen Sie so gut wie immer auf das MIDP. Das Mobile Information Device Profile ist seit 2001 in mehreren Versionen auf den Markt gekommen, die sich im Funktionsumfang minimal unterscheiden. Jedenfalls spezifiziert es ein Record Management System (kurz RMS) genanntes System zur Datenspeicherung und einen lcdui genannten UI-Stack. Diese Abkürzung steht übrigens nicht für LCD-Benutzerschnittstelle – die richtige Ausschreibung ist „limited capability device user interface“.

Je nach Telefontyp gibt es zusätzliche Hardware, die nicht in der MIDP abgedeckt ist. In diesem Fall hat der Hersteller zwei Optionen: Er kann entweder ein proprietäres API entwickeln oder aber an einer gemeinsamen Spezifikation mitarbeiten. Letztere werden in regelmäßigen Abständen als JSR veröffentlicht – wenn ein Telefon die JSR implementiert, unterstützt es die in ihr enthaltenen...

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